Je berühmter, desto verrückter

Die schrägsten Auto-Spitznamen

Was ist ein Püppi-Porsche?

Sie sind manchmal niedlich oder sogar gemein – Spitznamen für Autos reichen von der „Kante“ über den „Tintenfischschwanz“ bis zur „Ente“. Das mobile.de Magazin hat die besten gefunden

Wenn wir Spitznamen meinen, dann ist hier nicht die Rede von Namen für Autos, die Besitzer ihren individuellen Schätzen gegeben haben. Vor allem in den 70ern war ein Käfer mit dem aufgeklebten Schriftzug „Knuddel“ oder ähnlichen Liebesbeweisen gang und gäbe.

Die Rede ist auch nicht von den üblichen Verkürzungen, die vor allem Liebhaber amerikanischer Autos ihren Wagen geben. Stang für Mustang, Caddy für einen Cadillac oder die Vette für – na, was wohl - genau: die Corvette, sind hier nicht unser Thema. 

Sondern die Nicknames für ganze Modell- bzw. Baureihen. Sie haben ihre ganz eigene Geschichte.

 

 
 

 

Spitznamen als gezieltes Marketinginstrument

Etwa die berühmte „Gangsterlimousine“ von Citroen. Sie hat unter diesem Begriff eine solche Berühmtheit erlangt, dass die eigentliche Modellbezeichnung „Traction Avant“ in Vergessenheit geriet. Apropos Citroen: Die französische Firma hat hier schon in den 50ern einkalkuliert, dass ihre Autos einmal unter den Spitznamen berühmter als unter ihrer Modellbezeichnung werden.

Die besten Beispiele hierfür sind die beiden Citroen-Typen DS und ID. Die DS debütierte 1955 und erreichte bei ihrer Präsentation eine höhere Aufmerksamkeit, als es ein notgelandetes Ufo vermocht hätte. So modern war ihre aerodynamische Form, dass aus der Modellbezeichnung DS schnell ein identisch ausgesprochenes „Déesse“ wurde – was im Französischen nichts anderes als „Göttin“ heißt.

1957 verwendete Citroen den gleichen Trick gleich noch einmal, als die einfacher ausgestattete ID („Idee“) erschien.

Selbst VW unterlag der Macht der Straße

Spitznamen sind manchmal so treffend, dass der Automobilfirma gar nichts anderes übrig bleibt, als den Wagen schließlich auch offiziell so zu nennen. So geschehen mit einem der berühmtesten Autos der Welt, dem VW Käfer.

Wer bis in die späten 50er sagte, er fahre einen Volkswagen, signalisierte damit unwiderruflich, dass er einen Käfer meinte – einen anderen Pkw bot die Marke bis dato gar nicht an! Den Spitznamen vergaben übrigens die Amerikaner, die den kleinen Wagen liebevoll „Bug“ oder „Beetle“ (beides übersetzt „Käfer“) tauften.

Doch mit der Vergrößerung des Modellprogramms fügte sich der Volkswagen-Konzern schließlich in das Unvermeidbare: Seit der zweiten Hälfte der 60er-Jahre heißt der Käfer auch offiziell Käfer. Die Macht der Straße hatte den damals bereits größten deutschen Autokonzern besiegt.

Vom Spitznamen zur Automarke

Noch toller trieben es nur die Amerikaner. Woher der Name Jeep wirklich stammt, ist nicht eindeutig geklärt. Klar ist jedoch, dass ursprünglich der Geländewagen Willys MB aus dem zweiten Weltkrieg, mit dem die siegreiche Besatzungsmacht in vielen Ländern motorisiert war, so genannt wurde. 

Die Popularität dieses „Siegertypen“ nutzt der Markeninhaber noch heute aus: Die gesamte Autofirma trägt seit Jahrzehnten diesen Namen.

Vom „Dreikantschaber“ über „Badewannen“ bis zur „Kante“ – mehr Beispiele finden Sie in Bildergalerie.

Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund | Bildmaterial: Porsche, Foto: Porsche