Kaufberatung: Die billigsten Maseratis

Günstige Maseratis aus 2. Hand

Es muss nicht immer Ferrari sein

Ferrari ist nicht jedermanns Sache: Zu bekannt, zu aufdringlich, zu potent – Argumente gibt es einige. Das Beste heißt Maserati. Die italienische Manufaktur stand immer im Schatten von Ferrari, doch ihre Autos sind nicht weniger schön

31. August 2015

Sie verachten Ferrari-Fahrer? Sie lieben aber auch italienisches Design und Achtzylinder-Power, ebenso das noble Understatement einer legendären High-End-Marke?

Dann würden wir Ihnen Maserati empfehlen. Das Image dieser Marke ist fast ebenso glamourös wie das von Ferrari, aber deutlich weniger belastet von unappetitlichen Halbwelt-Figuren und niveaulosen Angebern.

Und das Beste: Die Einstiegspreise bei mobile.de liegen noch weit unter denen von Ferrari – gebrauchte Maserati gibt es bereits ab 10.000 Euro!

 
 

Erst 1946 das erste Straßenfahrzeug

Als am 1. Dezember 1914 die fünf Brüder Alfieri, Bindo, Carlo, Ernesto und Ettore Maserati in Bologna die Firma mit vollem Namen Società Anonima Officine Alfieri Maserati (S. A. Officine Alfieri Maserati) gründeten, war das Ziel der neuen Hersteller nichts weniger als die heftigste Konkurrenz zu Ferrari.

Das Unternehmen baute zunächst ausschließlich Rennautos und kam erst 1946 mit dem ersten Straßenfahrzeug auf den Markt.

Neben berühmten Rennwagen wie dem „Birdcage“ sind es vor allem Sportwagen der 70er wie der Ghibli oder der Merak, die im Gedächnis geblieben sind. Maserati verstand sich stets als edlere und dezentere Alternative zu Ferrari (und auch Lamborghini).

Rot passt nicht wirklich zum Maserati

Rot, die Hausfarbe Ferraris, hätte nicht wirklich zu den großen Coupés gepasst. Auch heute ist das italienische Rosso Corsa („Renn-Rot“) auf dem Blech eines Maseratis eher selten anzutreffen.

Das hängt auch mit einem besonderen Umstand zusammen. Zwar startete Maserati als Rennwagenschmiede und konnte bis Ende der 50er-Jahre Rennerfolge feiern. Dies aber wesentlich seltener als Ferrari, die auch in den folgenden Jahrzehnten international in fast allen bedeutenden Rennklassen Erfolge erzielen konnten.

Im Gegensatz zu Ferrari aber „fehlt Maserati durch die selteneren Rennerfolge der spezielle Nimbus – das drückt die Preise“, sagt Frank Wilke, Geschäftsführer des Marktbeobachters Classic Analytics.

Günstig sind vor allem die Viertürer

Die Marke mit dem legendären Dreizack im Kühlergrill baut faszinierende Autos (siehe Bildergalerie mit den Maserati-Schnäppchen) – aber in zwei wichtigen Punkten unterscheidet sie sich von Ferrari oder Lamborghini. Erstens hatte die Konkurrenz keine Viertürer im Angebot (mit Ausnahme von Lamborghinis Allradmonster LM 002), Maserati dagegen baut die Limousine Quattroporte (was nichts anderes als „Viertürer“ bedeutet) mittlerweile in sechster Generation.

Allerdings sitzt der Quattroporte ein wenig zwischen allen Stühlen: Motor und Fahrwerk eines Sportwagens passen nicht zu einer Luxuslimousine. Vergleichbare Modelle anderer Hersteller gibt es tatsächlich nicht. Ein Beweis für die Unmöglichkeit, so etwas zu versuchen?

„Einzig in den USA fanden sich in diesem ultrakleinen Markt genügend Käufer, gleichzeitig war der Preis wesentlich höher als der einer Mercedes S-Klasse, die Qualität lag aber weit darunter“, so Wilke. Das mindert bis heute den Verkaufserfolg.

Einstiegsmodell mit italienischem Flair

Und zweitens brachte Maserati 1981 mit der Biturbo-Baureihe ein Auto, das sowohl in der Leistung (ab 180 PS) als auch in Größe und Preisen ab 40.000 Mark (das wären heute rund 22.000 Euro) nicht wie sonst in die Oberliga zielte, sondern eher auf den 3er von BMW. Ein edler Kompakter war das, der heute problemlos zu Preisen ab 5.000 Euro zu finden ist.

Die Biturbo-Familie ist dabei sehr umfangreich: Bis zu ihrem Produktionsende 1994 gab es allein 14 Coupé-Varianten, zehn leicht verlängerte Viertürer und fünf Cabrios (bei Maserati „Spyder“ genannt) mit verkürztem Chassis.

Doch da hört die erweiterte Biturbo-Familie noch lange nicht auf: Zur weiteren technischen Verwandtschaft gehören auch der Maserati Shamal mit V8, der Quattroporte IV und der (neue) Maserati Ghibli von 1992.

Die Mängelliste ist lang – und teuer

Frank Wilke von Classic Analytics: „Es gibt wenige Autos, die so ein schlechtes Image haben wie der Biturbo. Wann immer von einem Exoten die Rede ist, der einem Löcher ins Portemonnaie reißt, fällt der Name Maserati Biturbo“. Worauf lässt man sich bei einem Biturbo ein? Ein Auszug aus seiner möglichen Mängelliste macht das deutlich:

  • Rost an Schwellern, Vorderkotflügel und sogar an der C-Säule
  • Ölversorgung Nockenwellen bei frühen Modellen schadhaft
  • Verschlissene oder bei Italienimporten durch Sonneneinstrahlung ausgeblichene Innenausstattung
  • Turbolader bis 1985 oft defekt, überholte Lader (neu nicht mehr zu bekommen) ab 700 Euro
  • Ölverlust Motor und Getriebe
  • Unterbliebener Zahnriemenwechsel (muss alle 40.000 Kilometer neu)
  • Elektrik und Elektronik von minderer Qualität


Doch neben Quattroporte und Biturbo gibt es noch eine Reihe weiterer Occasionen bei Maserati – jedenfalls im Vergleich zu Ferrari oder Lamborghini. Bringt es ein Spitzenexemplar des Ferrari 308 auf über 100.000 Euro, so gibt es den zeitgenössischen Konkurrenten von Maserati, den Merak 3000, schon für 60.000 Euro weniger. Der Einstiegs-Mittelmotorsportler verfügt dabei über ein kurioses Detail, was man ihm auf den ersten Blick nicht ansieht: Da er nur über einen kurz bauenden V6-Motor verfügt, bleibt hinter den Vordersitzen noch Platz für zwei Notsitze – der Merak ist ein 2+2-Sitzer, wobei der Platz im Fond höchstens für sehr kleine Kinder reicht.

Den haben schon viele übersehen

Aus der unruhigen Geschichte Maseratis mit vielen Besitzerwechseln stammt ein weiteres, oft übersehenes Kleinod: der Kyalami von 1976. Er ist ein frühes Beispiel von „Badge Engineering“, bei dem auf ein vorhandenes Fahrzeug ein neuer Markenname geklebt wird.

Maserati gehörte damals dem umtriebigen Alejandro de Tomaso, der auch die Sportwagenschmiede DeTomaso betrieb. Der neue Besitzer erkannte schnell, dass dringend ein neues Modell her musste.

Und so modelte er den DeTomaso Longchamp, ein viersitziges Coupé, schnell zum Kyalami um.

Ein Klassiker für 47.000 Euro

Was ihn so besonders macht: Anders als der Longchamp trägt der Kyalami keinen profanen Ford V8 unter der Haube, sondern den hochgelobten Achtzylinder aus eigener Entwicklung. Ein reinrassiger Maserati also.

Ein Erfolg war der Kyalami trotzdem nicht: Je nach Quelle sollen bis 1983 nur 150 bis 200 Exemplare hergestellt worden sein. Aber heute stellt er eine der günstigsten Möglichkeiten, einen klassischen Maserati zu besitzen – ab 47.000 Euro ist man dabei.

Maseratis blieben bislang weitgehend von den sprunghaften Wertsteigerungen der Ferraris verschont. Für den Besitzer hat das positive und negative Folgen. Einerseits besteht die Chance auf ein individuelles Auto mit sehr viel Charakter zum günstigen Kurs. Andererseits wird bei Maserati Traditionspflege nicht gerade groß geschrieben.

Der wirtschaftliche Totalschaden lauert

Die Suche nach Ersatzteilen ist oft mühsam. Und das nicht nur für klassische Autos, sondern auch für den Youngtimer Maserati Quattroporte IV (1994 bis 2001). Bei ihm sind bestimmte Teile des Fahrwerks nicht mehr zu bekommen, ebenso die Frontscheibe, was die Preise explodieren lässt.

Bedenkt man bei diesen Modell den Einstiegspreis für ein komplettes Auto von teils unter 10.000 Euro, wird jede größere Reparatur schnell ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Das gilt umso mehr für die Biturbos. Ihre anfangs unterirdische Produktionsqualität ließ den Absatz schon im dritten Verkaufsjahr stocken. Im Vergleich zum 3er BMW sind die Wartungskosten astronomisch hoch, mit einem großartigen Wertzuwachs wird laut Classic Analytics nicht gerechnet. Will man sich das antun?

Coupé mit Ferrari-Motor für unter 20.000 Euro

Die Lösung könnte in der Mitte liegen. 1992 brachte Maserati den 3200 GT an den Start. Sein Biturbo-V8 liefert rund 370 PS, man gehört also auch heute noch zu den Schnellen im Lande. Das einstmals ab 143.000 Mark teure Coupé findet sich bei mobile.de bereits ab rund 15.000 Euro. Die Teileversorgung gilt als gut im Vergleich zu anderen Maseratis, jedoch ist der 3,2-Liter-Motor anfällig.

Nicht wesentlich teurer – die Preise beginnen unter 20.000 Euro – ist dessen Nachfolger, das Maserati 4200 Coupé. Dabei handelt es sich nicht um ein komplett neues Auto, auch wenn der Radstand gestreckt und das Heck verändert wurden. Unter der Haube steckt nun ein V8 mit 390 PS von der Mutter Ferrari (seit 1997 Herrin im Hause Maserati).

Ob 3200 oder 4200 – beide gibt es auch als Cabrio. Das macht sie sicher doppelt attraktiv. „Gerade der 3200 oder 4200 sind von der Qualität her nicht mit den Autos der 60er- und 70er-Jahre kaum zu vergleichen. Da hat sich viel getan, auch wenn sie nach wie vor nicht auf dem Niveau von Porsche oder Mercedes sind“, so Wilke.

Was spricht für jüngere Maserati-Modelle?

Wahre Fans der Marke mit dem Dreizack bedauern noch heute die schrittweise Übernahme Maseratis durch den Erzrivalen Ferrari ab dem Jahr 1993. Was aber auch sie nicht werden bestreiten können: Die Autos sind dadurch ganz bestimmt nicht schlechter oder weniger faszinierend geworden.

Günstige gebrauchte Maseratis zeigt die Bildergalerie.

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Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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