Autos mit wenig Mängeln

Das sind die besten Gebrauchtwagen

TÜV-Report 2015: Die Guten

TÜV-Prädikat: Besonders emfehlenswert! Diese Gebrauchtwagen-Modelle zeigten selten oder nie Mängel bei den 8,5 Millionen Hauptuntersuchungen im vergangenen Jahr. Ein Herstellerland fällt dabei durch ein besonders hohes Qualitätsniveau auf

10. November 2014

Deutschland ist Weltmeister, und das nicht nur beim Fußball. Beim TÜV sind die deutschen Autos kaum zu schlagen. Noch in den vergangenen Jahren wirkte es so, als ob sich japanische und deutsche Autobauer ein erbittertes Wettrennen um die höchste Qualität liefern.

Derzeit steht fest: Die Deutschen liegen vorn. Unter den ersten zehn Plätzen der Autos mit den wenigsten Mängeln über alle Gruppen und Klassen machen deutsche Hersteller das Rennen unter sich aus. Auch insgesamt scheint die Haltbarkeit der Autos weiter zuzunehmen: Die Mängelquote sank auf aktuell 23,5%. Damit ist sie erstmals wieder leicht gesunken, was der TÜV auch auf eine Qualitätsoffensive der deutschen Autobauer zurückführt.

Da passt es ins Bild, dass immer mehr Autos die TÜV-Prüfung gleich im ersten Anlauf und komplett ohne Beanstandungen schaffen. 2014 waren das mehr als fünf Millionen Autos bei 8,5 Millionen Prüfungen.

 

 
 

 

Bewertungsschema wurde angepasst

Noch im Vorjahr hatte das ganz anders ausgesehen: Die Mängelquote stieg über alle Automodelle und Altersklassen hinweg rasant auf 24,9%. Heißt: Einem Viertel aller geprüften Autos wurde wegen „erheblicher Mängel“ die frische Plakette verweigert.

Allerdings muss man dazu wissen, dass sich auch das Bewertungsschema bei der Hauptuntersuchung geändert hatte: Einige Mängel wurden in Bezug auf Sicherheit oder der Umweltfreundlichkeit im Prüfkatalog neu eingestuft.

Jetzt ist das Bild wieder zurechtgerückt – aber nur, wenn Sie das richtige Auto kaufen. Das sollte, wie bereits erwähnt, am besten ein deutsches sein. Auch japanische Produkte sind weit vorn. Noch klarer wird das Bild, wenn man sich die ersten 50 Plätze dieser Statistik anschaut. Hier finden sich 1 Renault, 1 Volvo, 14 Japaner und nicht weniger als 34 Autos aus deutscher Produktion.

Geringste Mängelquote aller Zeiten

Auch der Gesamtsieger über alle Klassen kommt aus Deutschland: Es ist der Mercedes SLK, der sich mit einer Mängelquote von nur 2,4 Prozent die Goldmedaille sichert. Da ist es nur noch eine Notiz am Rande, dass eine Mängelquote von 2,4 Prozent die niedrigste ist, die der TÜV jemals registriert hat.

Im Vergangenen Jahr lag der Opel Meriva auf dem ersten Platz, nun also der Mercedes SLK. Der Meriva landet aktuell auf Rang 17, aber er ist immer noch der beste Van. Platz zwei geht an den Audi A6 (2,9 Prozent) und Bronze gab es für den Mercedes GLK (3,6 Prozent).

Diese Ränge belegten im Vorjahr der Mazda 2 (4,6 Prozent) und der Toyota IQ mit 4,8 Prozent. Sie landen nun auf den Plätzen 11 (Mazda 2; 5,0 Prozent) und 45 (Toyota IQ, 6,9 Prozent).

Vier Altersklassen im TÜV-Report

Der TÜV kürt jedoch nicht nur die Gesamtsieger, sondern teilt die Autos für seine Statistik in fünf Gruppen und vier Altersklassen.

Das sind die jeweiligen Besten:

nach Klassen (Daten der ersten TÜV-Untersuchung nach drei Jahren)

  • Kleinwagen: Mazda 2
  • Kompaktwagen: Audi A3
  • Mittelklasse: Mercedes C-Klasse
  • Vans: Opel Meriva
  • SUV: Mercedes GLK


nach Altersgruppen

  • 2- und 3-jährige: Mercedes SLK
  • 4- und 5jährige: Mazda3
  • 6- und 7-jährige: Porsche 911
  • 10- und 11-jährige: Porsche 911

Licht ist weiterhin ein Problem

Was hat sich in den vergangenen Jahren geändert, dass die TÜV-Prüfung ihren Schrecken bei der richtigen Autowahl immer mehr verliert? Neben der Qualitätsoffensive sieht der TÜV auch Fortschritte bei der Wartung: „Wartung sorgt nicht nur für mehr Sicherheit, sondern spart bares Geld. Dieser Hinweis – nicht zuletzt von TÜV SÜD – kommt bei den Autofahrern an“, sagt Patrick Fruth, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV SÜD Auto Service GmbH.

Trotzdem: Gerade bei der Beleuchtung zeigen sich Wartungsmängel, und ausgerechnet diese Baustelle zeigte sich 2014 nur leicht verbessert: Der Durchschnitt der Autos, die mit mangelhafter Beleuchtung zur Prüfung antreten, liegt bei knapp sieben Prozent. 6,9 Prozent der dreijährigen Pkw präsentierten sich auf den Prüfgassen in schlechtem Licht.

Bei den Zehn- und Elfjährigen sieht es noch düsterer aus: 31,8 Prozent. Damit muss fast jedes dritte Fahrzeug wegen defekter Lampen zur Nachprüfung antreten.

Liste der schlechtesten Gebrauchtwagen

Wo viel Licht ist, muss man den Schatten nicht lange suchen: Auch die schlechtesten Gebrauchtwagen hat der TÜV-Report minutiös registriert; über sie gibt es einen eigenen Bericht.

Mehr Infos zu den besten Gebrauchtwagen im TÜV-Report finden Sie in der Bildergalerie.

Text: Portal-Manufaktur / Stephan Hellmund