Coole Coupés der 1990er-Jahre

Kaufberatung: Sportcoupés der 1990er-Jahre

Die nächste Youngtimer-Generation

Fließende Formen, zwei Türen und eine große Heckklappe: Sportcoupés der 1990er-Jahre wurden einst in großen Zahlen verkauft, doch viele wurden im Alltag verheizt. Jetzt sind die Coupès wieder gefragt. Die Preise steigen bereits.

 
 
  • In den 1990er-Jahren brachten viele Marken sportliche Coupés auf den Markt.
  • Fahrleistungen und Fertigungsqualität sind noch heute passabel.
  • Da sie jedoch als Alltagsautos dienten, haben nur wenige überlebt.

 

Neue Namen verdeutlichen Aufbruchstimmung

Die 1990er-Jahre hatten es in sich, auch aus der Sicht von Autofans: Das Jahrzehnt brachte schwere Limousinen wie die Mercedes S-Klasse (W140) hervor, aber auch bunte Vögel wie den VW Polo Harlekin. Die Aufbruchstimmung dieser Dekade symbolisieren aber auch die neuen, preisgünstigen Sportcoupés. Zwei Türen, fließende Formen, große Heckklappe und oft breite Spoiler.

Und ganz neue, betörende Namen hatten sie: Die üppigsten Blüten dieser Auto-Ära hießen Coupé Fiat, Audi TT, Opel Calibra, Ford Probe, VW Corrado. Nahezu jeder Hersteller brachte ein kleines, sportliches Coupé heraus, das separat von den Volumenmodellen – quasi als eigene Marke – ganz neu platziert und beworben wurde. 

Nicht alle dieser ambitionierten Versuche hielten sich lange auf dem Markt, nur wenige wurden in einer zweiten Generation gebaut. Auch beim Kunden war der Mehrzahl dieser sportlichen Coupés kein langes Leben beschert: Sie kamen früh in junge Hände. Und die motzten die Zweitürer gerne auf und fuhren sie bis zum bitteren Ende.

Viele Fahrzeuge starben den Tuning-Tod

So kommt es, dass wir uns heute die Augen reiben angesichts der geringen Zahl von Fahrzeugen, die von den Einsteiger-Sportlern heute noch übrig geblieben sind: Bei mobile.de bringt es kaum eine Modellreihe auf mehr als ein paar hundert fahrfähige Exemplare.

Doch nicht alle Fahrzeuge wurden in den vergangenen Jahren verbastelt, getunt und in fünfter Hand runtergeritten. Es gibt sie noch, gepflegte Sportcoupés in einem guten Zustand für kleines Geld.

Diese Autos sind noch heute mit oft mehr als 100 PS gut motorisiert, nach zeitgemäßen Crash- und Sicherheitsmaßstäben konstruiert, und sie haben, je nach Pflegezustand, auch eine solide Basis.

Welche Modelle in Frage kommen, und was sie heute bei mobile.de kosten, sehen Sie in der => Bildergalerie.

Fahrwerk zeigt oft starke Verschleißspuren

Laut Experten war Mitte der 1990er-Jahre Rost an der Karosserie kaum ein Problem, die Motoren und Getriebe in der Regel haltbar und die Elektronik noch überschaubar.

Dennoch sollten Interessenten bei der Besichtigung eines gebrauchten Coupés genau hinschauen, vor allem aufs Fahrwerk. Gekürzte Federn, Tiefergelegte Karosserien und Breitreifen zerren an Lagern, Buchsen und Dämpfern.

Solche optimierten Fahrzeuge wurden in der Regel auch dementsprechend flott bewegt. Die Folge: erhöhter Verschleiß an den Fahrwerkskomponenten wie Achsen und Bremsen. Poltert es bei der Probefahrt aus dem Fahrwerk, besteht zumeist Instandsetzungsbedarf. Und für Sie als Käufer heißt das: Finger weg – oder nachverhandeln.

Rost in dieser Zeit kein Thema mehr

„Der Korrosionsschutz hat sich seit den 1970er-Jahren deutlich verbessert, in den 1990er-Jahren bis heute gab es da kaum noch Korrosionsprobleme“, sagt Technikexperte Hans-Ulrich Sander vom TÜV Rheinland. Neben einer soliden Blechbasis gebe es für die Großserien-Coupés noch ausreichend Ersatzteile. Die Reparaturanfälligkeit wandere eher Richtung Undichtigkeiten oder Fahrwerk wie ausgeschlagene Buchsen, Traggelenke oder Lager.

„Grundsätzlich sollten Interessenten auf eine lückenlose Historie, Originalität, guten Erhaltungszustand und, wenn möglich, auf Erstlack achten. Das rentiert sich bei einem späteren Wiederverkauf“, sagt Sander. Ältere Autos seien übrigens nicht schlechter: „Je älter die Fahrzeuge werden, desto pfleglicher gehen die Besitzer damit um, fahren sie häufig nur noch mit Saisonkennzeichen im Sommer“, sagt Sander.

Er empfiehlt nicht nur Laien die Fahrt in eine Prüfstelle. „Beim Gebrauchtwagencheck überprüfen die Kollegen die Technik, den Lack und erkennen eventuelle Unfallschäden.“ Im Zweifel ist es ratsam einen Experten bei der Besichtigung mitzunehmen oder einen Gebrauchtwagen-Check durchführen zu lassen.

Vorsicht vor hohem Wartungsstau

Auch beim Kauf. Denn die Tiefpreisphase ist auch bei diesen Modellen bereits durchschritten, der Markt an guten Autos wird immer dünner. „Die meisten Coupés der 1990er Jahren befinden sich preislich derzeit in einer Talsohle“, sagt Frank Wilke, Oldtimerspezialist und Geschäftsführer vom Marktbeobachter classic-analytics.

Bei manchen Fahrzeugen wie dem BMW Z3 ziehen die Preise schon wieder an. „Das liegt auch daran, wie der Hersteller das Auto bewirbt. Bei BMW erscheint der Z3 wieder in Werbungen für Youngtimer-Service“, sagt Wilke.

Dazu komme das schon fast einzigartige Design. „Wer ein Coupé mit einer guten Wertentwicklung sucht, der ist auch beim BMW Z3 richtig. Das früher belächelte eigenständige Design ist heute sehr gefragt – und will bezahlt werden“, sagt Wilke.

Sportliche Modelle sind stärker gefragt

Besonders die leistungsstarken Modelle seien gefragt. „Wer ein Sportcoupé sucht, der will auch ein sportliches Auto mit ausreichend Leistung und einer guten Ausstattung haben“, sagt Wilke. Dazu zählen der Opel Calibra Turbo und V6, sowie der VW Corrado 16V und G60.

„Coupés mit wenig Leistung sind derzeit weniger gefragt – ein bestimmtes Leistungsgewicht sollte nicht unterschritten werden“, sagt Wilke. Deshalb seien solche Fahrzeuge derzeit noch günstig. „Autofans vergleichen häufig Youngtimer mit aktuellen Fahrzeugen. Stimmen Design, Leistung und die Alltagstauglichkeit, kann auch ein Youngtimer für den Alltag interessant sein“, sagt Wilke.

Wer sich für ein günstiges Coupé interessiert, sollte jetzt bei mobile.de stöbern. Die Angebote reichen je nach Marke und Typ von 1.500 Euro bis mehr als 10.000 Euro. Fragt sich nur, wie lange noch.

Eine Auswahl der angesagtesten Sportcoupés der 1990er-Jahre sowie ihre Stärken und Schwächen finden Sie in der Bildergalerie.

Text: Fabian Hoberg
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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