Kaufberatung: Kombis für 20.000 Euro

Elegante Kofferträger

Platz da!

Um Passagiere und Gepäck stilvoll von A nach B transportieren, was bietet sich da für ein Fahrzeug an? SUV liegen im Trend, Vans sind geräumiger – und doch spricht eine ganze Menge für den klassischen Kombi. mobile.de stellt die besten Kombis für 20.000 Euro vor

11. Februar 2015

Kompromisse sind unpraktisch – natürlich auch bei der Wahl des Autos. Viel Platz an Bord möchte jeder haben, ohne dafür Komfort oder Kosten zu beeinflussen. Auch wenn er oder sie diese hohe Ladekapazität nur 3x pro Jahr wirklich braucht. Nur so ist es zu erklären, dass sich die Kombis von einer Nische in den letzten 30 Jahren fast 20% des Pkw-Bestands erobert haben. Sie haben in dieser Zeit eine Karriere von der klapprigen Monteurs-Kutsche zum eleganten Reisetransporter beschritten.

Und auch die jüngere Konkurrenz aus SUV und Kastenwagen konnte ihnen bisher nicht den Rang ablaufen. Sicher gibt es Menschen, die können mit Kombis gar nichts anfangen. Aber die entstammen zumeist anderen Kulturkreisen.

Amerikaner etwa, Südeuropäer und -amerikaner, auch die Boommärkte in Asien können dem „Kombinationskraftwagen“ wenig abgewinnen. In den USA gelten Kombis gar als altväterlich und wurden fast vollständig von den SUV verdrängt.

 

 
 

 

90% aller Volvo sind Kombis

Doch in Europa waren und sind Kombis beliebt. In manchen Modellreihen wie bei einigen Volvos griffen bis zu 90% der Kunden zum Modell mit der praktischen Klappe. Der VW Passat ist (Kombianteil rund 70%) ein sehr beliebter Dienstwagen, der nach ein paar Jahren auf den Gebrauchtwagenmarkt kommt und so für steten Nachschub sorgt. Im Vergleich zu einem identisch motorisierten SUV ist nicht nur der Benzinverbrauch geringer, sondern auch der Kaufpreis.

Kombis haben einen geringeren Platzbedarf als ein Van. Im Vergleich zu einem Van oder SUV ist das Fahrverhalten wesentlich agiler. Seit Mercedes 1977 in der Baureihe W 123 den „T-Modell“ genannten Kombi vorstellte, gilt er auch als chic.

Übrigens: Zu dem Erfolg hat sicher auch beigetragen, dass die meisten Kombis gar nicht mehr Kombi heißen. Allein Mazda verwendet beim 6 die Bezeichnung Kombi, bei früheren Modellen allerdings mit dem Wort „Sport“ davor. Ansonsten dominieren klangvolle Bezeichnungen wie „Sportswagon“ (Alfa Romeo), „Avant“ (Audi) oder „Touring“ (BMW).

Kombi zumeist am stärksten motorisiert

Eine Sonderstellung nahm der Kombi ab 1994 bei Audi ein. Mit dem Audi 80 RS2 präsentierte die Firma die mit 315 PS leistungsstärkste Variante der Baureihe, die nur als Kombi zu haben war. Diese Politik ist zwar mittlerweile aufgeweicht, aber nahezu alle Firmen liefern für die Kombis auch die leistungsstärksten Motoren der jeweiligen Baureihe.

Ein Wort noch zum Preis. Als Neuwagen sind Kombis teurer als vergleichbare Limousinen. Das liegt an der aufwendigeren Heckkonstruktion und oftmals zusätzlichen Ausstattungen wie einer Niveauregulierung an der Hinterachse, um die Zuladung zu erhöhen.

Diese Aufpreise starten ab rund 800 Euro beispielsweise für den Ford Focus. Fast vorbei die Zeiten, als Ford eine Zeit lang die Kombis zum Preis der Limousine anbot, um deren Absatz anzukurbeln, das gibt es jetzt nur noch beim Mazda6.

Teurer, aber auch wertbeständiger

Als Gebrauchte ändert sich das jedoch. Von mobile.de befragte Experten der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) konnten jedoch keinen allgemeinen Trend herausfinden. Stichprobenartig verglichen wir auf der Webseite www.dat.de den Preis der Normal- und der Kombiausführung. Beim Audi A3 liegt der Händlereinkaufswert für ein Modell des Jahrganges 2010 und einer Laufleistung von 50.000 Kilometern bei 9.749 Euro, während der „Sportback“ genannte Kombi bei 10.292 Euro liegt.

Das ist normal. Je älter ein Auto wird, desto mehr erhöht sich aber der Wert eines Kombis gegenüber der Limousine. Exemplarisch hierfür sei der Volvo 940 (1990–1998) genannt, der als Limousine nahezu wertlos, als Kombi aber für ein paar Tausend Euro gehandelt wird.

Ein als Youngtimer sehr gesuchter Wagen ist auch die Mercedes Mittelklasse der Baureihe W123 (11/1975 – 01/1986). Während die Limousine als 280E 8.500 Euro wert ist, sind die weiteren Karosserieformen wie Coupé (12.700 Euro) und der Kombi (11.900 Euro) laut Classic Data um 40 bis 50% teurer.

Für 20.000 Euro ist Luxus greifbar

Eine Faustregel für jüngere Exemplare: Für 20.000 Euro erhält man in der Kleinwagenklasse nagelneue Kombis, in der Kompaktklasse sind sie um drei Jahre alt, und die edlen Vertreter der kombinationsstarken Oberklasse (BMW 5er, Mercedes E-Klasse) sind zu diesem Kurs etwa fünf Jahre alt. Gerade bei Letzteren gibt es jedoch starke Ausreißer, da die Fahrzeuge neu schon sehr unterschiedlich teuer waren.

Der BMW 5er Touring startet beispielsweise neu bei 42.900 Euro, es ist aber mit stärkerer Motorisierung und beherztem Ankreuzen der Extra-Liste kein Problem, diesen Preis mehr als zu verdoppeln.

Dienstwagen sind oft scheckheftgepflegt

Bei gebrauchten Kombis gibt es wenig zu beachten, was nicht auch für ihre Limousinen-Variante gelten würde (Informationen zu zehn beliebten Kombis in der Bildergalerie). Da Kombis gerne als Dienstwagen genutzt werden, haben sie tendenziell höhere Kilometerstände als Limousinen. Gleichzeitig sind ehemalige Dienstwagen jedoch oftmals lückenlos werkstattgepflegt.

Ein prüfender Blick in den Innenraum spricht Bände, wie der Wagen genutzt wurde. Verschrammte Kunststoffteile oder beschädigte Dachhimmel lassen auf eine harte Beanspruchung schließen.

Die besten gebrauchten Kombis bis 100.000 km Laufleistung für 20.000 Euro in der Bildergalerie.

Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund