Die US-Staatslimousine

Cadillac Number One

Die US-Staatslimousine

Der mächtigste Mann der Welt ist in einer Panzerlimousine unterwegs, die alles in den Schatten stellt.

Ist Barack Obama nicht an Bord einer der beiden Air Force One-Flugzeuge oder in den grünen Transfer-Hubschraubern, die ihn vom Flughafen zum Veranstaltungsort bringen, unterwegs, dann sitzt er im belederten Fond seines schwer gepanzerten Cadillac.

Der auch von Amtsvorgänger George W. Bush genutzte Cadillac DTS ging 2009 in den verdienten Ruhestand. Seither setzt Barack Obama bei seiner Sicherheit auf den schwer gepanzerten Cadillac Number One. "Wir sind stolz, dass der US-Präsident auch weiterhin mit einer Staatslimousine aus unserem Hause unterwegs ist", so Mark McNabb, Vice President von Cadillac Nordamerika, "Details zu dem Fahrzeug können wir aus Sicherheitsgründen nicht verraten."

 

 
 

Zentimeterdicker Stahl

Unter der schwer gepanzerten Karosse, die aus bis zu vier Zentimeter dickem Stahl besteht, befindet sich ein hochfester Rahmen, der mehr an einen Pick-up als an eine Luxuslimousine erinnert. Er stammt höchstwahrscheinlich vom Chevrolet Kodiak, einem Lkw.

Der Unterboden der amerikanischen Präsidentenlimousine ist antimagnetisch, um die Gefahr von Haftminen zu minimieren. Angriffe mit ummantelten Spezialgeschossen oder Handgranaten prallen am Cadillac Number One einfach ab. Störsender in den Begleitfahrzeugen sorgen dafür, dass es kaum möglich ist, eine Bombe in Fahrzeugnähe per Funk zu zünden.

Unter der ebenfalls üppig gepanzerten Motorhaube arbeitet ein mächtiger V8-Motor mit mehr als 500 PS. Trotzdem schafft die Präsidentenlimousine kaum mehr als 120 km/h. Die schusssicheren Reifen mit schwerem Gummiring und ein Gewicht von mehr als sechs Tonnen machen das Schnellfahren unmöglich.

Die Schwerpanzer

Neben Stahl ist die dunkle Karosserie ähnlich wie die deutschen Staatslimousinen vom Typ BMW 760i, Audi A8 und Mercedes S 600 Guard mit Platten und Matten aus Kevlar, Karbon und anderen hochfesten Kunstfasern verkleidet. So können weder Kugeln noch Bombensplitter ins Innere des Fahrzeugs gelangen.

Für Giftgasangriffe hat "The Beast" eine eigene Sauerstoffversorgung, die selbst unter Wasser dafür sorgt, dass den Insassen eine Stunde nicht die Luft ausgeht.

Für besondere Gefahrensituationen können die Türen abgesprengt werden.

Neben der über zehn Zentimeter dicken Sicherheitsverglasung werden die Insassen durch Spezialplatten an Dach, Unterboden, Türen und Säulen gegen Angriffe von außen geschützt.

An Bord gibt es eine komplette Kommunikationseinheit. Für weitere Sicherheit sorgt ein Stab von Begleitfahrzeugen, der die sicherste Limousine der Welt noch sicherer macht. An Bord: die Leibgarde des Präsidenten vom Secret Service.

Ist der US-Präsident im In- oder Ausland unterwegs, werden zumeist zwei bis drei identische Panzerfahrzeuge in C-17-Transportflugzeugen vorgeflogen und vor Ort für den Transport der hoch sensiblen Personenfracht eingesetzt.

Die Geschichte der US-Staatslimousinen

Einst waren die Fahrzeuge des amerikanischen Präsidenten Prachtkarossen, bei einigen ließ sich das Dach öffnen, um ihm einen möglichst engen Kontakt zu den jubelnden Massen zu ermöglichen.

Nachdem John F. Kennedy im November 1963 in einem offenen Lincoln erschossen wurde, stiegen die nachfolgenden Präsidenten endgültig auf schwer gepanzerte Fahrzeuge um.

Jahrzehntelang waren noch gepanzerte Fahrzeuge des Ford-Edelablegers Lincoln im Einsatz, erst Ronald Reagan stieg in den 80-er Jahren auf einen Cadillac um: Die Fleetwood Seventy Five Presidential Limousine.

Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff