Kaufberatung: Busse und große Vans

Für Großfamilien + Lieferanten

Schwer-Transport

Wer drei und mehr Kinder hat, einen Lieferbetrieb oder gleich beides, dem hilft ein normal großer Van nichts mehr. Zum Glück gibt es Kleinbusse. Die sind nicht nur geräumig, sondern zumeist auch sehr solide, so dass auch nach vielen Kilometern Laufleistung der Kauf noch lohnt. Welche Busse und große Vans kommen in Frage?

24. Februar 2015

So ein VW Bus, das ist schon ein Trumm. Über zwei Tonnen wiegt er, ist in der Kurzversion bereits fast fünf Meter lang und nahezu zwei Meter hoch. Wer einen anschaffen möchte, sollte sich zuvor mit dem Zollstock bewaffnet auf den Weg zur Garage machen. Passt der da überhaupt rein?

Notfalls muss der Carport erhöht werden – zugegeben, die Mühe lohnt sich: Der maßgebliche Kleinbus bietet acht bequeme Sitzplätze und ein Platzangebot, das seinesgleichen sucht. Der Kofferraum ist schon mit eingebauten Sitzbänken 664 Liter groß, nach dem Entfernen der hinteren Reihe sind es dann unglaubliche 4.525 Liter.

Doch ein Schnäppchen ist der VW Bus nicht. Schon neu ist der Marktführer teuer, und als Gebrauchtwagen wie erwartet sehr beliebt. Außerdem ist er nicht immer zuverlässig. Da stellen sich gleich zwei Fragen: Kann man den VW auch günstiger bekommen und gibt es Alternativen?
 

 
 

 

Abschreckend hohe Laufleistungen

Die naheliegende Möglichkeit, den Preis zu senken, sind wie so oft hohe Kilometerstände. Und tatsächlich finden sich bei mobile.de aktuell noch mehr als 4.000 solcher VW T5 mit Laufleistungen jenseits der 100.000 Kilometer.

Ein dermaßen abgenutztes Auto kaufen, das klingt für viele Käufer sicher abschreckend. Aber ist es das auch? Was taugen der T5 und seine vielen Brüder von Ford, Opel, Fiat & Co. nach Jahren intensiver, erbarmungsloser Nutzung?

Werfen wir einen Blick auf die typischen Mängel dieser Großraumautos mit Kilometerständen ab 100.000 Kilometer. Ergebnisse bezogen auf den jeweiligen Fahrzeugtyp finden Sie in der Bildergalerie.

Nur der Mercedes Viano ist ähnlich groß

Die gute Nachricht für alle, die den Mehrpreis für das VW-Emblem auf der Front nicht zu zahlen bereit (oder imstande) sind: Es gibt gute Alternativen zum T5. Sogar manche Großraumlimousine kann noch einigermaßen mithalten.

Braucht man aber wirklich das riesige Platzangebot, das der Transporter aus Wolfsburg bietet, bleibt die Wahl allerdings stark eingeschränkt: den Mercedes Vito beziehungsweise Viano. Der Vito ist dabei die Transporter-Variante, die eher für den gewerblichen Einsatz gedacht ist, der Viano kommt als nobler ausgestatteter Van daher.

In der Kaufberatung stellen wir Ihnen weitere Alternativen vor. Viele große Vans wie der Renault Espace hinken zwar VW und Mercedes im Platzangebot hinterher, sind aber immer noch sehr groß. So hat der Espace im Normalfall zwar nur 291 Liter Kofferraum, dieser lässt sich aber auf bis zu 2.860 Liter erweitern. Das ist fast doppelt so viel wie im BMW 5er Kombi mit umgeklappter Rücksitzlehne.

Platz wie ein Transporter, fahren wie im Pkw

Vans oder auch Mercedes und VW Bus haben einen weiteren Vorteil: Im Alltagsleben fallen sie maximal durch ihre Größe unangenehm auf. Rangieren in der Stadt zur Parkplatzsuche ist nicht eben einfach. Das allerdings ist auch schon alles: Die meisten heute angebotenen Großraumwagen besitzen ansonsten durchaus Pkw-ähnliche Fahreigenschaften. Fahrkomfort, Geräuschisolierung und Ausstattung sind ebenfalls fast auf Pkw-Niveau.

Das allerdings setzt voraus, dass man sich wirklich für eine „zivile“ Variante entscheidet. Die Nutzfahrzeug-Versionen des VW Bus oder der Mercedes Vito sind eher schmal ausgestattet und zeigen vor allem im Innenraum genau das, wofür sie gedacht sind: Nutzfahrzeugcharakter.

Auch viele Vans werden im Mischbetrieb genutzt. An Werktagen dienen sie gewerblichen Zwecken, am Wochenende geht es mit Familie, Hund und Mountainbikes raus aufs Land. Bei diesen Exemplaren müssen Second-Hand-Käufer aufpassen: Gewerblich genutzte Exemplare sind naturgemäß viel stärker beansprucht als Privatwagen.

Sicherheit-Ausstattung oft nur dürftig

Zudem: Je nach Baujahr ist die Sicherheitsausstattung der reinen Transporter oftmals lückenhaft. Das hat laut Arnulf Thiemel aus dem ADAC Technik-Zentrum damit zu tun, dass es sich um eine „extrem preissensible Fahrzeugklasse“ handele.

Erst langsam setzt sich nach Auffassung des ADAC-Experten bei dieser Käuferschicht die Erkenntnis durch, dass jeder Unfall zu langen Ausfallzeiten führe, die teurer als die Sicherheitsausstattung seien – von den Gesundheitsschäden ganz abgesehen.

Dürftig ist beispielsweise die Sicherheitsausstattung des Opel Vivaro. Bei ihm gibt es nur einen Fahrerairbag sowie das ABS. Alles andere, Kopf- oder Seitenairbags sowie den Schleuderschutz ESP, ist aufpreispflichtig.

Achten Sie auf den Zustand der Räder

Bei ungepflegten Exemplaren, die im harten Gewerbebetrieb unterwegs waren, steigt das Pannenrisiko allgemein stark an. Arnulf Thiemel vom ADAC: „Ist nur die Ladefläche zerkratzt und verbeult, sind das normale Gebrauchsspuren. Gibt es an dem Transporter jedoch rundum Beulen und Dellen an der Karosserie, dann wird das Fahrzeug insgesamt nicht gut gepflegt sein.“

Der Experte gibt einen weiteren Tipp für Käufer: Auch die Räder seien ein guter Hinweisgeber für gute bzw. insbesondere schlechte Behandlung. Beulen vom harten Bordsteinkontakt oder Schrammen an den Felgen sind laut Thiemel vom ADAC ein deutlicher Anhaltspunkt für einen insgesamt schlechten Pflegezustand des Transporters; und sie können zu gefährlichen Unfällen führen.

Die besten gebrauchten Busse und Vans ab 100.000 km Laufleistung in der Bildergalerie.

Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund