Probefahrt Opel Monza Concept

Probefahrt Opel Monza Concept

Fahrende Skulptur

Die Studie Opel Monza Concept sorgte unlängst auf der IAA für Aufsehen. Formen und Design sind eine Sache, aber wie fährt sich das Opel Sportbrake-Konzept?

7. Oktober 2013

Schick ist er, der Opel Monza Concept. Doch nur schön reicht auch nicht immer. Mit der Kombination aus E-Power und Dreizylinder-Range-Extender, der mit Erdgas betrieben wird, sieht das schon anders aus.

Schon bei einem leichten Druck aufs Gas setzt sich der dunkelgraue Opel-Rochen spielerisch und lautlos in Bewegung. Wie immer bei E-Motoren ist das Drehmoment sofort da. Der Gas-Verbrenner spielt bei kurzen Strecken logischerweise keine Rolle.

Drückt man in Kurven etwas kräftiger auf das Gaspedal, zuckt sofort der ansehnliche Hintern, als wolle er zum Tanz bitten. Schön, dass Opel sich auf den Heckantrieb besinnt.

 

 
 

Schlichter und klarer

Dazu passt das Design der Mischung zwischen Shooting Brake und Coupé, das im Opel-Designer-Jargon "Sportbrake" heißt. Der Monza Concept ist Ende und Anfang zugleich.

"Mit dem Monza Concept hat zum ersten Mal seit zehn Jahren die gesamte Opel Modellpalette eine Design-Philosophie", erklärt Design-Direktor Malcom Ward. Diese greift Studie auf und führt sie weiter.

Ziel der Opel-Formensprache der Zukunft ist es, noch schlichter und klarer und damit unterm Strich unverwechselbarer zu sein. Wenn man sich die Design-Irrungen der Rüsselsheimer der letzten 20 Jahre wie zum Beispiel den Tigra ansieht, sicher eine vernünftige Maßnahme.

Muskulöser Körperbau

Das Design ist ein weiterer Schritt in eine bessere Opel-Zukunft. Die schmalen LED-Scheinwerfer, die Flaschenhals-Form der Karosserie und die dazugehörigen dreidimensionalen Elemente wie die Spange, die sich vom vorderen Kotflügel nach hinten streckt, lassen den Monza gut dastehen.

Unter dem Blechkleid steckt auch eine Architektur-Philosophie: Der Vorderwagen und der Rest des Chassis vermitteln den Eindruck, als seien sie ineinander gesteckt. "Yin und Yang" nennt das Monza-Chef-Designer Boris Jacob und verweist weiter auf die Statur eines Windhundes mit dessen schlanken und muskulösen Körperbau.

Auch ohne Ausflüge in die Tierwelt und die chinesische Philosophie soll der Monza Concept das modulare Konzept verfeinern und die Kombination verschiedener Antriebsarten ermöglichen.

Anzeigen frei konfigurierbar

Auch der Innenraum des 4,69 Meter langen Viersitzers zeigt, wohin die Reise bei Opel gehen soll. Das ganze Armaturenbrett ist ein Display und frei konfigurierbar. "Momentan sind immer mehr Bildschirme im Auto. Im Monza Concept ist die Armaturentafel eine dreidimensionale Skulptur", erklärt Boris Jacob.

Die Farbenpracht erzeugen 18 LED-Projektoren.

Dazu gehört auch ein sehr puristisches Bedienkonzept: Mit drei Schaltern kann der Fahrer vorkonfigurierte Anzeigen abrufen: "Me", "Us" oder "All".

Bei Letzterem öffnet sich der Monza Concept den sozialen Netzwerken, wird quasi Teil davon. Gibt der Fahrer seine Route im Internet preis, können sich andere User um die Mitfahrgelegenheit bewerben. Dies wird dem Monza-Lenker sofort inklusive Zusteig-Standort des weiteren Gastes mitgeteilt und auf die Anzeige gespielt. "Das ist eine neue Form des Car-Sharing-Konzepts", sagt Jacob. Ob die Autofahrer in Zukunft diese Form der Mitfahrzentrale umsetzen wollen, bleibt jedem selbst überlassen.

Alles dreht sich um die Monza-Nadel

Das Gegenteil davon ist "Me", das für den Alleinfahrer gedacht ist. Also werden nur fahrrelevante Daten wie zum Beispiel Geschwindigkeit und Drehzahl, sowie auf Wunsch die Navigation, auf das Display projiziert. Da gibt es nette Spielereien: Der Tacho kann entweder im lässigen 50er Jahre Stil als Walzen-Diagramm oder als Rundinstrument angezeigt werden.

Bei "Us" wird die Gemeinschaft groß geschrieben. Ist diese Einstellung aktiv, können die Insassen das Cockpit-Kino mit Hilfe zweier iPads, die zwischen den beiden hinteren Sitzen stecken, beeinflussen.

Bei aller Konfigurierbarkeit der Anzeigen gibt es jedoch ein zentrales Element: Die Monza-Nadel im zentralen Display bewegt sich nicht, die Anzeigen drehen sich um sie. 

Bleibt nur die Frage, ob der Monza in Serie gehen wird. Doch das bleibt vorerst Opels Geheimnis.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll