Ein Pick-up aus Eis

Ein Pick-up aus Eis

Rollende Kältekammer

Ein Pick-up aus Eis, der auch noch fährt. Unmöglich? Mitnichten.

27. Januar 2014

Im Winter ist Kanada sicher keine der wärmsten Ecken. Während Mensch und Tier bisweilen unter den tiefen Temperaturen leiden, freuen sich die Eis-Skulptur-Experten von Iceculture. In diesem Winter haben sie einen massiven Pick-up aus Eis geformt.

 

 
 

Bemerkenswerte Details

Im Innenraum wimmelt es nur von bemerkenswerten Details: Angefangen vom Eis-Erfrischungsbaum, der vom Spiegel baumelt, bis hin zu Schaltern und Türgriffen. Das ist für die Könner aus Hensall in Ontario nichts Neues.

Neben verschiedenen Figuren und Gebäuden wie dem berühmten Disney-Schloss, das 2012 auf dem New Yorker Times Square ausgestellt wurde, haben die Kanadier auch früher schon eiskalte Autos aus dem kalten Material geschaffen - einen Mini Cooper, einen Chevrolet Camaro und einen Toyota Corolla. Ersteren mit detailgetreuem Interieur.

Etwa 20 km/h schnell

Aber ein Pick-up aus Eis, der auch noch fahren sollte, das war eine ganz besondere Herausforderung.

Eines der größten Probleme war der Motor, der nun einmal ziemlich viel Wärme abgibt. Deswegen wurde die Kühlung stark überarbeitet und die Hitze-Entwicklung des Triebwerks genug unterbunden, um dem Eis-Chevy zu ermöglichen, auf seine Rekordfahrt zu gehen.

Bei dieser Fahrt legte der Ex-Silverado etwa 1,6 Kilometer mit einer Geschwindigkeit von rund 20 km/h zurück. Jetzt soll das Gefährt in das Guiness-Buch der Rekorde eingetragen werden.

Hohes Gewicht

Die Initiative kam von einem kanadischen Autobatterie-Hersteller, der beweisen wollte, dass seine Akkus auch noch bei minus 40 Grad Celsius funktionieren.

Als Basis wurde ein 2005er Chevy Silverado auserkoren. Doch die Umsetzung war alles andere als einfach. Die Männer aus Hensall entkleideten zunächst den Silverado bis auf das Gerippe und benutzten gigantische Eisblöcke, um die Karosserie nachzubauen.

Das Problem: die Eis-Karosserie wiegt gut 6,3 Tonnen. Also musste das Chassis des Silverado dementsprechend verstärkt werden. Außerdem musste der Rohbau des Pick-ups komplett rostfrei sein.

Nur Eines konnten selbst die Iceculture- Experten nicht verwirklichen: beheizbare Vordersitze.

Versteifung des Rohbaus

Durch die extreme Versteifung des Rohbaus wurde gleich ein weiteres Problem gelöst: Durch die Verwindung des Chassis brach das Eis, wenn das Gefährt über Bodenunebenheiten rollte. Das geschah nun nicht mehr.

Damit man auch das Innenleben des Eis-Pick-ups bewundern konnte, entfernten die Experten alle Lufteinschlüsse, die man sonst im Eis findet, und sorgten so für den perfekten Durchblick.

Leider ließ man den Truck nach Beendigung der Dreharbeiten des Werbesport, für den er gebaut wurde, schmelzen. Was immerhin 44 Stunden dauerte.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Hersteller