Die Besten im TÜV-Report 2016

Diese Gebrauchtwagen haben wenig Mängel

Der TÜV empfiehlt diese Autos

Die aktuelle TÜV-Statistik zeigt auch in diesem Jahr zuverlässig, welche Gebrauchtwagen die Hauptuntersuchung (HU) ohne große Schwierigkeiten bestehen. Darunter sind auffällig viele Toyota-Modelle.

 
 
11. November 2015

Um sorglos Auto zu fahren, braucht es nur zweierlei: 1. ein solides Auto mit möglichst wenig Macken; und 2. regelmäßige Wartung in einer guten Werkstatt. Die Mehrzahl der Autos in Deutschland sind grundsolide und werden auch gepflegt, zeigt der aktuelle TÜV-Report 2016. Das beste Auto über alle Klassen hinweg ist der Kompaktvan Mercedes B-Klasse: Bei der ersten HU, also mit einem Fahrzeugalter von 2-3 Jahren, fielen nur durchschnittlich 2,8 von 100 Autos dieses Typs durch die HU.

Die Auswertung von rund neun Millionen Hauptuntersuchungen (HU) ergab insgesamt, dass zwei Drittel aller vorgeführten Fahrzeuge ohne Mängel die Prüfung besteht. Soweit, so gut. Es gibt aber nach wie vor einen großen Unterschied zwischen qualitativ hochwertigen Autos und minderwertigen: Von denen fallen bis zu sieben mal mehr mit erheblichen Mängeln durch die technische Prüfung.

Diese Mängelquote ist nicht allein auf die Fertigungsqualität des Herstellers, sondern auch auf die Pflege durch Erst-, Zweit- und weitere Besitzer zurückzuführen. „Gute Arbeit in Werkstätten und die Bereitschaft der Kunden, in Wartung und Instandhaltung zu investieren, zahlen sich am Ende aus“, sagt Klaus Brüggemann vom Dachverband VdTÜV.

Insgesamt 233 Modelle wurden analysiert

Umgekehrt rächt es sich schon nach wenigen Jahren, wenn man sein Auto verwahrlosen lässt. Auch das bildet die HU-Statistik des TÜV wieder einmal sehr anschaulich ab: Nach der ersten HU liegt die Durchfallquote noch in einem geringen Bereich zwischen 2,8 Prozent (Mercedes B-Klasse) und 14,6 Prozent (der Kleinwagen Chevrolet Spark). Durchschnittlich liegt die Durchfallquote in dieser Altersgruppe bei 7,8 Prozent.

Doch in der Klasse der zehn- und elfjährigen Autos, also nach vier bis fünf HU-Prüfungen, bewegt sie sich bereits zwischen 11,7 Prozent (Porsche 911) bzw. maximal 44 Prozent (Kompaktauto Fiat Stilo). Hier liegt der Durchschnittswert bereits bei 31,4 Prozent. Das heißt im Klartext: Fast jedes dritte zehn Jahre alte Auto rasselt durch die HU.

Manche Automodelle wird man dagegen vergeblich suchen: Sind sie zu selten, bleibt ihnen die Statistik verschlossen, denn erst ab einer relevanten Anzahl von Prüfungen werden sie aufgenommen. Dazu gehören zum Beispiel Elektroautos wie der Nissan Leaf oder der BMW i3, aber auch seltene Sportwagen.

Toyota oft unter den Top 10

Die beste Marke ist im diesjährigen TÜV-Report Toyota: Sehr viele Toyota-Modelle sind unter den Top 10 platziert. Der beste ist der Kleinwagen Yaris im Bereich der 2- bis 3-jährigen, der eine Quote von 4,4 erreicht – damit befindet er sich gemeinsam mit dem Audi A1 und dem Audi A6 auf Position 9.

Bei den 6- bis 7-jährigen Autos sind das Hybrid-Kompaktauto Prius (Platz 2 mit einer Mängelquote von 9,6 Prozent, noch vor dem VW Golf Plus), der Kompakte Auris (Platz 5; 12 Prozent), der Kleinwagen Yaris (Platz 6; 12,6 Prozent) und der Kompakt-Van Corolla Verso (Platz 11; 13,6 Prozent) noch vor dem VW Golf (Platz 15; 14,1 Prozent).

Bei den nächsten beiden Altersklassen, 8- bis 9-jährige sowie 10- bis 11-jährige, belegen erneut Toyota-Modelle jeweils fünf von zehn Spitzenplätzen. Das wirft ein positives Licht auf die Langzeitqualität dieser Marke.

Autos werden immer älter

Wie schon vor einem halben Jahr die Dekra, so stellen auch die Mitbewerber vom TÜV das zunehmende Alter des Pkw-Bestands fest: Im Schnitt sind Autos in Deutschland inzwischen rund neun Jahre alt!

Seltsam, dass zugleich die Laufleistung sinkt: Im Schnitt hatten die geprüften Autos einen Tachostand 102.000 – im Vorjahren waren es noch 107.000 km. Die Mängel sind inzwischen nur noch selten auf Rost zurückzuführen.

Häufig liegt es an verschlissenen Bauteilen im Fahrwerk, an abgefahrenen Bremsen sowie Öllecks im Bereich des Motors, wenn die Plakette nicht bewilligt wird. „Insgesamt hat sich die Qualität der Fahrzeuge in den letzten Jahren verbessert“, so VdTÜV-Vorstand Brüggemann.

Mangel Nr. 1 ist eigentlich keiner

Die häufigste Mängel-Quelle ist zugleich aus Sicht der betroffenen Fahrzeugbesitzer besonders ärgerlich: die Beleuchtung. Oft ist ein Defekt ohne viel Aufwand durch Austauschen der Glühlampen oder LED, erneuern einer Sicherung oder mit etwas mehr Mühe Erneuerung des Lampenglases zu beheben.

Auch die Einstellung der Scheinwerfer wird oft gerügt, wenn z.B. die Lampen direkt auf den Gegenverkehr gerichtet sind – und auch dieser Mangel ist mit vergleichsweise geringen Mitteln abstellbar.

Die Besten laut TÜV-Report 2016 sehen Sie in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt / fayvels büro