Gebrauchte Kombis für 12.000 Euro

Die Könige der Mittelklasse [Kaufberatung]

Kombi, was sonst!?

Alles nur SUV? Nein, auch der Kombi ist als Transporter und Familienauto lieb und teuer. Insbesondere in der Mittelklasse. Was bekommen Sie für ein Budget von 12.000 Euro?


 
 
  • Wer in der Mittelklasse einen Kombi sucht, hat die große Auswahl. Sie haben einen Anteil von 70 Prozent
  • Ursache ist die Herkunft vieler gebrauchter Mittelklasse-Autos: Im ersten Leben waren sie Dienstwagen.
  • Ehemalige Dienstwagen haben zumeist höhere Kilometerstände. Aber sie sind auch scheckheftgepflegt.

Passat gibt es kaum als Limousine

Alle reden vom SUV, doch Kombis sind fast genau so beliebt. Der Anteil der Kombis in der Mittelklasse liegt in Deutschland inzwischen bei mehr als 70 Prozent. Aber nur im Durchschnitt – der VW Passat ist inzwischen fast nur noch als Kombi zu haben.

Warum auch nicht? Kombis verbrauchen (im Gegensatz zu SUV) nicht mehr Sprit als Limousinen, sind vielseitiger und schlucken in jeder Konfiguration mehr Gepäck. Vor allem haben sie ihr Handwerker-Image bereits seit Generationen abgeschüttelt.

Das hat auch mit einer deutschen Besonderheit zu tun, die für Gebrauchtwagen-Käufer wichtig ist: Der größte Anteil aller verkauften Neuwagen in Deutschland beginnt sein Leben als Dienstwagen.

Viele Kombis sind ehemalige Dienstwagen

SUV sind in Deutschland zwar beliebt, doch mangelt es ihnen offenbar an seriöser Ausstrahlung, und daher verzichten viele Firmen auf die Anschaffung der angeblichen Alleskönner. Man will sich schließlich beim Kunden blicken lassen können – und kauft daher zumeist einen Kombi.

Am stärksten davon betroffen sind beliebte Baumuster wie der Audi A4 oder der erwähnte VW Passat. Bei ihnen liegt die Dienstwagenquote bei über 90 Prozent, entsprechend groß ist die Auswahl auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

Vom Audi A4 als Limousine sind derzeit rund 6.900 Stück auf mobile.de inseriert – vom Kombimodell aber 17.000! Noch extremer ist es beim Passat: 6.500 Limousinen stehen 25.000 Kombis auf Deutschlands größtem Automarkt gegenüber.

Eigener Name für das Kombi-Modell

Die Auswahl ist also da, aber will oder braucht man wirklich einen Kombi statt eines Vans oder SUV? Fangen wir mit dem Wollen an: Kombis sind Autos für Menschen – so die Werbung – die auf ein Mindestmaß an Variabilität und Platz nicht verzichten möchten, jedoch eher ein elegantes, sportliches Modell suchen.

Der BMW 3er touring oder die wiederbelebten Shooting Brakes vor allem von Mercedes, also Kombis auf Coupé-Basis, sind untrügliches Zeichen dieser Klasse. Zu diesem Umstand hat die Tatsache beigetragen: Wie beim Touring heißen auch die Kombis anderer Marken gar nicht mehr Kombi.

Allein Mazda verwendet beim 6 die Bezeichnung Kombi, bei früheren Modellen allerdings mit dem Wort „Sport“ davor. Skoda hat ein distinguiertes „Combi“ gewählt. Ansonsten dominieren klangvolle Bezeichnungen wie „Sportswagon“ (Alfa Romeo), „Avant“ (Audi) oder „Sports Tourer“ (Opel).

Maximaler Raum hat keine Priorität

Das hat nicht nur Nachteile. Wer nicht auf den letzten Raumgewinn aus ist, bekommt mit einem Kombi eine limousinenähnliche und damit edler aussehende Lösung. Hier werden Menschen glücklich, die eigentlich gar keinen großen Raumgewinn brauchen, sondern nur keinen Platz verschenken wollen. Wer hin und wieder ins Grüne will und sein Mountainbike einlädt, braucht nämlich gar keinen Van.

Das Platzangebot der meisten Kombis hat sich innerhalb der letzten Modellreihen kaum vergrößert. Offenbar haben die Karosserie-Designer hier das letzte Wort. Zwar bezeichnet die offizielle Namensgebung „Kombinationskraftwagen“ eigentlich eine Mischung aus LKW und PKW, aber in der Realität sind Kombis eben Limousinen mit verlängertem Dach.

Das schränkt durch die fehlende Höhe die Möglichkeit der Innenraumgestaltung ein. Auch sind alltägliche Verrichtungen wie das Anschnallen eines Kleinkindes schwieriger, weil die Türhöhe fehlt.

Vor- und Nachteile von Dienstwagen

Im Vergleich zu einem identisch motorisierten SUV ist nicht nur der Benzinverbrauch geringer, sondern auch der Kaufpreis. Man bekommt also für das gleiche Budget ein jüngeres Auto. Aufgrund des Vorlebens als Dienstwagen haben Kombis allerdings tendenziell höhere Kilometerstände als Limousinen.

Demgegenüber steht der Vorteil, dass ehemalige Dienstwagen oftmals lückenlos werkstattgepflegt und gut ausgestattet sind. Das letztere ist für den Preis sehr wichtig: Ein BMW 5er Touring beispielsweise kostet neu ab 43.200 Euro. Es ist aber gar kein Problem, diesen Preis mit Extras so weit hochzutreiben, dass am Ende das Doppelte auf der Rechnung steht. Man beachte: Extras unterliegen einem stärkeren Wertverlust als das Auto selbst.

Bei den teils exorbitanten Aufpreisen für bestimmte Extras wie den Infozentralen oder Assistenzsystemen muss man aber aufpassen, in der mobile.de Suche nur das anzukreuzen, was man wirklich braucht. Bei einem späteren Wiederverkauf gilt es ebenfalls: Die Extras verlieren stärker an Wert als der Wagen - auch die, die man nie genutzt hat.

Im Alter wächst der Preisabstand

Je älter ein Auto wird, desto mehr erhöht sich der Wert eines Kombis gegenüber der Limousine. Exemplarisch hierfür sei der Volvo 940 (1990–1998) genannt, der als Limousine nahezu wertlos, als Kombi aber immer noch für ein paar Tausend Euro gehandelt wird.

Noch ein Beispiel: Ein als Youngtimer sehr gesuchter Wagen ist die Mercedes Mittelklasse der Baureihe W123 (11/1975 – 01/1986). Während die Limousine als 280E 8.500 Euro wert ist, sind die weiteren Karosserieformen wie Coupé (12.700 Euro) und der Kombi (11.900 Euro) laut Marktbeobachter Classic Data um 40 bis 50% teurer.

Hier spielt auch der Seltenheitswert eine Rolle; die Limousine ist bei vielen älteren Baumustern deutlich häufiger auf dem Markt anzutreffen.

In der Preisklasse bis 12.000 Euro gibt es eine große Auswahl an hochwertigen Kombis mit guter Ausstattung.

Einige Vorschläge finden Sie in der => Bildergalerie.

Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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