Youngtimer für harten Dauereinsatz

Kaufberatung: Zuverlässige Alltags-Klassiker

Die tägliche Dosis Youngtimer

Youngtimer und Alltag muss kein Widerspruch sein: Es gibt Klassiker, die (fast) so zuverlässig sind wie Neuwagen. mobile.de präsentiert die robustesten Modelle und zeigt, was beim Kauf zu beachten ist.

21. August 2014

Mit einem automobilen Klassiker heben Sie sich vom Alltagsgrau ab – hinzu kommt das erhebende Gefühl, am Steuer eines solchen Youngtimers zu sitzen. Selbst die profane Fahrt zum Supermarkt im Youngtimer versüßt den halben Tag.Eigentlich doch schade, wenn nur in der Freizeit und für kurze Zeit diese Ausfahrten möglich sind, oder?

Es gibt Menschen, die Youngtimer täglich nutzen. Sind das nun Freaks mit Schmieröl hinterm Ohr oder einfach ahnungslose Spinner, die regelmäßig hinter der nächsten Kurve liegenbleiben und auf den ADAC warten? Antwort: Weder noch – denn es gibt Youngtimer, die (fast) so zuverlässig sind wie neue Autos.

Mit diesen Verlass-Pferden unter den Klassikern erreichen Sie garantiert jedes Ziel! mobile.de erklärt, worauf Sie beim Kauf achten sollten.
 

 
 

 

Denn schon bei der Auswahl des Modells können auf die Zuverlässigkeit achten. So punktet etwa ein VW Käfer auch heute noch, wohingegen ein Citroen CX mit seiner komplizierten Technik nicht nur damals, sondern auch heute leider ein sehr spezieller Fall ist, der schnell teuer werden kann.

Für den CX gilt jedoch das Gleiche wie beispielsweise für den Jaguar E-Type. Beide wurden zu Verkaufszeiten als eher unzuverlässig geschmäht. Doch heute haben sich entweder die guten Überlebenden durchgesetzt (Citroen), oder aber die Spezialisten haben die schlimmsten Problemzonen mit ausgefuchsten Ideen so lange kuriert, dass restaurierte Fahrzeuge besser als neu sind (Jaguar).

Dennoch ist etwa ein E-Type für den Alltag kaum zu empfehlen, weil er dafür inzwischen einfach zu wertvoll ist.

Extreme Preisunterschiede innerhalb jedes Typs

Besser ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei vielen Produkten der Marke Mercedes oder Volvo: Viele Typen dieser Hersteller, die ja bis heute ein mehr oder weniger verdienten Ruf hoher Zuverlässigkeit genießen, sind von herausragender Langzeit-Qualität. Und aufgrund hoher Fertigungszahlen tatsächlich auch noch für kleines Geld bezahlbar.

Die Basis stimmte einfach bei den W123er-Typen von Mercedes, die 1975 bis 1986 in Millionenstückzahl produziert wurden. Der Volvo 240 ist sogar fast 20 Jahre (1974 bis 1993) in Fabrikation gewesen. Mehr als genug Zeit, um ein überaus reifes und hochwertiges Fahrzeug zu entwickeln.

Das heißt natürlich nicht, dass alle Exemplare dieser Baureihe frei von Mängeln und Macken sind.

Ein ehemaliges Taxi kann ein Geheimtipp sein

Nach jeweils mehr als 30 Jahren kann auch das beste Auto niedergeritten sein. Das mobile.de Magazin befragte Fachleute beispielsweise des ADAC, ob man solche Wagen dann problemlos kaufen könne.

Einhellige Meinung: Nicht in jedem Fall. Entscheidend sei die Art und Weise, wie der Wagen über die Jahre behandelt wurde. Beispiel ehemalige Taxi-Fahrzeuge: Ein solcher Wagen kann ein Geheimtipp sein. Denn Taxen haben zwar zumeist hohe Kilometerleistungen, sind aber in ihren jungen Tagen in der Regel gut gewartet worden – ein wichtiger Garant für eine gesunde Substanz – , und haben tendenziell geringen Motorenverschleiß.

Warum das? Weil verhältnismäßig wenige Kaltstarts erfolgten. Im Dreischicht-Betrieb bleiben die Motoren immer betriebswarm, also entfällt die besonders verschleißfördernde Kaltlaufphase, und die Motoren halten länger.

Service-Historie wichtigster Garant für Haltbarkeit

Entscheidend ist immer die Pflege, die der (oder die) Vorbesitzer dem Wagen angedeihen ließen. Kommt eine nachweisbare Servicehistorie in Form von Scheckheft, Rechnungen und HU-Bescheinigungen hinzu, dann ist ein großer Teil geschafft.

Jedoch nicht der größte: Heutige Autos sind nach übereinstimmender Auskunft von TÜV und Dekra wesentlich besser gegen Rost geschützt als noch vor Jahren. Das trifft selbst den (selbsternannten) Klassenprimus Mercedes.

Bei der W124er Baureihe (1984 bis 1997) zum Beispiel kommt es wegen der Umstellung auf den umweltfreundlichen Lack auf Wasserbasis bei den späten Modellen zu teils heftigem Rostfraß.

Karosseriezustand wichtiger als Motor

Bei all den Modellen, die Sie in der Bildergalerie finden, ist die Versorgung mit hochwertigen Technikteilen kaum ein Problem. Das heißt: Sie müssen nicht lange im Internet oder auf Teilemärkten suchen, sondern können fast alles beim Fachhändler oder Hersteller bestellen und in wenigen Tagen liefern lassen.

Entscheidend für den Kauf muss also der Karosseriezustand sein. Denn neben Sicherheit und der Umweltfreundlichkeit ist das der Bereich, in dem die Fahrzeugtechnik am meisten Fortschritte gemacht hat. Umgekehrt ist die umfangreiche Sanierung einer rostzerfressenen Karosserie ein Kostenfaktor, der schnell den Spaß am Youngtimerfahren verdirbt.

Bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Früher war vielleicht manches besser, nicht jedoch der Rostschutz.

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Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund | Bildmaterial: Foto: Mercedes
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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