So wenig Mängel wie noch nie

TÜV-Report 2015: Das beste Auto

Der geht einfach nicht kaputt

Der Mercedes SLK hat beim diesjährigen TÜV-Report einen neuen Rekord aufgestellt: Noch nie maßen die Prüfer eine so geringe Mängelhäufigkeit. Was kann der Roadster sonst?

11. November 2014

1996 war es, da belebte Mercedes mit dem SLK eine verschollen geglaubte Technik wieder: Cabrios mit einem klappbaren Metalldach. Es machte die luftigen Fahrzeuge erstmals vollwertig wintertauglich – zum Preis eines stark verkleinerten Kofferraums bei geöffnetem Dach und stark geneigter, weit ausladender Frontscheibe.

Mittlerweile gibt es viele ähnlich konstruierte Cabrios, aber der SLK in seiner nun dritten Generation hat etwas, was die anderen auch gerne hätten: Eine offensichtlich sehr hohe Qualität.

Der TÜV attestierte ihm in seinem diesjährigen Report nicht nur, das Auto mit den geringsten Mängeln in Deutschland zu sein – nein: Er erreichte zugleich einen neuen Rekord: Seine Mängelquote von 2,4 Prozent ist die geringste jemals vom TÜV gemessene! Heißt: Kein Auto hatte bisher weniger Mängel im TÜV-Report.

 

 
 

 

Besondere Mängel & Macken: keine

Lediglich Schönheitsfehler gibt es bei ihm zu bemängeln: Knarzgeräusche aus dem Türen oder zwischen Sitz und Rückwand sind öfters zu hören. Hin und wieder kommt es zu Abstürzen des Command-Systems.

Weiter gibt es tatsächlich wenig zu beanstanden. Johannes Näumann vom VdTÜV schaut denn auch zufrieden in die Detailauswertung.

Der Einfachheit werden die Mängel eines Autos beim TÜV in vier Baugruppen geteilt: Fahrwerk, Licht, Bremsen und Umwelt. Dahinter stehen jedoch 90 einzelne Prüfpunkte, und „auch hier findet sich nichts Auffälliges“, wie Näumann dem SLK attestiert.

Gute Pflege ist dem SLK sicher

Der Mercedes SLK hat es allerdings leichter als seine Konkurrenten: Er taucht nach drei Jahren mit einer vergleichsweise geringen durchschnittlichen Laufleistung von nur 26.000 Kilometern beim TÜV auf.

Das deutet auf ein behütetes Leben als Zweit- oder Drittwagen hin, der bei schönem Wetter für eine Spritztour aus der Garage geholt wird. Ehrensache auch, dass die meisten SLK in einer Fachwerkstatt gewartet werden.

Das verdeutlicht: Allein auf Ingenieurskunst und sorgfältige Montage kommt es nicht an, sondern immer auch auf die Pflege durch den Benutzer. So wird aus einem hoffnungsvollen Talent ein Musterknabe. Aber deswegen auch ein Streber?

Sportler oder Boulevard-Gleiter?

Mercedes-Roadster stehen oft im Verdacht, lediglich Boulevard-Gleiter zu sein und mit einem Sportwagen nicht mehr viel gemein zu haben. Das „SL“ in SLK stand denn auch ursprünglich für „Super Leicht“ oder „Sport Leicht“. Die großen SL-Roadster sind tatsächlich keine Sportwagen, aber der kompakte SLK gilt bei den einschlägigen Fachmagazinen als durchaus temperamentvoll.

Zwar wird aus einem schwäbischen Roadster niemals mehr ein Kurvenräuber werden und im Vergleich ist der BMW Z4 da ganz anderes gepolt. Aber der SLK bleibt bei allem Komfort auf der Landstraße nahe dran und vermittelt seinem Fahrer viel Fahrspaß.

Trotz seiner 1,5 Tonnen geht es beispielsweise im SLK 250 mit vier Zylindern und 204 PS gut voran. Brutaler Schub entsteht naturgemäß bei den AMG-Versionen. Diese haben einen 421 PS starken V8 unter der Haube, mit ihm mutiert der SLK endgültig zum ernst zu nehmenden Sportwagen.

Dieselmotor nicht sonderlich verbreitet

Allerdings sind die Wartungskosten eines AMG auch auf ganz anderem Niveau. Wer sparen möchte, kann das erstmals in dieser SLK-Generation mit einem Diesel. Der SLK 250 CDI verbraucht laut Herstellerangaben weniger als fünf Liter auf 100 Kilometer.

Allerdings sind Dieselmodelle nicht sehr verbreitet: Nur knapp jeder zehnte SLK der Baujahre 2011 bis 2014, der bei mobile.de zum Kauf angeboten wird, ist mit dem sparsamen Motor ausgestattet.

Mehr Infos über den Mercedes SLK 3. Generation finden Sie in der Bildergalerie.

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Text: Portal-Manufaktur / Stephan Hellmund | Bildmaterial: Daimler