Die häufigsten Tricks

Gebrauchtwagenkauf: So entdecken Sie die Tricks

Die häufigsten Betrügereien

Tachomanipulation oder ein versteckter Unfallschaden – dies sind die häufigsten Betrügereien beim Gebrauchtwagenverkauf. mobile.de zeigt Ihnen, wie Sie sich dagegen schützen können.

 
 

Es ist zwar verboten, doch es geschieht tausendfach in Deutschland. Die elektronischen Tachos der modernen Autos sind innerhalb von Sekunden zu manipulieren. Die nötigen Geräte sind für rund 7.000 Euro zu haben, der Tachomanipulator kann es im Internet kaufen. Dafür braucht es nicht mal besonderes Fachwissen. Im Internet finden sich dann viele Anzeigen mit den Stichworten „Tachojustierung“ oder ähnlich.

Auf einem Parkplatz oder in der Garage stöpselt der „Dienstleister“ dann sein Gerät an den OBD-Stecker moderner Autos und stellt den gewünschten Tachostand innerhalb von 30 Sekunden ein. Das kostet ab 50 Euro und bringt beim Verkauf des Autos wesentlich mehr in die Kasse oder verhindert Nachzahlungen bei Leasingverträgen.

Die besten Hinweise liefert das Auto selbst

Die elektronischen Spuren der wahren Laufleistung mögen damit zwar gelöscht sein, der Wagen aber bleibt derselbe. Mit der Tachomanipulation verschwinden auch die Hinweise auf fällige Wartungsarbeiten. Der nichtsahnende Käufer ist gleich zweimal angeschmiert: Er hat zu viel Geld für sein Auto bezahlt, und er geht das Risiko hoher Schäden ein. Unterbleibt durch die falsche Laufleistung beispielsweise der fällige Zahnriemenwechsel, kann ein Motorschaden die (teure) Folge sein.

Ähnlich verhält es sich mit einem verschwiegenen Unfallschaden. Diesen muss ein Gebrauchtwagen-Verkäufer eigentlich von sich aus ansprechen. Unterbleibt diese Information, kann der Kunde von einem unfallfreien Wagen ausgehen.

Unfallautos sind häufig

Doch die Chancen, auf einen Unfallwagen zu treffen, sind vergleichsweise hoch. Rund vier Millionen Mal kracht es auf deutschen Straßen pro Jahr. Meist sind es nur Blechschäden oder Parkrempler. Diese werden beim späteren Verkauf des Autos dann gerne verharmlost: „Das war mehr ein optischer Schaden“ oder „es mussten nur Plastikteile ausgetauscht werden“, heißt es dann im Verkaufsgespräch.

Dabei begibt sich der Verkäufer auf dünnes Eis, denn die Gerichte engen den Unterschied zwischen Unfall und Bagatellschaden immer stärker ein. Früher hieß es im Volksmund, ein richtiger Unfall sei es erst, wenn ein tragendes Teil beschädigt wäre. Musste nur ein Kotflügel getauscht werden, wäre es nur ein Blechschaden. Das ist falsch: Auch wenn nur die Heckklappe nach einem Parkrempler ersetzt werden musste, ist das Auto fortan ein Unfallwagen.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Tachomanipulationen oder reparierte Unfallschäden aufdecken können.

Text: SHell