Pkw-Neuzulassungen 2013

Pkw-Neuzulassungen 2013

Die Tops und Flops

Doll war es nicht, das deutsche Zulassungsjahr 2013. Der größte Verlierer kommt aus Italien, der größte Gewinner aus England.

Es kann nur besser werden. Und das wird es wohl auch: Neuzulassungs-Zuwächse von 2,0 bis 6,1 Prozent prophezeien Auto-Orakel wie Prof. Ferdinand Dudenhöffer für das Jahr 2014. Das wäre doch was.

2013 geht als relativ tragisches Jahr in die deutsche Auto-Geschichte ein. Mit Ach und Krach knapp drei Millionen Neuzulassungen, das ist wahrlich kein Ruhmesblatt. Es waren auch schon 3,8 Millionen, zuletzt 2009, Abwrackprämie sei Dank. Unter der magischen „3“ vor dem Komma blieb in diesem Jahrtausend bislang nur das Jahr 2010 (2,92 Millionen).

Größter Verlierer des Jahres 2013 ist Alfa Romeo. Minus 53,4 Prozent lautet die Bilanz der einst stolzen Italiener im Zeitraum Januar bis November 2013. Der traditionell schwache Dezember wird Alfas Gesamtneuzulassungen nur noch homöopathisch beeinflussen.

3301 Neuwagen drückten die tapferen Händler im Laufe des Jahres in den Markt. Weniger verkauften laut Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) nur noch Konzernschwester Lancia (1.492, minus 47,4 Prozent) und die Edel-Japaner von Lexus (1.437, minus 43,6 Prozent).

 

 
 

Die Markenvielfalt schrumpft

Immerhin: Noch sind sie präsent auf dem deutschen Markt, „die trostlosen Drei“. Aber wie lange noch? Chrysler, Saab und Daihatsu haben bereits die Segel gestrichen, Chevrolet ist auf dem Sprung. Immerhin: Lexus darf sich treuer Luxus-Hybrid-Fans und einer mächtigen Konzernmutter (Toyota) sicher sein, Alfa-Mutter Fiat hingegen lässt zumindest für Lancia den Daumen bereits verdächtig in Richtung Schuhspitze zucken.

Furios berappelt hat sich dagegen Jaguar (3.843 Neuzulassungen, plus 30,1 Prozent). Die Briten haben mit XF und XF Sportbrake (plus 20,9 Prozent) und F-Type (neu ab Februar 2013) den Nerv der Individualisten getroffen – und der zahlungswilligen Dienstwagenfahrer: Beide Modelle haben einen auffallend hohen Anteil gewerblicher Neuzulassungen (86,1 bzw. 76,7 Prozent).

Mächtig Rückenwind verspürt auch Seat (77.184 Neuzulassungen, plus 23,3 Prozent). Die Spanier haben mit dem Leon die Kompakt-Überraschung des Jahres präsentiert. Fünf- und Dreitürer (SC) verkaufen sich wie Glühwein mit Schuss auf dem Weihnachtsmarkt. Jetzt komplettiert noch der Kombi ST das spanische MQB-Trio (Modularer Querbaukasten von Volkswagen). Und der ist wie die Limousine ein ernstzunehmender VW-Golf-Konkurrent.

Die Top 3 mussten Federn lassen

Der Zulassungs-Primus aus Wolfsburg dreht gewohnt unangefochten seine Runden an der Zulassungsspitze. 222.697 Einheiten von Januar bis November 2013 bedeuten zwar ein kleines Minus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Der Abstand zur Nummer zwei der KBA-Hitliste ist aber wie gewohnt immens – und dessen Erlöse landen nebenbei in der gleichen Kasse: Mit 67.579 erstmals zugelassenen Fahrzeugen muss sich der angegraute VW Passat (2014 kommt der Nachfolger) mit weniger als einem Drittel der Golf-Neuzulassungen begnügen – und einem Minus von 18,9 Prozent im Vergleich zu den ersten elf Monaten der Vorjahres. Die Nummer drei, der VW Polo, bringt es auf 63.663 Neuzulassungen (minus 12,5 Prozent).

Mehr über die 2013er Tops und Flops der Neuwagen gibt es in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt