1 Budget, 2 Optionen

Neuer Golf oder gebrauchte S-Klasse?

Der Preis ist der Gleiche

Neu- oder Gebrauchtwagen? Für das, was ein neuer Golf kostet, bekommen Sie auch einen gebrauchten Mercedes S-Klasse. Es gibt natürlich noch andere Optionen.

Beim Autokauf scheiden sich die Geister: Neu oder doch "nur" gebraucht? Wahren Status verleiht einzig und allein ein Neuwagen, denken viele – und liegen völlig falsch, denn fabrikfrische Ware muss nicht zwangsläufig mehr hermachen als bereits benutzte.

Bedenken Sie: Für Ihr Neuwagen-Budget können Sie mit Leichtigkeit 2-3 Autoklassen höher einsteigen, wenn Sie Second Hand shoppen. Also zum Beispiel ein gutes gebrauchtes Mittelklasseauto fahren statt eines neuen Kleinwagens. Was für ein sozialer Aufstieg, und das ganz ohne Risiko.

Es geht aber noch steiler aufwärts: Statt eines neuen VW Golf könnten Sie auch eine gebrauchte S-Klasse fahren. Zugegeben, etwas versnobt – aber grundsätzlich möglich. 

 

 
 

 

S-Klasse auch mit vielen Kilometern gut

Einen Golf hat fast jeder schon gefahren, und jedes Jahr entscheidet sich der größte Anteil Neuwagenkäufer erneut für Deutschlands erfolgreichstes Auto. Doch für die 17.000 Euro, die ein neuer VW Golf heute mindestens kostet, erhalten Sie auch eine gebrauchte Mercedes S-Klasse!

Und zwar die vorletzte Generation, gebaut zwischen 2005 und 2013. Derzeit werden bei mobile.de über 200 Oberklasse-Limousinen mit diesen Spezifikationen angeboten. Ihr Budget reicht zwar nur für die ältesten vier Produktionsjahre, aber: Laut Dekra-Gebrauchtwagenreport kommen auch Exemplare mit hohen Kilometerleistungen überwiegend ohne Mängel durch die HU.

Also, keine Ausrede mehr: Lieber als Golffahrer in der Masse untergehen oder mit der S-Klasse vornehm vorneweg flanieren? Zugegeben, der Vergleich hinkt ein wenig, weil der Monster-Mercedes erheblich höhere Verbrauchs- und Unterhaltskosten hat. Aber der Gedanke ist schon ein wenig reizvoll, oder?

Präsidenten-Limo zum Kleinwagenpreis

Der Status-Test funktioniert aber auch innerhalb des Fuhrparks von Marken. Zum Beispiel bei Audi: Warum den doch irgendwie kleinen A1 fahren, wenn es für das gleiche Geld auch eine äußerst komfortable Luxuslimousine Typ A8 gibt?

Den A8 fährt ja sogar der Bundespräsident – wollten Sie nicht immer schon mal nachempfinden, wie ein Joachim Gauck so in die Welt schaut? Und dieses Auto hat auch den unbestreitbaren Vorteil, im Fond viel Platz zu haben; denn nicht nur Staatschefs wollen mal die Beine langmachen.

Der Tausch Neuer A1 gegen benutzter A8 funktioniert nur, wenn Sie ein mindestens acht Jahre altes Luxus-Schiff kaufen. Und dabei auf Verschleiß an Fahrwerk, Bremsanlage und Auspuff sowie Öllecks am Motor achten, denn die können im Alter schon mal auftreten, warnt die Sachverständigenorganisation GTÜ.

Superbillig oder lieber supersportlich?

Noch krasser ist das Status-Gefälle beim nächsten Vergleich: Den billigsten Neuwagen auf dem deutschen Markt produziert Dacia, die rumänische Tochtermarke von Renault. Der Kompaktwagen Sandero bedeutet für viele, die ihr Leben lang gebrauchte Autos kauften, den Traum vom Neuwagen: Ab 6.890 Euro hat man ein fabrikneues Fahrzeug vor der Tür stehen.

Dacia wirbt erfolgreich mit einem klassenlosen Image: Dieses Billig-Produkt ist genau das richtige für all jene, die mit Status nichts am Hut haben. Sicher, Status ist nicht alles. Aber wie wäre es zum Beispiel mit Fahrspaß? Natürlich sollten Sie nicht irgendwas nehmen, ein Porsche ist gerade richtig.

Und kaum zu glauben, für Preise bis 7.000 Euro gibt es bei mobile.de tatsächlich eine Handvoll Porsche Boxster. Was für ein Tausch: Den nachweislich mäßig verarbeiteten Rumänen mit maximal 88 PS gegen ein Qualitätsprodukt (wenn auch deutlich abgewohnt) mit mindestens 204 PS!

Allerdings sollte der Käufer einer solchen Schleuder, die schon vom 3. Besitzer durch die Kurven gedroschen wurde, noch einige Tausender in Reserve halten; denn Porsche ist auch legendär für hohe Wartungs- und Ersatzteilkosten. Und ein solcher Billig-Boxster birgt mit Sicherheit einen imposanten Wartungsstau.

Eine smarte Alternative zum Fortwo

Noch mehr unvernünftige Vergleiche gefällig? Bitte schön: Cabriolets sind erfahrungsgemäß immer eine gute Wertanlage. Doch auch diese leiden unter Wertverlust, und so sind flotte Roadster von neulich inzwischen nur noch einen Bruchteil ihres Neupreises wert. Saison für Schnäppchenjäger!

Wenn Sie also nach einem agilen Zweisitzer mit Frischluft-Zugang Ausschau halten, können Sie natürlich einen neuen Smart Fortwo Cabrio für knapp 14.000 Euro erwerben. Sie müssen aber nicht – schließlich gibt es auch den BMW Z4, etwas mehr Platz mit deutlich mehr Flair.

Das Budget reicht zwar "nur" für die erste Generation des bayerischen Roadster, gebaut von 2002 bis 2008. Aber viele Fahrzeuge, die aktuell bei mobile.de angeboten werden, sind scheckheftgepflegt, und grundsätzlich stellen auch die Prüforganisationen dem Z4 ein gutes Testat aus.

Noch mehr unvernünftige Beispiele gefällig?

Das Spiel lässt sich natürlich noch weiter treiben; erlaubt ist was gefällt. Ein Tipp: Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, wählen Sie einen Gebrauchtwagen der zurücklichenden zehn Baujahre. In diesem Alter ist bei den meisten Produkten keine größere Reparatur zu befürchten. Die besten Modelle und potenzielle Problemzonen sind in den einschlägigen Dekra-Mängelstatistiken gut nachvollziehbar.

Weitere Alternativen mit eingebautem Status-Zuwachs in der Bildergalerie.

Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund | Bildmaterial: Foto: Volkswagen/Daimler (Montage: mobile.de)