50 Jahre Porsche 911 - Teil III

50 Jahre Porsche 911 - Teil III

Vollgas voraus

Gegen Ende der 90er Jahre geht es bei Porsche so richtig rund. Mit der Baureihe 996 wird der Elfer zum Volumenmodell.

12. April 2013

Der Boxermotor des Porsche 996 leistet mit 3,4 bzw., später 3,6 Litern Hubraum zunächst 300 und danach 320 PS. Die Höchstgeschwindigkeit: 285 km/h. Neben den deutlich verbesserten Fahrleistungen präsentiert sich der 996 deutlich sparsamer als seine potenten Ahnen.

Für die entsprechende Kühlung des Motors sorgt erstmals Wasser. Die langjährige Luftkühlung ist verschwunden, die Lüftungsgitter am Heck nicht.

Die einstige Heckschleuder zeichnet sich bereits seit dem 993 durch ein Fahrwerkspotential und Sicherheitsreserven aus, von denen man bis zu den späten 80er Jahren nur träumen konnte.

 

 
 

Die Sportmodelle

Höhepunkt der Baureihe 993 war die Straßenversion des 911 GT 2. Dank Doppelturbolader brachte er nicht nur die Konkurrenz auf den Rennstrecken dieser Welt zum Staunen. Aus 3,6 Litern Hubraum holt das Sportgeschoss 430 PS. Ein maximales Drehmoment von 540 Nm und eine Höchstgeschwindigkeit von 295 km/h sprechen eine deutliche Sprache. Von 0 bis Tempo 100 vergehen rund 4,4 Sekunden. 

Ähnlich sportlich ist ab Baureihe 996 der etwas zahmere Porsche 911 GT3. Er leistet anfangs 360 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt nun allerdings über der 300er-Grenze. Als erstes Serienfahrzeug der Welt knackt der GT 3 die Acht-Minuten-Marke auf der Nordschleife.

Rekordrunden

Erst 2004 schreibt der 997 die Sportwagenlegende weiter und ist dennoch eine konsequente Weiterentwicklung des 996. Seine modifizierte Optik unterscheidet ihn stärker von den PS-schwächeren Boxster-Modellen. Er vereint Elemente der Generationen 964, 993 und 996.

Bei Markteinführung ist der 997 als Carrera und Carrera S mit Leistungen von 325 und 355 PS zu bekommen. Neu ist die aktive Dämpfereinstellung, die für ein Höchstmaß an Agilität sorgt.

Der 911 Targa kommt etwas später und verfügt nach wie vor über ein sich weit öffnendes Schiebedach, das Luft und / oder Licht in den Innenraum des 2+0-Sitzers bringt. Serienmäßig ist das Targamodell nur mit Allradantrieb zu bekommen.

Immer mehr Kunden entscheiden sich für einen 911er mit Allradantrieb. Zur Modellpflege 2008 gibt es neue Motoren mit Direkteinspritzung. Der Normverbrauch des nun auf 345 PS erstarkten 3,8-Liter-Triebwerks sinkt erstmals unter die Zehn-Liter-Marke.

Die immer wieder als zu unsportlich kritisierte Getriebeautomatik namens Tiptronic hat nunmehr ausgedient. Sie wird von dem neu entwickelten Doppelkupplungsgetriebe PDK ersetzt. Der Erfolg ist gigantisch.

Tourenwagengefühle

Anders sieht es bei den Sportversionen aus. Modelle wie GT3, GT3 R oder GT2 RS setzen nach wie vor auf kompromisslosen Fahrspaß auf Rundkursen und Landstraßen. Die Sportmodelle von Porsche werden nach wie vor per Handschaltung auf Touren gemacht.

Nach vielen Jahren legt Porsche erstmals auch wieder einen Speedster, eine Version mit Notdach und flacher Windschutzscheibe, auf. Ebenso wie die Sondereditionen des Carrera GTS und Carrera GTS 4 wird auch er von einem auf 408 PS erstarkten Saugtriebwerk befeuert.

Reales Topmodell bleibt jedoch auch beim überarbeiteten Porsche 997 das Führungsdoppel aus 997 Turbo und 997 Turbo S, 500 bzw. 530 PS stark. Highlight am Turbo-Doppel ist nicht die pure Leistung oder Höchstgeschwindigkeiten von rund 320 km/h, sondern Torque Vectoring und ein besonders fahraktiver Allradantrieb.

Das weiterentwickelte Porsche Traction Management (PTM) besteht aus einem aktiven Allradantrieb mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung unter Einbeziehung des automatischen Bremsdifferentials und der Antriebsschlupfregelung.

Der Porsche 991

Der Porsche 991 bietet eine neue Plattform, größere Abmessungen, effizientere Motoren, konsequenteren Leichtbau und ein komplett neues Cockpit - die jüngste 911-Generation gleicht nur auf den allerersten Blick ihrem Vorgänger wie ein Ei dem anderen.

Mittlerweile hat das Ausrollen der 991er-Baureihe begonnen. Die Versionen Carrera und Carrera S erfreuen sich ebenso großer Beliebtheit wie die Allradler.

Das automatisierte Schaltgetriebe PDK hat bei den meisten Modellen einen Verkaufsanteil von über 80 Prozent. Tendenz steigend. Als nächstes können sich die Porsche-911-Fans auf die 475 PS starke GT3-Sportversion freuen.

Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff