Staukalender 2015

Wie Sie endlose Warteschlangen vermeiden

Der Autobahn-Fahrplan

Diese Termine sollten Sie sich merken: Der Staukalender verrät, wann auf Deutschlands Autobahnen am wenigsten los ist – und wann Stillstand droht.

28. Januar 2015

Warum immer ich? Diese Frage stellen sich täglich Hunderttausende Autofahrer, wenn sie im Stau stehen. Müssen die alle fahren, dann wenn ich unterwegs bin? Kann man das nicht irgendwie ändern? Entzerren und somit angenehmer, schlauer, entspannter gestalten?

Ein grandioses Thema zum Lamentieren und Wehklagen. Im Alltag ist dem Dilemma wohl nur mit einer grundsätzlichen Gelassenheit und Heiterkeit beizukommen. Berufsverkehr in Ballungsgebieten belastet das Gefüge von Zeit und Raum, was sich ganz platt in langen Blechschlangen ausdrückt.

Erst recht, wenn Baustellen, Unfälle, Zweite-Reihe-Parker und andere Verkehrs-Scherereien hinzukommen.

 

 
 

 

Gute Planung hilft fast immer

An den Wochenenden aber und in den Ferien, da schlägt sie dann, die Stunde der Verkehrsstrategen. Freie Fahrt für plietsche Planer, lautet die Devise. Denn manchen Stau und Zeitverlust und Ärger kann man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ersparen, wenn man an gewissen Tagen einfach nicht blind drauflos fährt. Oder bestenfalls erst gar nicht startet.

Ein recht verlässlicher Berater in solchen Fragen ist der Staukalender des ADAC. Den füttern die Verkehrsclubberer mit Feiertagen, Ferienzeiten, Urlaubsbrücken und Erfahrungswerten ihrer jährlichen Staubilanz. Und weissagen daraus dann das Verkehrsjahr.

Wann Straßen garantiert frei sind

Freie Fahrt auf der Autobahn – diesen himmlischen Zustand erlebt man 2015 am wahrscheinlichsten zu folgenden Zeiten (Wochenenden inklusive):

  • 11. bis 29. Januar
  • 22. Februar bis 1. März
  • 14. März bis 24. März
  • 18. April bis 30. April
  • 4. Mai bis 10. Mai
  • 7. Juni bis 25. Juni
  • 15. September bis 2. Oktober
  • 8. November bis 20. Dezember

In diesen Wochen hat kein einziges deutsches Bundesland Ferien, bundesweite Feiertage fallen ebenfalls nicht in diese Zeit. Normaler Betrieb also – und der ideale Urlaubszeitpunkt für Kinderlose. Wer die üblichen Stoßzeiten meidet, sollte hier problemlos mit dem Auto durch die Republik rauschen können, wenn er oder sie die üblichen Stoßzeiten (siehe unten) meidet.

Wann es garantiert eng wird

An 84 Tagen ist in diesem Jahr mit „verstärktem Verkehr“ zu rechnen. Die kleinste Stufe der Staulage. Mit 14 (von 31) Tagen führt der Januar diese Kategorie an. Das wäre also schon mal ausgestanden.

An 79 Tagen im Jahr 2015 droht „starker Verkehr mit Stauungen“. Bei Staustufe zwei liegt der August mit elf Tagen klar vorn, gefolgt vom Oktober (9). Üblicherweise deckt diese Kategorie nahezu jedes Wochenende zumindest anteilig ab. Es sei denn, es kommt noch schlimmer.

Das ist an 14 Tagen der Fall, glaubt der ADAC. „Sehr starker Verkehr mit längeren Stauungen“ nennt sich die übelste Vorhersagekategorie. Sieben Mal allein im Juli färbt sich der Staukalender rot statt orange, gelb oder weiß (freie Fahrt). Klar, Juli ist Hauptreisezeit. Problemlos ist man in diesem Monat voraussichtlich nur an den Montagen und Dienstagen unterwegs. Und am Mittwoch/Donnerstag (8./9.7.) vor dem großen ersten Ferienwochenende.

Ostern kommt die erste Welle

Aller großen Reisewellen Anfang sind traditionell die Osterferien. Die meisten Bundesländer starten dieses Jahr am 30. März zur Eiersuche bei den lieben Verwandten. Gründonnerstag (siehe unten) darf man sich daher getrost auf längere Stauzeiten einstellen. Am Ostermontag (6. April) rollen die meisten wieder heimwärts. Wer das aussitzen kann, sollte lieber noch einen Tag dranhängen bei Oma und Opa.

Richtig eng auf der Autobahn wird es 2015 laut ADAC an diesen Tagen:

  • 2. April (Gründonnerstag)
  • 13. Mai (Mittwoch vor Christi Himmelfahrt)
  • 22. Mai (Freitag vor Pfingsten)
  • 27. Juni (1. Ferien-Samstag in Nordrhein-Westfalen)
  • 4. Juli (2. Ferien-Samstag)
  • 11. Juli (Ferienbeginn Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen)
  • 17./18. Juli (1. Ferien-Wochenende Berlin, Brandenburg, Hamburg)
  • 24./25. Juli (Ferienstart Bremen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland)
  • 31. Juli/1. August (Ferienstart Baden-Württemberg und Bayern)
  • 7./8. August (letztes Ferienwochenende NRW)

 

Freitags ab 13 Uhr schlägt es 13

Grundsätzlich sollte man beherzigen: Der Reiseverkehr in die Urlaubsgebiete ist erfahrungsgemäß an Freitagen und vor Feiertagen von 13:00 bis 20:00 Uhr und an Samstagen von 09:00 bis 15:00 Uhr am stärksten. Wer es vermeiden kann, sollte sich diese Zeit auf der Bundesautobahn (BAB) grundsätzlich schenken. Gar nicht erst unnötig stressen zu Ferienbeginn oder vorm langen Wochenende.

Auf dem Rückweg aus dem Urlaub wird es freitags von 14:00 bis 19:00 Uhr, samstags von 11:00 bis 18:00 Uhr sowie sonntags von 14:00 bis 20:00 Uhr besonders voll. Günstige Reisetage während der (Sommer-)Ferien sind der Dienstag und der Mittwoch.

Glücklich darf sich schätzen, wer als Auto- oder Motorradreisender nicht an den klassischen „Bettentausch“-Tag (Sonnabend) gebunden ist. Wenn doch: Lieber ein bisschen später losfahren – und dafür besser durch- beziehungsweise schneller ankommen.

Brückentag fällt 2015 ins Wasser

Feiertagsbedingte Urlaubsbrücken sind 2015 rar gesät. Heiligabend fällt auf einen Donnerstag, der 2. Weihnachtsfeiertag folglich auf einen ohnehin „freien“ Samstag. Die geschenkte Weihnachtszeit ist dieses Jahr also nicht ganz so üppig wie 2014. Gemein: Auch der (wie immer freie) Tag der Deutschen Einheit fällt auf einen Samstag.

Für den kleinen Vier-Tage-Urlaub zwischendurch taugen 2015 nur der 15. Mai (Freitag nach Christi Himmelfahrt) und der 5. Juni (Freitag nach Fronleichnam). Wer ein bisschen was drauflegt und vier Tage Urlaub (4. bis 10. April) opfert, kann über Ostern zehn Tage ausschlafen.

Über Pfingsten kommt man wie üblich auf neun Mal frei für vier Tage Urlaub (26. bis 29. Mai 2015). Darüber könnte man dieses Jahr durchaus mal nachdenken. Aber lieber nicht zu lange zögern. Sonst sind die Kollegen wieder schneller mit dem Urlaubsantrag. Und da ist sie dann wieder, die Frage: Warum immer ich?

Eine Übersicht der größten Stau-Stellen finden Sie in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt | Bildmaterial: Petair/Fotolia