Kaufberatung Kombis

Lust auf Ladefläche

Lifestyle-Laster stehen bei den Deutschen hoch im Kurs. 10 Modelle, die viel wegstecken – und viel hermachen.

Edel sei der Kombi, hilfreich und gut ausgestattet. Automobilhersteller, die sich an diese Maxime halten, machen nach wie vor alles richtig im Land der SUV und Crossover, die zunehmend das deutsche Straßenbild prägen.

Konservative Käufer sind mit einem klassischen Kombi immer gut angezogen. Hier geht es nicht darum, einem Trend hinterherzulaufen oder neue Segmente zu erobern. Einstecken soll es können, das Familien- und Freizeitfahrzeug. Und dabei gut aussehen.

Die Lust an der Ladefläche ist bei vielen Modellen überproportional ausgeprägt. In Deutschland macht der Kombi „Avant“ rund 75 Prozent der Audi-A6-Verkäufe aus. Neun von zehn Skoda Octavia fahren hierzulande mit Ladeabteil vor; europaweit ist der Mittelklasse-Lastesel der meistverkaufte Kombi, vermelden die Tschechen mit breiter Brust.
 

Üppig Platz auch auf der Rückbank

Weltweit betrachtet liegt der Octavia mit Rucksack auf Rang drei der Skoda-Verkäufe – hinter der Octavia-Limousine und dem Kleinwagen Fabia. Die neue Generation des „MQB“-Bruders von VW Golf Variant & Co. soll diese Position festigen und sogar ausbauen. Trotz der starken Konkurrenz könnte das durchaus gelingen – nicht zuletzt mit Fahrzeugen aus den eigenen (Volkswagen-)Reihen.

610 Liter schluckt der neue Skoda Octavia Combi bei voller Bestuhlung. Klappt man Sitzreihe zwei nach vorn, ergibt sich eine fast ebene Ladefläche, die stattliche 1.740 Liter Stauraum bietet. Das ist mehr Platz als im VW Passat (1.731 l) – und wird konzernintern nur vom Skoda Superb Combi überboten (1.865 l).

Stattliche 2,69 Meter Radstand spendieren den Insassen auf der Rückbank üppige Platzverhältnisse. Mit 4,66 Meter Gesamtlänge parkt der neue Skoda Octavia Combi genau zwischen dem neuen VW Golf Variant (4,56 m) und dem aktuellen VW Passat Variant (4,77 m).

Viel Auto fürs Geld

Robust orientierte Skoda-Fahrer können im Herbst zum Octavia Combi 4x4 greifen: Die Allrad-Variante kommt mit zwei Dieselmotoren (1,6 TDI/105 PS und 2,0 TDI/150 PS) und einem Benziner (1,8 TSI/180 PS). Die Verbrauchs- und Emissionswerte sollen gegenüber dem Vorgänger um durchschnittlich 14 Prozent sinken.

Souveränes Anfahren auf schwierigem Untergrund verspricht die serienmäßige elektronische Differentialsperre (EDS), die Verteilung der Antriebskräfte erfolgt über die Haldex-5-Kupplung. Im „Normalbetrieb“ und bei geringer Last wird in der Regel nur die Vorderachse angetrieben, situationsbedingt schaltet das Steuergerät dann die Hinterachse zu. Spitze rennt der schnellste Allrad-Octavia 227 km/h.

Viel Auto fürs Geld, lautet Skodas Credo. Mit 16.640 Euro ist das Basismodell des neuen Skoda Octavia Combi vergleichsweise günstig. Ein VW Passat Variant kostet fast 10.000 Euro mehr, der Superb Combi startet bei 24.990 Euro, der VW Golf Variant bei 18.950 Euro. Ein waschechter Konkurrent hausintern dürfte der neue Seat Leon ST werden, der auf der IAA im September 2013 debütiert.
 

T-Modell reloaded im Oberhaus

Im Oberhaus der Kombi-Liga setzt Mercedes-Benz zur Wiederherstellung der alten Machtverhältnisse an. Die E-Klasse wurde dem aufwändigsten Facelift in der Geschichte des Traditions-Herstellers unterzogen. Mit komplett neuer Front, neuen Flanken hinten und sparsameren Motoren soll sie Premium-Marktführer BMW ans Bein fahren und den jahrzehntelang gelebten Abstand zu Audi wiederherstellen.

Das T-Modell der E-Klasse bietet nach wie vor den größten Stauraum aller Edel-Kombis. 695 Liter verleibt sich der 4,91 Meter lange Raumgleiter bei voller Bestuhlung ein, beeindruckende 1.950 Liter Stauraum sind es bei umgeklappter Rücksitzbank. Auf Wunsch verbirgt sich im Laderaumboden eine dritte Sitzreihe. Sieben Sitze bietet kein anderer Premiumhersteller in seinen Kombis.

Die Preise des E-Klasse T-Modells starten bei 43.643 Euro für den E 200 CDI mit 136 PS. Das Ende der Fahnenstange markiert der E 63 AMG S 4-MATIC ab 121.023 Euro. Mit 585 PS markiert er zugleich das obere Ende der deutschen Rennkombiklasse. Audis neuer RS6 Avant wird es „nur“ auf 560 PS bringen.
 

Jaguar jagt die Etablierten

Als jüngster Qualifikant in der Champions League der Edelkombis mischt Jaguar mit. Nach dem eher glücklosen X-Type Estate, der von 2004 bis 2007 auf Ford-Mondeo-Basis ins Rennen um die Mittelklasse-Lifestyle-Kundschaft geschickt wurde, geht jetzt der deutlich größere XF Sportbrake auf die Pirsch nach betuchten Kunden mit Lust auf Ladefläche.

Der breitschultrige Brite paart nach Jaguar-Selbstverständnis „die Seele eines Sportwagens und den Anspruch einer Luxuslimousine mit der Flexibilität eines Sportkombis“. Bei 48.550 Euro geht die Reise im Jaguar XF Sportbrake los. Dafür gibt es den 2.2-Liter-Diesel mit 200 PS. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 5,1 l/100 km ist er der vorerst effizienteste Jaguar aller Zeiten. Und der mit dem größten Laderaum.

550 bis 1.675 Liter schluckt der Jag – und liegt damit ziemlich genau auf dem Niveau des bildschönen BMW 5er Touring. Mit 8-Gang-Automatik und vergleichbarer Leistung (184 PS) liegt der 520d Touring bei 46.250 Euro. Äußerst praktisch: Die Heckklappe des BMW 5er Touring öffnet zweigeteilt. Sollen lediglich Kleinigkeiten hineingelegt oder herausgenommen werden, klappt man nur die verstärkte Heckscheibe hoch.

Mehr über die „Best buy“-Kombis der Autosaison 2013 wie immer in der Bildergalerie.
 

Text: Ralf Bielefeldt