Autos für 1 Million Euro und mehr

Rollende Spekulationsobjekte

Zum Fahren zu schade

Schatzkammer mobile.de: Hier gibt es nicht nur günstige Gebrauchtwagen, sondern auch die „Millionäre“: Autos für über 1 Million Euro. Wie kommt so ein Wahnsinns-Preis zustande?

4. Januar 2016

Man stelle sich doch einfach mal vor, Geld spielte keine Rolle. Okay, das tun wahrscheinlich viele von uns, um dann doch in der traurigen Realität von Bausparvertrag und Steuernachzahlung aufzuwachen. Aber hier dürfen wir das mal: Man wird ja noch träumen dürfen, und auf mobile.de gibt es Träume in nahezu beliebiger Anzahl.

Heute träumen wir mal von diesen: Zum Stichtag 1. Januar 2016 gab es nicht weniger als 178 Autos in der mobile.de Datenbank, für die der jeweilige Verkäufer mehr als eine Million Euro haben möchte. Was also bekommt man für sein Geld, wenn der Preis keine Rolle spielt?

Da sind zu einem großen Teil klassische Ferraris, die Lieblingsopfer automobiler Spekulanten. Wer sich ein bisschen auf mobile.de umschaut, bekommt das Gefühl, die Hälfte aller jemals gebauten F40 steht gerade zum Verkauf, ob nun hier oder bei Auktionen.

Einer von drei steht zum Verkauf

Daneben gibt es Kleinodien, die kaum einer kennt. Schon mal vom Lamborghini Veneo gehört? Diesen Supersportwagen fertigte Lamborghini zur Feier seines 50-jährigen Firmenjubiläums 2013 in Serie. Manch einem mögen die drei Millionen Euro (plus Mehrwertsteuer) Neupreis leicht übertrieben vorgekommen sein.

Das vor allem, weil der Veneo im Vergleich zum normalen Aventador, auf dem er basiert, nur 51 PS mehr zu bieten hat. Und doch war die Serie blitzschnell ausverkauft – kein Kunststück, Lamborghini hatte sie von Anfang an auf nur drei Stück limitiert.

Einer davon, also exakt ein Drittel der Gesamtproduktion, => steht jetzt zum Verkauf. Nur ist er nicht mehr so günstig wie früher: Der Verkäufer verlangt 9.980.000 Euro für das rare Stück. Wem das Lesen so langer Zahlen Probleme bereitet: knapp zehn Millionen sind das.

Straßentauglicher Rennwagen vom Tuner

Die eine oder andere Million spart, wer sich für den Porsche in unserer Auswahl erwärmen kann. Für 1,5 Millionen zwar auch nicht gerade ein Schnäppchen, aber mit 799 PS sogar noch kräftiger als der dreimalige Lambo.

Das Besondere an ihm: Der Porsche Koenig Special sc62 basiert auf einem Rennwagenchassis und einem mühsam per Handarbeit für den Straßeneinsatz tauglich gemachten Renntriebwerk.

Der Münchner Tuner Koenig ist vor allem bekannt für extravagante Karosserieumbauten, die sehr gerne von Herren aus dem Milieu bestellt wurden. Hier hat er einen echten und sehr erfolgreichen Rennwagen, den Porsche 962, ganz legal für den Normalverkehr gemacht. Lediglich => 1.900 Kilometer zeigt der Tacho an, die infolgedessen kaum genutzte Lederausstattung ist immerhin im Preis enthalten.

Porsche 906 kostet jetzt das 100-fache

Ein Rennwagen für die Straße, das konnte Porsche auch mal selbst. Gemeint ist der Porsche mit der internen Nummer 906, der als Carrera 6 vertrieben wurde. 1966 kamen die ersten Exemplare zum Kunden.

Um eine Zulassung für die Sportwagenklasse der Weltmeisterschaft zu erhalten, musste Porsche mindestens 50 Exemplare davon an Kunden verkaufen.

Der damalige Neupreis lag bei 45.000 Mark. Der Carrera 6 war ein derartiger Erfolg, dass Porsche sogar 65 Exemplare an den Mann bringen konnte. Ganz so günstig ist er heute nicht mehr: 2.095.000 Euro soll das => bei mobile.de angebotene Exemplar schon bringen.

Rassige Alternative zum edlen Flügeltürer

Klassische Ferrari sieht man wirklich nicht an jeder Ecke, doch dieser hier ist wirklich äußerst selten: Der Ferrari 250 GT Drogo wurde nur in wenigen Exemplaren vom ehemaligen Werksfahrer Piero Drogo gebaut.

Er gründete 1961 den Betrieb „Piero Drogo’s Carrozzeria Sports Cars“ und war bekannt für seine ultraleichten Aluminiumkarosserien, die er auf Ferrari-Basis schuf. So => wie dieser hier.

Als Lancia noch richtig Format hatte

Auch ein Lancia aus den 50er-Jahren ist ein sehr edles Stück. Heute ist die Marke nur noch ein Schatten ihrer selbst, aber => der hier angebotene Lancia Flaminia, mit vollem Namen Aurelia B24 S Spider America, zeigt, wozu die Italiener damals in der Lage waren. Das wunderschöne Cabrio blieb tatsächlich 40 Jahre in einer Hand.

Auch hier gibt es alle Dokumente, außerdem glänzt das Schmuckstück auch innerlich mit „Matching Numbers“: dieselbe Karosserie, Motor und alle wesentlichen Bauteile waren also schon bei seiner Produktion 1955 an Bord.

Eleganz und Top-Zustand haben auch hier ihren Preis: 1.100.000 Euro werden in Italien aufgerufen. Überführung geht natürlich extra.

Was ist exklusiver als ein Maybach?

2002 traf Mercedes eine folgenschwere Entscheidung: Um ein Fahrzeug für Superreiche deutlich oberhalb der S-Klasse-Spitzenmodelle anbieten zu können, wurde die Marke Maybach wiederbelebt. Schnell stellte sich heraus, dass in den ersten drei Jahren der Absatz nur die Erwartungen nur zur Hälfte erfüllen konnte und dann weiter einbrach. 2012 war endgültig Schluss, doch bis dahin gab es eine Handvoll ganz besonderer Stücke.

Waren alle Maybachs Limousinen unterschiedlicher Länge, baute die kleine Karosserieschmiede Xenatec aus Weinsbach äußerst edle Coupés auf Basis der Limousine. So ein Exemplar steht als (leicht betagter) => Neuwagen jetzt zum Verkauf.

1.190.000 Euro soll das selbstverständlich übervoll ausgestattete Auto jetzt kosten. Die Coupés bereiteten ihrem Erbauer ebenso wenig Freude wie die Limousine Mercedes – Xenatec ist pleite.

Das beste Auto der Welt als Landaulet

Mehr Glück hatte Mercedes mit dem, was einmal ein wenig unbescheiden „das beste Auto der Welt“ genannt wurde. Wer immer etwas auf sich hielt, von Elvis bis Mao sowie viele afrikanische Diktatoren, hatten einen oder mehrere Mercedes 600 in ihrem Fuhrpark stehen.

Wirtschaftlich erfolgreich war er zwar auch nicht, aber mit der damals neuartigen Luftfederung sowie der hydraulischen Steuerung aller möglichen Komfortversionen wurde in ihm alles verbaut, was gut und teuer war. Ein rollender Werbeträger für die Marke.

Ganz exklusiv ist die Version „Landaulet“. Dieser 600 ermöglichte es den rückwärtigen Passagieren, sich dank des Verdecks über den Rücksitzen der Umwelt eindrucksvoll zu präsentieren. Das => hier angebotene Exemplar war 30 Jahre eingelagert und wird noch restauriert. Fertig kostet es dann 1.490.000 Euro.

Ein Panzer für die Oligarchen

Beim teuersten Neuwagen im Mercedes-Programm handelt sich nicht um ein edles Coupé, sondern um die rustikale G-Klasse in der AMG-Version. Doch ist es noch möglich, diese Exklusivität weiter zu steigern. Auf Basis des Mercedes G65L AMG baut die Bremer Firma Trasco => ihre ganz eigene Version.

Dazu wird die Basis verlängert, aber auch gepanzert – bis zu einer Beschussklasse, die leichten Maschinengewehren und Panzerfäusten widersteht. Die Zielgruppe wird in der Beschreibung deutlich: Man spricht neben Deutsch und Englisch auch Russisch.

Wenn Worte nicht weiterhelfen, hilft eben Trasco: Falls eine Verhandlung unter Oligarchen also ein wenig handfester werden sollte, ist so eine Panzerung doch ganz praktisch. Ab 1.130.500 Euro geht es preislich los.

Auf dem Wunschzettel von James Bond

Im aktuellen James Bond-Film fährt der Weltenretter wieder ganz britisch Aston Martin. Für den Blockbuster wurden zehn Sportwagen handgefertig, die alle unverkäuflich sind. Dagegen muten die genau 77 Exemplare des Aston Martin One 77 fast wie eine Massenproduktion an. Er sollte ab 2009 schlicht das technisch Machbare im Sportwagenbau demonstrieren.

Dazu hat der One 77 ein Kohlefaserchassis mit einer handgedengelten Alu-Karosserie. Unter der muskulösen Haube wummerte der damals weltweit stärkste Ottomotor ohne Aufladung mit 760 PS. Das ist auch heute noch ein starkes Argument.

In Deutschland betrug der Neupreis rund 1,8 Millionen Euro. Da wirken die 2.125.000 Euro für dieses nur 1.100 Kilometer gelaufene Exemplar fast wie ein Schnäppchen, wenn man die Wertsteigerung vieler anderer limitierter Serien bedenkt. Dass => der Wagen in Dubai steht, stört nur den, der sich keinen Privatjet zum Besichtigungstermin leisten kann.

Den gibt es wirklich nur einmal

Wo man dann schon mal in Arabien ist, kann man auch gleich einen Blick auf ein einzigartiges Auto werfen, das beim gleichen Händler steht. Es handelt sich um ein Rolls-Royce-Cabrio, das von der italienischen Designschmiede Pininfarina => nur ein einziges Mal gefertigt wurde. Für günstige 1.730.000 Euro wartet der Neuwagen auf den zahlungskräftigen Kunden.

Noch mehr Millionen-Träume in der => Bildergalerie.

Text: Portal-Manufaktur / Stephan Hellmund