Kaufberatung: BMW 3er-Reihe

40 Jahre 3er-BMW

Der Sportverein

Vor 40 Jahren kam der erste 3er auf den Markt. BMW schuf eine bis heute faszinierende Mischung aus Alltagstauglichkeit und Sportlichkeit. Und von mobile.de gibt es zum Geburtstag eine ganz besondere 3er-Hymne

8. Mai 2015

Ein „Pocket Racer“ ist in Amerika ein kleiner Sportwagen – auf wenige Autos passt dieser Ausdruck so gut wie auf den BMW 3er. Vor 40 Jahre kam das erste Modell dieses kleinen Renners auf den Markt.

Seitdem schraubt BMW unermüdlich am eisenharten Image, dass ihm der „Pocket Racer“ beschert hat. Auf mobile.de ist das Geburtstagskind übrigens Deutschlands meist gesuchtes Auto – Anlass für Deutschlands größten Fahrzeugmarkt, dem 3er ein ganz besonderes Geburtstagsständchen zu bringen (siehe Video).

Im Oktober 2011 wurde die aktuelle 6. Generation vorgestellt. 40 Jahre gehen nicht ganz spurlos vorüber. Doch obwohl der aktuelle 3er viel erwachsener wirkt als sein Ur-Ahn, folgt die Baureihe bis heute der alten Erfolgs-Formel: Verbinde eine vergleichsweise kleine, leichte Karosserie mit einem möglichst starken Motor. Das Rezept für legalen Sprengstoff.

 

 
 

 

Anfangs gab es nur eine Ausführung

Trotzdem ist seit 1975 natürlich einiges passiert mit dem 3er. Steht man vor dem Gründer der Dynastie, der 1975 präsentierten Modellreihe mit dem internen Code E21, hat man einen echten Oldtimer vor sich. Filigran sieht er heute aus.

Mit seinem Vorgänger, der 02-Baureihe, verbindet ihn eine ganze Menge. Zum Beispiel, dass es ihn nur zweitürig gab. Oder dass das Platzangebot vor allem in der hinteren Sitzreihe eher dürftig ist.

Aber das zum Fahrer hin orientierte Cockpit des 3ers erwies sich als stilbildend für Jahrzehnte. Ebenso das größte Unterscheidungsmerkmal zum Vorgänger: BMW presste erstmals einen veritablen Sechszylinder in die kompakte Karosserie.

Der 323i: schnell, aber teuer

Der Reihen-Sechser leistete im 323i bis zu 143 PS und es gab wenige, die ihm auf der Autobahn die linke Spur streitig machen konnten. 190 km/h war er schnell, mit 17.400 DM allerdings nicht eben billig.

Manche Dinge sind beim 3er eben gleich geblieben. Allerdings hatte BMW es bei der ersten Generation mit der Sparsamkeit offenbar übertrieben.

Insbesondere das Heck wirkte den Kunden nämlich zu billig, nach Protesten besserten die Bayern nach und montierten vier Monate nach Serienanlauf eine schwarze Kunststoffblende zwischen die Heckleuchten.

Youngtimer für ein paar Hundert Euro

Die drei ersten Baujahre des Nachfolgers E30 von 1982 können heute schon das H-Kennzeichen für historische Fahrzeuge tragen und genießen damit freie Zufahrt in alle Umweltzonen und den ermäßigten Steuersatz von pauschal 191,73 Euro jährlich.

Das dürfte die meisten überraschen, denn diese 3er gehören noch zum alltäglichen Straßenbild und sind im mäßigen Zustand für ein paar Hundert Euro zu haben.

Wer sich für diese Baureihe interessiert, sollte daher wissen: Die E30er mussten während ihrer Produktionszeit sehr viele Veränderungen erfahren. Alltagstauglich sind wie der E21 nach heutigen Maßstäben längst nicht alle.

Zweiter 3er wurde stark modifiziert

ABS beispielsweise gab es nicht von Anfang an, ebenso wie einen Katalysator, einen Airbag oder sogar eine Servolenkung. Ein frühes Modell mit schmaler Ausstattung hat mit einem Modell bei Produktionsende weniger gemein, als man denken könnte.

Dafür ist die Auswahl wesentlich größer als bislang. Erstmals gab es nicht nur eine zweitürige Limousine mit Heckantrieb, sondern auch Allrad, einen Dieselmotor, einen Viertürer, ein Cabrio und den ersten Kombi der Marke.

Doch das Highlight der Baureihe ist sicher der erste M3, mit dem BMW im Motorsport überaus erfolgreich war. Die Straßenausführung war (und ist bis heute) der Traum einer ganzen Generation.

Populär und teuer: M-Modelle

Die M-Modelle (M für Motorsport) sind dabei seitdem immer ein besonderer Fall. Sie sind längst zu begehrten Sammlerstücken geworden, aber genau da gehören sie auch hin. Die aufwendigen Motoren sind zwar recht zuverlässig, dazu Ikonen des Motorenbaus.

Eines sind sie allerdings nicht: günstig im Unterhalt. Die komplizierte Hochleistungstechnik hat bei Wartung und Reparaturen ihren Preis. Der Nachfolger des E30 war 1990 der E36: Bei ihm verzichtete BMW erstmals auf die Designmerkmale der typischen Doppelscheinwerfer und die aufrechte oder beim ersten Modell sogar negativ gepfeilt im Wind stehende Niere.

Natürlich gab es auch von ihm eine sehr potente M-Variante, die bei mobile.de preislich bei ungefähr 6.000 Euro startet. Man sollte sich das sehr genau überlegen, denn solche Autos können zu einem finanziellen Fiasko werden.

Das Cabrio wird im Wert steigen

Ansonsten ist die Baureihe E36 immer eine Überlegung wert. Sie ist vergleichsweise kompakt, und technisch noch nicht so abgehoben, dass eine normale Werkstatt mit ihr überfordert ist. Dementsprechend gemischt ist die Käuferschicht.

Da gibt es billig aufgemotzte Exemplare und bestens gepflegte Cabrios. Nur eines wird man vergeblich suchen: Gab es den Vorgänger und die Nachfolger mit Allradantrieb, fehlte diese Option im E36.

Wer sich jetzt im Preiskeller ein gepflegtes Cabrio zulegt, macht wenig falsch. Erstmals formte BMW aus dem 3er-Zweitürer ein eigenständiges Coupé, zudem gab es neu das Einstiegsmodell 3er-Compact mit Heckklappe.

Der letzte im klassischen Design

Den Compact gab es auch beim Nachfolger E46 (ab 1998). Allerdings nur bis 2004, dann stellte ihn BMW zugunsten des 1ers ein. Der E46 ist eine ganz ausgewogene Mischung und zeigt mit seinen angedeuteten Doppelscheinwerfern sowie der eher steil stehenden Niere noch viele Details des klassischen BMW-Designs, was bei seinen Nachfolgern stark abnimmt. Das ist auch technisch der Fall: Ihn gibt es in vielen Varianten noch mit dem klassischen, typischen Sechszylinder, was BMW seitdem stark zurückfährt.

Der BMW 3er war am Markt ein großer Erfolg, entsprechend riesig ist die Auswahl. Auch der Diesel setzte sich bei ihm immer stärker durch. BMW setzte auf Direkteinspritzer, die damals das Modernste auf dem Markt waren.

Heute sind sie immer noch ein guter Kauf, denn in puncto Leistung oder Laufkultur mussten sie sich nicht verstecken. Der M3 wiederum trug unter der Haube ein Monument: bis zu 343 PS aus einem hochdrehenden Sechszylinder, das gab es weder vorher noch nachher.

2005: Der 3er wird modern

2005 erschien die Baureihe E90. Der M3 hatte jetzt einen V8 unter der Haube, aber auch sonst war technisch vieles neu. Der E90 war der erste BMW, der auf das über Jahrzehnte typische, zum Fahrer hin orientierte Armaturenbrett verzichtete.

Doch damit nicht genug der Änderungen im Innenraum, denn dies ist die erste Baureihe des 3ers, der ein iDrive-System zur Bedienung von Navi, Bordcomputer und Komforteinstellungen bekam.

Das Coupé unterscheidet sich optisch stärker von der Limousine als beim Vorgänger, unter anderem sind die Seitenscheiben viel kleiner.

Das Cabrio bekommt ein Blechdach

Den stärksten konzeptionellen Sprung machte jedoch das Cabrio: Ab sofort hatte es nicht mehr eine Stoffhaube, sondern trug ein Klappdach aus Metall. Die Allradmodelle mit verschiedenen Motoren haben jetzt die Bezeichnung X-Drive. Dafür konnte man dem Modellschriftzug am Heck nicht mehr vertrauen, der früher Aufschluss über den Hubraum gab: BMW reduzierte die angebotenen Motoren stark. Beispielsweise tragen 316, 318 und 320 alle einen Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum unter der Haube.

Seit 2012 ist es mit einer anderen Tradition vorbei: Die aktuelle 3er-Baureihe trägt nicht mehr ein internes Kürzel das mit E beginnt, sondern wird F30 genannt. Entscheidender ist sicherlich, dass es beim 3er weder Coupé noch Cabrio gibt. Diese werden jetzt als 4er-Baureihe geführt.

Gleichzeitig sind nun alle Motoren Turbomotoren, die meisten sind Vierzylinder. Der 3er ist mittlerweile 4,62 Meter lang, das ist im Vergleich zum Urmodell mit 4,35 Meter immer noch vergleichsweise kompakt.

Der 3er ist bis heute alternativlos

Die aktuelle Baureihe der BMW 3er-Reihe ist das, was sie immer war: Eine sehr hochwertige, fahraktive, aber nie billige Alternative in der Mittelklasse. Alternative? Sie ist der Maßstab in ihrem Segment der Sportlimousine.

Mehr Info über den glorreichen 3er und die jeweiligen Gebrauchtwagen-Preise heute in der Bildergalerie.
 

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Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund