Für die Fahrt ins Abenteuer

Kaufberatung: SUV für 15.000 Euro

Der große Auftritt

Sie sind groß, bieten viele Platz und Panoramablick über die Straße: Kompakte SUV sind inzwischen beliebter als Limousinen. Für ein Budget von 15.000 Euro haben Sie die große Auswahl. Die mobile.de Gebrauchtwagen-Kaufberatung präsentiert die besten Modelle auf dem Markt

2. Oktober 2014

Für die Autodesigner muss es sich wie Weihnachten angefühlt haben: Statt der immer gleichen Kleinwagen, Limousinen und Kombis ordneten die Konstrukteure die Bauteile zu etwas ganz Neuem – und lösten damit einen weltweiten Boom aus.

So geschehen im Jahr 1994, als Toyota mit dem RAV4 den ersten SUV heutiger Prägung brachte. SUV – die Bezeichnung löst sich in Sports Utility Vehicle auf, was so viel wie Freizeitauto bedeutet. Der Erfolg der klobigen Fahrzeuge ist beinahe unheimlich.

Immer mehr Menschen wollen SUV haben: Bis zu ein Drittel aller Neuwagenzulassungen könnten in Zukunft auf diese wuchtigen Fahrzeuge entfallen. Und auch als Gebrauchtwagen sind sie entsprechend beliebt. Sie sehen ein bisschen nach Abenteuer aus, sie sind praktisch, und vor allem wird man am Steuer eines SUV nicht mehr übersehen. Gleichzeitig sind SUV problemlos nutzbar, sie fahren sich wie Pkw.

 

 
 

 

Höherer Verbrauch als beim Pkw

Tatsächlich sind heutige SUV im Fahrverhalten nah dran am Pkw, selbst hinsichtlich des Verbrauchs. Allerdings gelingt ihnen dabei nur eine Annäherung. Arnulf Thiemel von ADAC-Technikzentrum: „Der SUV-Käufer muss wissen, dass sein Auto bei identischer Motorisierung einen höheren Verbrauch haben wird als ein Pkw."

Auch müsse man sich auf den höheren Schwerpunkt sowie eventuell auf ein anderes Bremsverhalten aufgrund der höheren Masse einstellen. Und die größeren Gewichte haben natürlich auch Einfluss auf den Verschleiß an Chassis, Bremsen und Stoßdämpfern.

Bei Gebrauchtfahrzeugen dieser Klasse sollte man außerdem ausdrücklich nach deren Nutzung fragen: Wenn sie auch häufiger abseits der Straße unterwegs waren, kann dies Spuren hinterlassen. Nach Fahrten in feinem Wüstensand etwa findet sich überall Staub im Auto, der sich meist nicht ganz entfernen lässt.

Kompakt-SUV für die Innenstädte

Die konstruktive Verwandtschaft zum PKW erklärt sich daraus, dass SUV sich technisch stark von ihren optischen Vorfahren, den Geländewagen vom Schlage eines Landrover Defender oder des Mercedes G-Modells, entfernt haben.

Es gibt heute beispielsweise mit dem BMW X5 Modelle, die sich so sportlich fahren lassen wie sie aussehen. Fahrspaß kommt da auf und widerlegt den Spruch von „Muttis Panzer“, wie die SUV auch spöttisch tituliert werden.

Umgekehrt geht es aber auch: Als der Trend immer mächtiger wurde, erfanden die Hersteller das „Kompakt-SUV“; es soll sich in Preis und Abmessungen ungefähr an der Golf-Klasse orientieren. Wer auch in Innenstädten ohne Stress noch einen Parkplatz finden möchte, ist mit dem Kompakt-SUV gut beraten.

Geländefahrten erhöhen den Verschleiß

Ob SUV oder Kompakt-SUV – unter den stets hoch aufbauenden Blechgebirgen verbirgt sich reine PKW-Technik. Das allerdings ist der auch größte Feind des SUV: Denn nicht immer wissen seine Fahrer, dass die Offroad-Fähigkeiten eines SUV nur aus seiner leicht erhöhten Bodenfreiheit sowie – sofern vorhanden – dem Vierradantrieb resultieren.

ADAC-Experte Thiemel: „Die tatsächliche Nutzung im Gelände erkennt man an Schrammen am Unterboden von Aufsetzern, die sich nie ganz vermeiden lassen." Und ist das SUV wirklich viel im Gelände gewesen, seien die Kupplung, die Antriebswellen sowie allgemein das Fahrwerk höher belastet.

Das bedeutet für den Käufer: Eventuell sind viele Teile stärker beansprucht, als das Alter des Fahrzeugs suggeriert. In diesem Fall stehen wahrscheinlich teure Reparaturen an, die Sie bei den Preisverhandlungen berücksichtigen sollten. Oder eventuell ganz vom Kauf absehen und ein weniger stark beanspruchtes SUV kaufen.

Offroadfahren ist ohnehin verboten

Denn es befinden sich auch viele SUV im Angebot von mobile.de, die befestigte Straßen noch nie verlassen haben. Mit gutem Grund: Denn den meisten SUV fehlen entscheidende Eigenschaften eines richtigen Geländewagens. Sie haben weder grobstollige Geländereifen noch einzeln zu sperrende Differentiale, Getriebeuntersetzung oder klassischen Leiterrahmen (sondern fast immer, wie der Pkw, eine selbsttragende Karosserie).

Oftmals gibt es den Allradantrieb inzwischen nur noch gegen Aufpreis. Auch das hat seinen Vorteil: Viele typische Offroad-Features bringen zusätzlichen Wartungsaufwand und erhebliches Mehrgewicht, was wiederum den Verbrauch in die Höhe treibt.

Wer darauf verzichtet, spart also beim Neuwagen Anschaffungskosten und bei der Nutzung Sprit. Dafür kommt man über einen Feldweg zwar kaum hinaus, aber Offroad-Fahren ist in Deutschland ja ohnehin nicht erlaubt.

Geländereifen nicht zum Rasen geeignet

Zum Abschluss noch ein Wort zur Bereifung. Im Normalfall sind SUV mit normalen PKW-Reifen ausgerüstet. Anders ließen sich die hohen Geschwindigkeiten, die beispielsweise ein 280 km/h schneller Porsche Cayenne erreicht, gar nicht realisieren.

Hat das SUV jedoch grobstollige Geländereifen aufgezogen, war der Wagen wahrscheinlich abseits der Straßen unterwegs. Käufer müssen sich mit dieser Bereifung auf einen noch höheren Verbrauch, eine stärkere Geräuschentwicklung sowie eventuell längere Bremswege einstellen.

Die besten gebrauchten Kompakt-SUV für 15.000 Euro in der Bildergalerie.

Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund | Bildmaterial: VW