mobile.de: SUV für 10.000 Euro

Kompakte SUV für 10.000 Euro

Drei für alle Fälle

Hohen Benzinpreisen zum Trotz erlebt die Gattung der SUV, der Freizeitautos in Geländewagenoptik, ungebrochenen Zulauf. mobile.de hat mit Hyundai Santa Fe, Nissan X-Trail und Toyota RAV4 drei populäre Vertreter unter die Lupe genommen.

So schnell kann der Wandel kommen. Noch 2009, und damit auf dem Höhepunkt der Bankenkrise, galten SUV als Benzinfresser und waren dementsprechend out. Nur drei Jahre später ist das ganz anders, denn dieses Fahrzeugsegment boomt. Allein 2011 wuchs es um enorme 22 Prozent. Der BMW X3 schaffte mit dem Modellwechsel gar einen Neuzulassungs-Zuwachs auf fast das Doppelte. Und das bei einem Einstiegspreis von über 30.000 Euro. Doch so teuer muss ein SUV gar nicht sein.

10.000 reichen für den Einstieg

Schon für 10.000 Euro gelingt der Einstieg in die populäre SUV-Klasse. Die praktischen Fahrzeuge mit der Optik eines Geländewagens erfreuen sich dank des subjektiven Sicherheitsgefühls, der hohen Sitzposition sowie ihrer Variabilität eines ungebrochenen Käuferzuspruchs. Dabei sollte man wissen, dass die meist schweren und mit einer schlechten Aerodynamik ausgestatteten SUV immer mehr verbrauchen werden als Limousinen mit identischer Technik. Um den Spritverbrauch nicht in abenteuerliche Höhen steigen zu lassen, wählt die überwiegende Zahl der Erstbesitzer einen durchzugsstarken Dieselmotor.

Ganz taufrisch sind Vertreter für 10.000 Euro nicht mehr. Beim Toyota RAV4, einem der Begründer der Fahrzeugklasse, sowie dem Nissan X-Trail bekommt man für diese Summe kein aktuelles Modell. Der Hyundai Santa Fe wurde noch bis 2012 so gebaut. Im April 2006 bekam zudem er ein sehr umfangreiches Facelift, so dass der Wagen fast wie ein neues Modell wirkte.

Wie beim Toyota schlägt das Design des Hyundai die Brücke zu normalen PKW. Auf allzu martialische Geländewagenoptik a la Land Rover Defender oder Mercedes G-Modell verzichten Hyundai und Toyota. Höher, eckiger und etwas grobschlächtiger kommt der Nissan X-Trail daher.

Nissan X-Trail

Doch das ist beim Nissan X-Trail nur Optik. Serienmäßig hat das SUV lediglich Frontantrieb, Allrad kostete Aufpreis. Wie seine beiden Konkurrenten hat der Nissan X-Trail aber auch mit Allradantrieb keine herausragenden Fähigkeiten im Gelände, dafür fehlen ihm weitere Ausstattungen wie eine Geländeuntersetzung des Getriebes.

Dafür überzeugt der Nissan mit einem sehr großen Innenraum. Auch der Kofferraum ist mit bis zu 1. 841 Litern Fassungsvermögen groß. Lückenhaft ist die Sicherheitsausstattung. Airbags und ABS sind Serie, den Schleuderschutz ESP gab es nur als Sonderausstattung.

Der Dieselmotor leistet 136 PS. Leider ist diese Variante laut ADAC auch die anfälligste des ansonsten zuverlässigen X-Trail. Bei den Dieseln kommt es zu Schäden an der Einspritzanlage oder der Motorelektronik. Nur den Diesel ereilten auch Getriebeschäden.

Der Diesel verbraucht etwa 7,5 Liter auf 100 Kilometer. Das sind mindestens zwei bis drei Liter weniger als bei den Benzinversionen.

Toyota RAV4

Für 10.000 Euro erhält man einen guten Toyota RAV4 der zweiten Serie, die zwischen 2000 und 2006 gebaut wurde. Auch ihn gab es in einer Frontantriebsversion. Zusätzlich steht er als kompakter Dreitürer beim Händler, die häufigste Variante ist jedoch der Fünftürer. Dieser hat einen geräumigen Innenraum sowie einen für einen Geländewagen guten Fahrkomfort. Der in dieser Generation erstmals lieferbare Diesel leistet 116 PS. Auch beim Toyota ist die Sicherheitsausstattung nicht vollständig. Erst ab 2003 waren acht Airbags serienmäßig (vorher zwei). ABS ist serienmäßig, der Schleuderschutz ESP war jedoch nie lieferbar.

In der Pannenstatistik des ADAC liegt der RAV4 für einen Toyota erstaunlich weit hinten. Die meisten Pannen verursachten jedoch schadhafte Batterien. Diese dürften längst getauscht sein. Allerdings muss der ADAC öfters als bei der Konkurrenz zur Hilfe eilen, wenn ein Marder die Kühlschläuche oder Zündkabel angenagt hat. Trotzdem hat der Toyota auch eine technische Schwachstelle: Die Kupplung ist unterdimensioniert, was gerade beim drehmomentstarken Diesel zu erhöhtem Verschleiß führt.

Der Diesel braucht mit etwa 9,5 Litern zwar mindestens zwei Liter weniger als die Benzinversionen, sparsam ist er jedoch nicht.

Hyundai Santa Fe

Der Hyundai Santa Fe ist ein Exot in Deutschland. Konzipiert war er für den US-Markt, entsprechend weich ist das Fahrwerk ausgelegt. Immerhin bietet er so einen hohen Fahrkomfort. Auch bei ihm gab es serienmäßig nur den Frontantrieb, Allrad kostete Aufpreis. Seit dem Facelift 2006 ist der Hyundai mit seinem großen Innenraum auch als Siebensitzer lieferbar.

2006 machte die Sicherheitsausstattung einen großen Schritt nach vorn. Statt nur zwei Airbags und ABS sind seitdem neben dem Schleuderschutz ESP auch Kopfairbags aufpreisfrei mit an Bord. Es stehen Diesel mit Leistungen zwischen 113 und 197 PS zur Wahl.

Beim ADAC gelten die Hyundai Santa Fe nur als durchschnittlich zuverlässig. Bei den Dieseln treten Probleme mit der Einspritzung auf. Die frühen Exemplare haben zudem mit undichten Ölfiltern zu kämpfen. Sinnvoll sind auch ein Beleuchtungscheck sowie ein Blick auf die anfälligen Lager der Vorderachse. Dieser Mangel betraf nach der Modellpflege auch die Hinterachse, zudem sind die Antriebswellen bei den Hauptuntersuchungen auffällig, ebenso die rostigen Bremsleitungen bei Modellen älter als sieben Jahre.

Die Diesel verbrauchen in allen Leistungsstufen rund neun Liter auf 100 Kilometer.

Vorsicht, wenn sie im Gelände waren

So verschieden die drei Kandidaten auch sind, eine Gemeinsamkeit haben sie. Wurden sie tatsächlich im Gelände eingesetzt, steigt die Mängelhäufigkeit stark an. Ein Blick unter den Wagen sollte deshalb den verräterischen Spuren harten Geländeeinsatzes gelten. Beschädigungen am Unterboden, verdreckte Radaufhängungen oder Schürfspuren an den Schwellern sollten Warnsignale sein.

Text: SH