Autofahrer-Mythen aufgeklärt

Autofahrer-Mythen aufgeklärt

Leider falsch

Durch Hörensagen aufgegriffenes Wissen ist oft trügerisch. Hätten Sie beispielsweise gewusst, dass das Freihalten von Parkplätzen nicht erlaubt ist? mobile.de präsentiert die 15 größten Autofahrer-Mythen.

23. Januar 2013

Es gibt so einiges an „Wissen“, was seit Jahren an Stammtischen kursiert und doch falsch ist. Warum ist das so? Weil wir Menschen einzigartig sind, vermutet der amerikanische Autor Philip Slater, von dem dieses schöne Zitat stammt: „Der Mensch ist unter den Tieren einzigartig durch seine Fähigkeit, Dinge zu wissen, die gar nicht so sind.“

 

 
 

Ungenauigkeiten mit Folgen

Oftmals allerdings sind es gar keine großen Fehler, sondern nur Ungenauigkeiten. So ist es beispielsweise tatsächlich erlaubt, dem Vorausfahrenden durch die Lichthupe oder die akustische Hupe das Überholen anzuzeigen – aber nur außerhalb geschlossener Ortschaften. Das längere, häufigere Betätigen der Lichthupe auf der Autobahn oder dichtes Auffahren werden von der Polizei jedoch schnell als Nötigung geahndet.

Bewusst falsch

Unschön ist es, wenn man sich selbst auf Schilder nicht verlassen kann. Ein weit verbreiteter Irrtum ist es, dass die Schilder auf vielen Supermarktplätzen „Hier gilt die StVO“ tatsächlich einen Wert haben sollten – genau das tun sie nicht. Die StVO – also die Straßenverkehrsordnung – gilt nie auf Parkplätzen! Regeln wie „Rechts vor Links“ oder gar Pfeile auf dem Boden haben keinerlei rechtliche Bedeutung.

Parkplätze sind keine Straßen

Wie das kommt? “Die Besonderheit liegt darin, dass die Gerichte Parkplätze nicht wie normale Straßen behandeln und auf diesen Verkehrsflächen daher andere Grundsätze zum Tragen kommen”, erklärt die D.A.S. Versicherungsjuristin Anne Kronzucker. “So dient ein Parkplatz in erster Linie dem ruhenden Verkehr.

Und das bedeutet: Die Regeln der Straßenverkehrsordnung beziehen sich uneingeschränkt nur auf §1. Dieser Paragraph fordert von den Verkehrsteilnehmern ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Das bedeutet in der Praxis, dass man beispielweise auf dem Parkplatz nur in Schrittgeschwindigkeit mit höchstens 10 km/h und in ständiger Bremsbereitschaft fahren darf.

Schnell ist man mitschuldig

Überhöhte Geschwindigkeit führt daher regelmäßig zu einer Teilschuld bei einem Zusammenstoß, auch wenn der andere Verkehrsteilnehmer – ohne ausreichend zu schauen – rückwärts aus einer Parkbucht fährt. Aber auf Parkplätzen gelten noch weitere Regeln, die sich von denen im normalen Straßenverkehr unterscheiden: So werden die Fahrspuren auf einem Parkplatz nicht wie Vorfahrtstraßen behandelt – sie dienen ausschließlich zur Suche von Parkbuchten.

Zudem stellen die Pfeile auf der Fahrbahn lediglich eine Fahrtrichtungsempfehlung dar. Sie sollte zwar befolgt werden, doch muss man mit “Falschfahrern” jederzeit rechnen.

Weitere Autofahrer-Mythen finden Sie in unserer Bildergalerie.

Text: SH | Bildmaterial: Shutter81 - Fotolia