Diese Autos haben ein Pannen-Risiko!

Die Gebrauchtwagen mit den meisten Pannen

Autos mit Ausfallrisiko

2,4 Millionen mal half der ADAC im vergangenen Jahr bei Fahrzeugpannen. Einige Automodelle blieben besonders häufig liegen. Das Pannenrisiko hängt aber auch von der Wartung ab – und die wird zunehmend vernachlässigt.

  • Vom Smart bis zur Mercedes E-Klasse: Pannenautos gibt es in jeder Größe.
  • Insgesamt sinkt die Pannen-Neigung zwar – aber je älter ein Auto, desto anfälliger.
  • Eine gravierende Pannen-Ursache ist fehlende Wartung durch die Besitzer.

Pannenursache Nr. 1: Die Batterie

Mehr als ein Drittel aller Fahrzeugpannen wird durch eine marode Starter-Batterie verursacht: Das geht aus der aktuellen Pannenstatistik des größten deutschen Automobilclubs ADAC für das Jahr 2015 hervor.

Danach entfielen von den rund 2,4 Millionen Einsätzen der Straßenwacht im vergangenen Jahr 35,7 Prozent auf entladene oder defekte Akkus – das waren 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Es folgten Probleme mit dem Motormanagement wie Zündung, Einspritzung und Sensorik (15,2 Prozent) sowie sonstige Pannen rund um Karosserie, Bremsen, Fahrwerk und Antrieb (14,1 Prozent).

Die jährliche Pannenstatistik des ADAC gilt als wichtige Orientierungshilfe für Gebrauchtwagenkäufer. Denn die sogenannten Gelben Engel registrieren bei ihren Einsätzen das Modell und Baujahr eines Pannenautos. Das erlaubt Rückschlüsse auf auf zuverlässige und weniger zuverlässige Konstruktionen.

Auch einst hochwertige Autos bleiben liegen

So fielen bei den Kleinstwagen vor allem Fiat 500, Fiat Panda (Generation 3, seit 2011) und der Smart Fortwo (Generation 2, ab 2007) negativ auf. Probleme machen diese Autos nach einigen Jahren nicht nur mit entladenen Batterien, sondern auch durch defekte Anlasser, Kraftstoffpumpen oder Wegfahrsperren.

Bei den Kleinwagen zeigten sich unter anderem Citroen C3 und Peugeot 206 als pannenanfällig. In der Mittelklasse bleiben Fahrer von Opel Insignia, Ford Mondeo (Generation 4, ab 2008) und VW Sharan (Modellgeneration 2, ab 2010) überdurchschnittlich häufig liegen.

Auch die C-Klasse des Premiumerstellers Mercedes (Generation 4, W212, ab 2009) schwächelt recht deutlich in zwei Baujahren, nämlich 2006 und 2009. Allerdings weisen diese Autos durch ihren häufigen Erst-Einsatz als Dienst- und Firmenwagen auch meist eine deutlich höhere Laufleistung (und damit mehr Verschleiß) auf. Bei fast allen Mängelkandidaten waren auch entladene Batterien eine wichtige Pannenursache.

Die pannenanfälligsten Modelle zeigt die => Bildergalerie.

Selbstverschuldete Pannen nicht mitgezählt

Generell sind die Fahrzeuge laut ADAC in den vergangenen Jahren kontinuierlich pannensicherer geworden. Das zeigt eine Auswertung der Pannenhäufigkeit bei einjährigen Fahrzeugen von 1978 bis 2013: „Waren 1978 noch etwa 23 Fahrzeuge von 1000 zugelassenen Fahrzeugen ein Pannenfall, waren es 35 Jahre später nur noch etwa 2 Fahrzeuge – das bedeutet eine Reduzierung um 90 Prozent bei den neuwertigen Fahrzeugen“, erklärt ADAC-Technikexperte Helmut Klein.

Selbstverschuldete Pannen wie etwa durch Spritmangel fließen in die ADAC-Statistik nicht ein. Auch beispielsweise durch nicht abgeschaltetes Licht entleerte Batterien werden von der Straßenwacht als „selbstverschuldet“ bewertet. Die kontinuierliche Zunahme von Batterieausfällen hat aber andere Ursachen: „Dazu gehören unter anderem fehlerhafte Serienbatterien, keine zyklenfesten Batterien bei Fahrzeugen mit Start-Stopp-Einrichtung und natürlich die ständig steigende Zahl elektrischer Verbraucher im Fahrzeug“, erklärt ADAC-Techniker Klein.

Nun ist der Ersatz einer Batterie eigentlich kein großer finanzieller Aufwand, meist ist man mit 100 Euro dabei. „Doch wer mitten im Straßenverkehr liegenbleibt, erlebt oft sehr kritische Situationen, so dass ein Batterieausfall keineswegs harmlos ist“, sagt Klein.

Je älter, desto schlechter die Pflege

Sorgen bereiten den Straßenwächtern vor allem ältere Gebrauchtwagen, denn mit dem Fahrzeugalter steigt statistisch auch die Wahrscheinlichkeit, mit einem technischen Defekt liegen zu bleiben. Das größte Pannenrisiko haben der Statistik zufolge 14-jährige Autos.

Danach werden die Autos entweder wegen ihrer Vielzahl von Mängeln aus dem Verkehr gezogen – oder sie gehören zu denjenigen Fahrzeugen, die kontinuierlich in einem guten Zustand bleiben, weil sie als „Youngtimer“ mit geringer jährlicher Fahrleistung von Liebhabern bewahrt werden. So kommt es, dass nach dem 14. Lebensjahr die Qualität statistisch wieder zunimmt.

Die Ergebnisse des ADAC decken sich mit Erkenntnissen von technischen Überwachungsvereinen. „Wir stellen fest, dass Gebrauchtwagen mit steigendem Alter immer schlechter gewartet werden“, bestätigt Hans-Georg Marmit von der Kfz-Sachverständigenorganisation KÜS.

Batterie wird bei HU kaum geprüft

Basis dieser Einschätzung sind keine Daten von Autopannen, sondern die Ergebnisse von Hauptuntersuchungen (HU) durch Kfz-Prüfer der KÜS. 2015 führte die Überwachungsorganisation bundesweit 2,8 Millionen HU durch. Dabei stießen die Prüfer auf 3,1 Millionen Mängel.

Am häufigsten waren Defekte im Bereich der lichttechnischen Anlage (zum Beispiel durch falsch eingestellte Scheinwerfer), gefolgt von Mängeln in den Bereichen Bremsanlage und Umwelt (zum Beispiel durch Ölverlust oder defekte Abgasanlagen).

Auch die Autobatterie ist ein sogenanntes „HU-relevantes“ Teil. Bei der Hauptuntersuchung wird geprüft, ob die Batterie ordentlich befestigt ist. Außerdem müssen die Pole abgedeckt sein, damit es nicht zu einem Kurzschluss kommen kann. „Ob genug Spannung vorliegt, muss der Besitzer dagegen selbst überprüfen”, sagt KÜS-Mitarbeiter Marmit.

Was bei der Wartung oft übersehen wird

Generell seien Batterien und Reifen die „Stiefkinder” bei der Wartung eines Autos. Aber auch andere Bereiche wie Bremsen oder Elektrik bis zu vorgeschriebenen Einrichtungen wie Warndreieck oder Verbandskasten würden mehr und mehr vernachlässigt – wohl auch aus Kostengründen, glaubt Marmit. „Die regelmäßige Inspektion in der Werkstatt – das ist weniger geworden.“

Die Liste der pannenanfälligsten Autos laut aktueller ADAC-Statistik zeigt die Bildergalerie.

Text: Haiko Prengel