Staukalender 2014

Staukalender 2014

Freie Fahrt voraus!

Diese Termine sollten Sie sich merken: Der Staukalender verrät, wann auf Deutschlands Autobahnen am wenigsten los ist – und wann Stillstand droht.

22. Januar 2014

Der zunehmend vernetzte Verkehr kann ein Segen sein: Verkehrsinformationen in Echtzeit ermöglichen einen völlig neuen Blick auf die Straßen. Systeme wie zum Beispiel „RTTI“ (Real Time Traffic Information) von BMW erfassen verblüffend genau, wo sich der Verkehr ballt und wo nicht – und signalisieren es vielfarbig auf der Navigationskarte des Bordmonitors: von Rot für Stau bis Grün für freie Fahrt.

Hätten bereits alle Autos vergleichbare Systeme, hätte 2013 vermutlich viel Wartezeit und nerviger Stillstand vermieden werden können: Rund 415.000 Staus gab es im vergangenen Jahr auf deutschen Autobahnen. Die Gesamtlänge summierte sich auf 830.000 Kilometer – „so viel wie nie zuvor“, meldet der ADAC. Fast 20 Mal um die Erde, das ist mal eine gestandene Blechlawine.

Im Vorjahr hatte die Verkehrsdatenbank der Gelben Engel „nur“ 285.000 Staus mit einer Gesamtlänge von 595.000 Kilometern ausgespuckt. Schuld am dramatischen Anstieg ist nicht etwa eine Explosion des Verkehrs- und Stau-Aufkommens, sondern schlicht eine deutlich verbesserte Datenerfassung. Nicht zuletzt durch immer mehr vernetzte Fahrzeuge und Fahrzeugflotten.

 

 
 

Im Westen nichts Neues

Wie schon 2012 entfällt gut die Hälfte aller 2013er Staumeldungen auf die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (29 Prozent), Bayern (15 Prozent) und Baden-Württemberg (11 Prozent). In puncto Staukilometer liegt NRW mit einem Anteil von 27 Prozent vor Bayern (18 Prozent) und Baden-Württemberg (13 Prozent).

Im Westen nichts Neues also, im Osten aber auch nicht: Die fünf ostdeutschen Bundesländer gehen stautechnisch als verkehrsberuhigte Zone durch. Schlappe sieben Prozent der Staumeldungen und –kilometer entfallen auf Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Nichts geht mehr – diese Parole gilt auf (west-)deutschen Autobahnen im Oktober. Trauriger Monatsrekord: rund 90.000 Kilometer Stau – fast doppelt so viel wie im Februar (47.000 Kilometer).

Ostern kommt die erste Welle

Wann fließt der Verkehr, wann steht er? Eine kleine Hilfestellung bei der Reiseplanung gibt der Staukalender 2014. Hier die wichtigsten Eckdaten – für Statistiker und Reisefüchse.

Die Osterferien sind alle Jahre wieder die erste große Urlaubsreisewelle des Jahres. Erster Ferientag in jedem zweiten Bundesland ist Montag, der 14. April 2014. Bereits am 11. und 12. April (Freitag/Samstag) droht daher laut ADAC „starker Verkehr mit Stauungen“. Gleiches gilt für den Ostermontag (21. April) und das darauf folgende Wochenende (Freitag/Samstag, 25./26. April) sowie Mittwoch, den 30. April (Reiseverkehr 1. Mai).

Am Montag, 7. Juli, beginnt dieses Jahr offiziell die Sommerferienzeit. Am Freitag und Samstag zuvor (4./5. Juli) erwartet der ADAC folglich bereits starken Verkehr und reichlich Stau. Als erstes Bundesland startet dieses Mal Nordrhein-Westfalen in die Kinderausschlafphase, also gleich der dickste Brocken zuerst (einwohnerstärkstes Bundesland), gefolgt von Berlin (9. Juli), Brandenburg und Hamburg jeweils 10. Juli).

Am 15. September sollten die letzten Familien mit schulpflichtigen Kindern wieder daheim sein – tags drauf heißt es dann auch in Bayern wieder früh aufstehen. Das war es dieses Jahr mit den Sommerferien.

An diesen Tagen wird es richtig eng

Die größtmögliche Überschneidung der Ferienzeiten gibt es 2014 vom 18. bis 22. April, vom 31. Juli bis 19. August und ab dem 24. Dezember. In dieser Zeit haben 90 bis 100 Prozent aller Bundesländer zeitgleich frei.

„Zuhause bleiben“ sollte man sich an den folgenden Tagen in den Familienkalender schreiben – denn an diesen Tagen rechnet der ADAC mit „sehr starkem Verkehr und längeren Stauungen“:

  • 17. April (Gründonnerstag/langes Ostern-Wochenende)
  • 28. Mai (Mittwoch vor Christi Himmelfahrt/langes Wochenende)
  • 6. Juni (Freitag vor Pfingsten), 12. Juli (Samstag/Sommerferien)
  • 18./19. Juli (Freitag/Samstag; Sommerferien)
  • 25./26. Juli (Freitag/Samstag; Sommerferien)
  • 1./2. August (Freitag/Samstag; Sommerferien)
  • 8./9. August (Freitag/Samstag; Sommerferien)
  • 16. August (Samstag/Sommerferien).

Freie Fahrt (fast) garantiert

Nichts los auf der Autobahn (außerhalb der Stoßzeiten) – diesen Zustand erlebt man 2014 am wahrscheinlichsten zu folgenden Zeiten:

  • 12. bis 29. Januar
  • 15. März bis 2. April
  • 3. bis 29. Mai
  • 22. Juni bis 6. Juli
  • 16. September bis 5. Oktober
  • 9. November bis 21. Dezember.

In diesen Wochen hat kein einziges deutsches Bundesland Ferien. Für kühle Rechner: Günstige Reisetage während der (Sommer-)Ferienzeit sind statistisch Dienstag und Mittwoch. Am stärksten ist der Reiseverkehr in die Urlaubsgebiete traditionell an Freitagen und vor Feiertagen von 13:00 bis 20:00 Uhr und an Samstagen von 09:00 bis 15:00 Uhr. Die Rückreisewelle rollt freitags von 14:00 bis 19:00 Uhr, samstags von 11:00 bis 18:00 Uhr sowie sonntags von 14:00 bis 20:00 Uhr.

Aus 1 mach 4

Feiertagsbedingte Urlaubsbrücken bieten sich 2014 – je nach Bundesland – um folgende Termine herum an:

  • 1. Mai (Tag der Arbeit/Donnerstag)
  • 29. Mai (Christi Himmelfahrt/Donnerstag)
  • 19. Juni (Fronleichnam/Donnerstag)

Ein Tag Urlaub beschert einem hier jeweils vier freie Tage. Der allseits beliebte Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) fällt dieses Jahr leider „nur“ auf einen Freitag; aber lieber ein kurzes langes Wochenende als einen verschenkten Feiertag wie z.B. dieses Jahr Allerheiligen (1. November, ein Samstag).

Weihnachten und Silvester liegen 2014 wie schon im Vorjahr arbeitnehmerfreundlich mitten in der Woche, dieses Mal gibt es an einem Mittwoch Geschenke bzw. Luftschlangen. Wenigstens die Weihnachtsbrücke ist damit wohl bei den meisten Arbeitnehmern gesetzt.

In diesem Sinne: staufreie Fahrt!

Text: Ralf Bielefeldt | Bildmaterial: A_Bruno - Fotolia.com