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Das ändert sich für Autofahrer

Gutes und Schlechtes 2015

Im Jahr 2015 ändert sich für Autofahrer einiges. Worauf Sie bei Kurzzeitkennzeichen, Verbandskästen und dem Autokauf achtgeben müssen, haben wir hier zusammengestellt.

17. Dezember 2014

Autofahrer müssen auf einige rechtliche Änderungen gefasst sein, die im Jahr 2015 gültig werden.

Die gravierendste Neuerung betrifft sicherlich die Kurzzeit-Kennzeichen: Ihre Nutzbarkeit wird ab 1. April 2015 stark eingeschränkt werden. Oldtimerfreunde und Tuningfans werden es künftig schwerer haben: Ab nächstem Jahr sollen die Blechtafeln im Grundsatz nur noch an Fahrzeuge abgegeben werden, die eine gültige Hauptuntersuchung haben.

Eine Ausnahme wird nur für Fahrten in die Werkstatt oder zur Prüfstelle erlaubt sein, solange diese in unmittelbarer Nähe des Fahrzeugstandortes liegt. Weiter als in einen benachbarten Kennzeichen-Bezirk darf dann nämlich niemand mehr ohne HU fahren. Ausführliche Infos zu den Kurzzeit-Kennzeichen haben wir hier zusammengestellt.
 

 
 

 

Elektroautos bekommen Sonderrechte

Elektroautos wird im Jahr 2015 ein eigenes Kennzeichen zur Verfügung gestellt, das ihnen gegebenenfalls bestimmte Sonderrechte zuteil werden lässt. Das Nummernschild der alternativ angetriebenen Fahrzeuge wird künftig mit einem „E“ am Ende gekennzeichnet, ähnlich dem „H“ bei historischen Fahrzeugen.

Berechtigt sind alle Autos, die mindesten 30 Kilometer rein elektrisch fahren können – also auch viele Plug-in-Hybridautos wie der Toyota Prius, der auf Langstrecken von einem Benzinmotor angetrieben wird.

Ab Februar 2015 können die Elektroautos diese Sonderrechte bekommen, beispielsweise vergünstigte Parkgebühren oder die Benutzung von Busspuren. Die einzelnen Erleichterungen müssen allerdings von Landkreisen, Städten oder Gemeinden selbst festgelegt werden. Wer ein Elektroauto besitzt, sollte sich bei seiner Kreis- bzw. Stadtverwaltung nach solchen Privilegien erkundigen.

Abmeldung künftig übers Internet

Wer sich grundsätzlich ein Elektroauto zulegen möchte, sollte dies im kommenden Jahr tun. Nur noch 2015 gilt die Steuerbefreiung für zehn Jahre, ab 2016 wird diese Vergünstigung auf eine Dauer von fünf Jahren reduziert.

Ohne lästige Warteschlange kann man sein Auto oder Motorrad ab dem nächsten Jahr abmelden. Dann ist dieser Verwaltungsakt bundesweit online möglich. In der Realität wird das aber vorläufig nur für Fahrzeuge möglich sein, die 2015 neu oder wieder zugelassen werden.

Denn hierfür sind neben dem neuen Personalausweis spezielle Codes vonnöten, die dann auf den Kennzeichen und den Fahrzeugpapieren erst ab 2015 eingetragen sind. Ummelden oder Anmelden muss man sein Fahrzeug weiterhin herkömmlich, das wird online erst ab 2017 möglich sein.

eCall wird bei Neuwagen Pflicht

Immerhin: Wer in Zukunft umzieht oder ein Auto aus einer anderen Stadt kauft, muss das Fahrzeug zwar ummelden, kann aber das bisherige Nummernschild behalten. Auch wenn es das des bisherigen Zulassungsbezirkes ist. Die Versicherungsbeiträge werden unabhängig vom Kennzeichen in dem neuen Wohnort berechnet.

Neuwagen müssen außerdem ab 2015 mit dem sogenannten eCall-System ausgerüstet sein. Dieses registriert, wenn das Fahrzeug einen Unfall hatte, und schickt dann augenblicklich automatisiert Daten über den Standort an eine Notfallzentrale durch. Eine Telefonverbindung mit den Rettern wird ebenfalls automatisch hergestellt.

So sollen die Rettungszeiten bei Unfällen drastisch gesenkt werden. Das System arbeitet EU-weit, funktioniert also auch bei Auslandsfahrten innerhalb EU-Europas.

Erneut Förderung für Nachrüst-Rußfilter

Die Abgasnorm Euro 6 wird im Jahr 2015 verschärft. Für Benziner bringt sie zwar keine Änderungen bei den Schadstoffwerten, für Diesel allerdings schon: Dieselmotoren dürfen pro Kilometer nur noch 80 statt wie bisher 180 Milligramm Stickoxide (NOx) ausstoßen.

Im neuen Jahr wird es aber im Gegenzug eine finanzielle Förderung für die Nachrüstung von Partikelfiltern in ältere Diesel-Pkw geben. Dafür sind insgesamt 30 Millionen Euro bereitgestellt worden. Wer einen Filter einbauen will, sollte den Antrag frühzeitig stellen – bisher war der Etat stets längere Zeit vor Ende der Förderung ausgeschöpft. Anträge sind übers Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu stellen; der Antrag muss per Post verschickt werden. Die Fördersumme pro Pkw beträgt maximal 260 Euro.

Im neuen Jahr gibt es auch neue Verbandskästen, die dann der DI-Norm 13164 entsprechen müssen. Darin enthalten sind zum Beispiel neue Pflastersets, die besser für Kinder geeignet sind. Die alten Verbandskästen dürfen bis zum Ablaufdatum weiter genutzt werden.

Auch kleine Lkw zahlen Autobahn-Maut

Waren kleinere LKW bislang von der Maut ausgenommen, gilt diese Maut ab Oktober 2015 auch für LKW ab 7,5 Tonnen. Dadurch müssen jetzt auch kleinere Unternehmer diese Pflichtabgabe bezahlen, sofern sie einen mittelgroßen LKW besitzen.

Wer sein Auto im nächsten Jahr stehen lässt und auf die öffentlichen Verkehrsmittel ausweicht, sollte mehr denn je darauf achten, zuvor ein Ticket zu lösen: Schwarzfahrer zahlen ab 2015 nämlich 60 statt bislang 40 Euro.

In Großbritannien und Italien werden die Strafen für Autofahrer verschärft, wenn diese unter Drogeneinfluss standen: Werden im Vereinigten Königreich beim Fahrer Ecstasy, Kokain oder Cannabis (Haschisch) im Blut nachgewiesen, kann das zu einer Geldstrafe von maximal 5.000 Pfund (rund 6.400 Euro) oder bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe sowie einer Führerscheinsperre bis zu zwölf Monaten führen. In Italien verlieren Unfallverursacher unter Drogeneinfluss ab sofort lebenslang den Führerschein.

Übrigens hilft auch die Flucht hinter die Landesgrenze einem Verkehrssündern in Zukunft nicht mehr sicher: Ab 10. Januar 2015 sind Entscheidungen nationaler Gerichte im gesamten EU-Gebiet vollstreckbar.

Mehr Info über die Änderungen in der Bildergalerie.

Text: Portal-Manufaktur / Stephan Hellmund