mobile.de: Exoten 2012/2013

Exoten 2012/2013

Die Exoten des Jahres

Diese Autos sind die Zulassungs-Verlierer 2012. Zumindest auf dem Papier.

7. Februar 2013

Keiner will mich, keiner mag mich. Schlimm, dieses Gefühl. Bestimmt auch für Autos. Oder zumindest für die verantwortlichen Produktmanager.

Die Neuzulassungsbilanz 2012 kennt viele Verlierer. Namhafte und weniger bekannte Modelle sind darunter, Bestseller und Exoten und diverse Auslaufmodelle.

Minus 2,9 Prozent lautet die triste Gesamtperformance des deutschen Automarkts im vergangenen Jahr. Selbst der Dauerprimus VW Golf musste überproportional Federn lassen: 6,7 Prozent beträgt das Minus des meistverkauften Autos der Republik. Gleichwohl bleibt der 2012 neu aufgelegte kompakte Besteller mit 240.702 Neuzulassungen unangefochten die Nummer eins.

 

 
 

Ladenhüter in allen Klassen

Rücksicht auf Marken nimmt die Liste der Ladenhüter nicht: Premium-Modelle (Audi A8 minus 22,3 Prozent) erwischt es genau so wie Billigheimer (Dacia Duster minus 15,4 Prozent). Zahlreiche Beispiele dafür zeigt die Bildergalerie.

Über die Gründe für den Misserfolg einzelner Modelle ließe sich trefflich philosophieren: Falsche Preispolitik, blödsinniges Design, mangelnde Verfügbarkeit, niederschmetternde Testergebnisse, anstehender Modellwechsel und derlei Argumente zählen dazu.

Allgemeine Kaufzurückhaltung wegen leerer Taschen lassen wir an dieser Stelle als Argument mal ausdrücklich außen vor. Immerhin: Desaströse Qualität oder mangelnde Zuverlässigkeit scheidet bei Neuwagen mittlerweile aus .

Autos, die es auf die Pkw-Hitliste schaffen, sind per se keine Gurken mehr im klassischen Schraubersinne. Und die Zeiten, als zum Beispiel Fiat ungestraft mit „Fehler in allen Teilen“ übersetzt werden konnte, sind vorbei. Dennoch gehören auffällig viele Modelle der Italiener zu den großen Verlierern des Jahres: Doblo minus 44 Prozent, Bravo minus 47,6 Prozent, Punto minus 53,9 Prozent – mamma mia, woran liegt es?

Nächste Ausfahrt Marktabschied

Über alle Modelle hinweg büßte Italiens Nummer eins im vergangenen Jahr 9,2 Prozent ihrer deutschen Neuzulassungen ein, bleiben 72.755 Erstanmeldungen, ein Marktanteil von 2,4 Prozent.

Auf Talfahrt befindet sich auch Alfa Romeo mit einem Minus von 28,4 Prozent im Vergleich zu 2011. 7.502 Neuzulassungen reichen nur noch für Rang 27 auf der 31 Plätze umfassenden Hersteller-Hitliste.

Lancias Plus von 27,1 Prozent hilft Konzernmutter Fiat da wenig: 2.979 Neuzulassungen entsprechen einem Marktanteil von nicht einmal 0,1 Prozent – und bescheren dem Chrysler-Klon Rang 30.

Schlechter stehen als „Volumenhersteller“ nur noch Lada (1.575 Neuzulassungen) und Daihatsu (1.263) da. 2013 tritt der japanische Hersteller nicht mehr in Deutschland an. Minus 67,9 Prozent beträgt die Zulassungsbilanz im frühzeitig angekündigten letzten Jahr auf dem deutschen Markt. Wahrlich kein Grund, die Rückzugs-Entscheidung zu überdenken.

Exotenbonus hat seinen Preis

Mit Stückzahlen von 367 (Daihatsu Sirion) oder 442 (Daihatsu Cuore) Einheiten im Jahr ist nun einmal kein Geld zu verdienen. Es sei denn, der Basispreis beträgt deutlich sechsstellige Summen wie bei Ferrari F12 oder Lamborghini Aventador.

37 beziehungsweise 44 Neuzulassungen verbucht das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 2012 für die Supersportwagen. Das passt schon, da kann von Ladenhütern keine Rede sein.

Lada macht diese Flughöhe sicher weniger glücklich. 72 Neuzulassungen schaffte das russische Fossil Lada 1118 im vergangenen Jahr in Deutschland – fast ein kleines Wunder anlässlich veralteter vaterländischer Technik.

Zum Vergleich: Der schnittige Infiniti EX30D brachte es 2012 nur auf 69 Erstanmeldungen, der kantige Cadillac CTS auf 48, die Zwei-Personen-Flunder Lotus Elise auf 41. Mehr über die Exoten auf deutschen Straßen in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt