WM 2014 - was dürfen Autofahrer?

Fußball-Fans feiern auch im Fahrzeug

Die Straße wird zum Stadion

Fußball heißt Party: Ein Umzug mit festlich beflaggten Autos gehört da zum festen Brauch. Doch nicht alles ist erlaubt – mobile.de gibt einen Überblick

Am 12. Juni geht es los: Die WM 2014 in Brasilien startet mit dem Eröffnungsspiel Brasilien-Kroatien! Am 16. wird für die deutsche Elf erstmals Anpfiff sein (hier geht es zum WM-Spielplan). Wann auch immer Sie sich zuschalten; seien Sie sicher: Nach so manchem Spiel wird auf deutschen Straßen ein Freudenfest gefeiert.

Ein Autokorso mit hupenden und fahnenschwingenden Fans gehört mittlerweile zum festen Brauch. Eigentlich ist das zwar illegal; aber bei solchen Anlässen drückt die Polizei regelmäßig zwei Augen zu. Sofern die Stimmung nicht in Massenhysterie ausartet und alle hübsch friedlich bleiben.

Das gilt auch für den zünftigen WM-Schmuck am Blech: Was nicht stört oder behindert, wird Ihnen keinen Strafzettel einbringen.

 

 
 

So viele Fähnchen, wie Sie mögen

Ob es sich um Überzüge für die Außenspiegel in Nationalfarben, um Fähnchen oder anderen Schmuck am oder im Fahrzeug handelt, die Grundregel ist: Der Fahrer muss gute Sicht auf die Fahrbahn und nach hinten haben. Und es darf durch flatternde Teile oder Gegenstände, die bei voller Fahrt wegfliegen, natürlich niemand verletzt werden.

Deshalb sind großformatige Fahnen mit festen Stöcken grundsätzlich verboten. Auch das Aufstehen im Cabrio, das Heraushängen der Beifahrer aus den Fenstern und erst recht das Sitzen auf Dach oder Motorhaube während der Fahrt ist und bleibt eine Ordnungswidrigkeit.

Von Alkohol oder anderen Drogen gar nicht zu reden: Hat der Fahrer einen mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut (bzw. ist wegen anderer Drogen nicht fahrtauglich), nützt die beste Feierlaune nichts. Und die ist spätestens dann vorbei, wenn der Führerschein eingezogen wurde.

Autokorso ist grundsätzlich illegal

Ein Autokorso ist vergleichbar mit einer unangekündigten Demonstration: Eigentlich ist so etwas nicht gestattet. Eigentlich. Aber hier gilt rechtlich gesehen das so genannte Opportunitätsprinzip: Die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten wie Dauer-Hupen (Lärmbelästigung) oder das Schwenken von Fahnen aus Autofenstern (Verkehrsgefährdung) muss in einem vernünftigen Verhältnis zum Aufwand und Zweck (der Strafverfolgung) stehen.

Das heißt nichts anderes, als dass Polizeibeamte erwägen sollen, inwieweit es Sinn hat und überhaupt möglich ist, Tausenden von Autofahrern wegen Lappalien hinterher zu jagen. Aber Vorsicht: Sobald das Verhältnis umkippt, wird durchgegriffen: Dass auch ein Konvoi rote Ampeln akzeptieren muss, dass Autos auf Bürgersteigen nicht fahren dürfen und umgekehrt Fußgänger auf der Straße nichts zu suchen haben, sollte klar sein.

Das ABC der Fan-Bußgelder

Hier eine kleine Übersicht, was eine Demo für die schönste Nebensache der Welt Sie oder Ihre Mitfahrer bei Regelübertretungen eventuell kostet – Sie sehen, alles bezahlbar. Aber bedenken Sie bitte, dass es in Kombination mit einem Unfall und Drogenmissbrauch noch erheblich teurer werden kann:

  • Benutzung von Warnblinker ohne zwingenden Grund: 5 Euro Bußgeld
  • Benutzung von Lichthupe und Signalhorn ohne zwingenden Grund: 10 Euro Bußgeld
  • Heraushängen aus dem fahrenden Auto: 50 Euro
  • Aus Übermut (nicht aus Trunkenheit) Schlangenlinien fahren: 80 Euro
  • Aus Trunkenheit Schlangenlinien fahren: 500 Euro
  • Rote Ampel ignoriert: mindestens 90 Euro
  • Straßensperre umgangen bzw. umfahren: 5 Euro
  • Örtliches Fahrverbot missachtet: 40 Euro
  • Mit anderen Korso-Teilnehmern ein Rennen veranstaltet: 400 Euro
  • Stehen im fahrenden Cabrio; Sitzen auf Dach, Kofferraum oder Motorhaube: 5 Euro
  • Überladung des Autos durch zu viele Fans, Bierkisten oder Sonstiges: 25 Euro
  • Weigerung, den Führerschein vorzuzeigen: 5 Euro
  • Gurt nicht angelegt: 30 Euro

 

Text: mob