20 Jahre Renault Twingo

20 Jahre Renault Twingo

Verkaufsschlager

Vor 20 Jahren trat der Renault Twingo seinen Siegeszug rund um die Welt an. Mittlerweile sind fast 3,3 Millionen Exemplare des pfiffigen Franzosen verkauft.

18. Oktober 2013

Heruntergebrochen ist die Renault-Twingo-Erfolgsformel ganz einfach: Eine Kombination aus langem Radstand (2,34 Meter), einer Breite von 1,63 Meter und einer durchaus bemerkenswerten Höhe von 1,42 Meter machten den Twingo zum Raumwunder. Selbst große Zeitgenossen fanden in der vermeintlichen "Schuhschachtel" Platz. Der Clou ist die um 17 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbare Rückbank: Jetzt haben die Insassen die Wahl zwischen viel Fußraum im Fond und einem vernünftigen Kofferraumvolumen von 261 Litern. Doch dazu kam noch das knuffige Aussehen.

Als der Renault Twingo 1992 beim Pariser Autosalon erstmals verträumt ins Scheinwerferlicht blinzelt, kannten die Begeisterungsstürme der weiblichen Autofahrer ob des Kindchen-Schemas des 3,43 Meter langen Kleinwagens kaum Grenzen. "Ach ist der niedlich. Diese Augen, einfach süß!", hörte man ab 1993 oftmals in der Nähe des kleinen Franzosen.

 

 
 

Frauenversteher

Sobald die Damen ihren neuen Liebling auch fahren durften, taten sie das gerne. Rund zwei Drittel der Twingo-Fahrer waren weiblich. Das ist eine ganze Menge, da die erste Generation weltweit rund 2,5 Millionen Mal verkauft wurde. Auch in Deutschland entwickelte sich der pfiffige Frauenversteher zum Kurzzeit-Gast in den Verkaufsräumen der Autohäuser: Während der ersten 15 Jahre, in denen der kleine Franzose fast unverändert vom Band lief, gingen immerhin 517.000 Exemplare über den Ladentisch.

Kein Wunder, dass die französischen Marketingstrategen bei dem vielseitigen Kleinwagen alle Register zogen: Neben knalligen Farben und Sondereditionen gab es ab 1994 alle zwei Jahre eine Twingo-Mode-Kollektion.

Und die Erfolgsstory ist noch nicht zu Ende: Im kolumbianischen Envigado wird der erste Twingo bis heute produziert.

Minimalismus

Bei den Motoren und Ausstattungsvarianten herrschte von Beginn an Minimalismus: Ab Werk wurde nur ein betagter Motor mit 1.239 Kubikzentimeter Hubraum und 55 PS angeboten. Die Ausstattungsoptionen beschränkten sich auf die Klimaanlage und das sehr beliebte Faltdach.

Später gab es eine Frischzellenkur, die das Aggregat auf 60 PS brachte und dazu einen neueren 1,2-Liter-Motor mit 16 Ventilen und 75 PS, mit dem der 900 Kilogramm leichte Twingo noch mehr Schmackes hatte.

Im Laufe der Jahre wurde auch die Ausstattung zeitgemäßer, es gab Annehmlichkeiten wie ein CD-Radio, Leder und auch weitere Airbags. Wer es gemütlich wollte, griff zum Twingo "Easy" mit einem halbautomatischen Schaltgetriebe.

Twingo ist ein Phantasiewort

Übrigens ist der Name Twingo ein Phantasieausdruck aus der Feder des Werbetexters Manfred Gotta. Die Bezeichnung, die aus den beiden englischen Worten "Twin" (Zwilling, Doppel) und "go" (gehen, laufen, fahren) klang nicht nur lautmalerisch frisch, sondern ist auch Programm. Der Twingo war nämlich eine Kombination aus Minivan und Kleinwagen und damit seiner Zeit weit voraus.

Das Monospace-Konzept der Karosserie, bei der im Gegensatz zu klassischen Stufenheck-Limousinen die Trennung zwischen Innenraum und Kofferraum entfällt, erwies sich als gelungener Schachzug.

Neue Generation

Aber alles geht irgendwann vorbei: Deswegen wurde 2007 die zweite Twingo- Generation ins Leben gerufen, die zwar nicht mehr den unverwechselbaren Charme des Erstlings hatte, aber ein deutlich moderneres Auto war. Eins blieb aber gleich: Die Variabilität. Schließlich verpflichtete das Erbe des erfolgreichen Urahns.

Also war die Rückbank verschiebbar. Wer wollte, konnte mit zwei Einzelsitzen echtes Lounge-Feeling aufkommen lassen. Beließ man die Rückbank in vorderster Stellung, wuchs der Kofferraum auf 285 Liter an. Legte man die Lehne um, waren es bis zu 959 Liter.

Die Kulleraugen waren dem Design-Bleistift zum Opfer gefallen und breitere Radkästen sorgten für ein bulligeres Auftreten. Die Abmessungen belegten den optischen Eindruck. Der Twingo II war 17 Zentimeter länger (3,60 Meter), zwei Zentimeter breiter (1,65 Meter) und sogar fünf Zentimeter höher (1,47 Meter).

Der Twingo wird erwachsen(er)

Es sollten sich jetzt auch mehr Männer in den kleinen Franzosen wagen: Deswegen hauchte ein 100-PS-Turbo dem Frauenliebling zum Start Testosteron ein und ergänzte die Standardmotoren. Insgesamt legte die Motorenvielfalt zu: Neben den normalen 1,2-Liter-Benziner-Varianten, die jeweils 75 PS haben, gibt es mittlerweile auch eine besonders "grüne" Version und einen 86-PS-Diesel.

Natürlich ist auch das "Quickshift"-Getriebe weiter im Programm.

Dass auch die Ausstattung erwachsener geworden ist, versteht sich von selbst. Bluetooth-Anbindung, Stereo-Anlage und ein Tempomat sind auf Wunsch an Bord.

Bei aller Maskuliniasierung vergisst Renault die weiblichen Fans des pfiffigen Frauenverstehers nicht: Mit verschiedenen Dekors kann sich die Dame des Hauses ihren "Kleinen" nach Wunsch herrichten.

Erstes Modell mit neuem Markengesicht

Der Erfolg des kleinen Franzosen setzt sich fort, wenn auch aufgrund der gewachsenen Konkurrenz in etwas reduziertem Maße. Bis Ende letzten Jahres sind in 48 Ländern fast 770.000 Exemplare der zweiten Generation vom Band gelaufen.

Eine ganz besonderes Geschenk wird dem Bestseller der Marke mit dem Rhombus 2011 zuteil: Als erstes Auto bekommt der Twingo bei einer Modellüberarbeitung das neue Renault-Gesicht mit schmalen Kühlergrill und dem prominent platzierten Markenlogo.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Renault