Info: Winterreifen

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Winterreifen: Das sind die Besten

Es geht wieder los: "Von O bis O", also von Oktober bis Ostern, empfehlen die Experten Winterreifen. Aber welche? mobile.de fasst die Testergebnisse zusammen.

5. Oktober 2012

Das war ein langes Hin und Her mit der Winterreifenpflicht. Jahrelang versäumte es der Gesetzgeber, eindeutige Regelungen für Autofahrer zu schaffen. Die Folgen: Kilometerlange Staus und ein hohes Unfallrisiko im Winter durch Fahrer sommerbereifter Autos. Das Schlimme: Ganz beendet ist die Unsicherheit nicht.

Denn die 2010 eingeführte Winterreifenpflicht ist in Deutschland „situativ“ geregelt. Deshalb gibt es kein fixes Datum, ab dem mit Winterreifen gefahren werden muss. Geregelt ist lediglich, dass man bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Reif- oder Eisglätte nur mit Reifen fahren darf, welche bestimmte Eigenschaften erfüllen – und das sind neben Winterreifen auch Ganzjahresreifen (siehe unten).

 
 
 

Keine umstrittene Regel

Die „Von-O-bis-O-Regel“, von Oktober bis Ostern, ist eben genau das nicht – eine Regel, sondern der Tipp von Experten. Und auch dieser ist nicht unumstritten. Winterreifen sind entgegen eines Vorurteils keineswegs schon bei Temperaturen unter 7 Grad im Bremsverhalten besser als Sommerreifen.

Ihre Vorzüge spielen Sie bei Eis- und schneebedeckter Fahrbahn und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt aus. Das ist ein ziemlich enges Einsatzprofil, der Fahrer muss bei frühlingshaften Temperaturen im Winter mit längeren Bremswegen sowie allgemein mit weniger Haftung beispielsweise in Kurven rechnen.

Nicht alle M+S-Reifen sind Winterreifen

Was genau ist aber ein Winterreifen? Die Aufschrift M+S (für Matsch + Schnee) genügt nicht! Diese Bezeichnung auf dem Reifen ist nicht geschützt und wird vor allem von asiatischen oder amerikanischen Herstellern auch für ganz normale Sommerreifen verwendet.

Einen echten Winterreifen zeichnet ein Piktogramm mit einer Schneeflocke in einem Berg aus (siehe Bildergalerie).

Im Winter gibt es nichts Besseres

Die Qualitäten von Winterreifen im echten Winter sind jedoch unbestritten. Das beweist ein aktueller Vergleich von autobild. Mit einem VW Touran und fünf verschiedenen Reifenprofilen von Offroad- bis Winterreifen der Dimension 215/65 R 16 fuhr die Redaktion nach Schweden in den Schnee.

Ergebnis: Der Touran stand mit Winterreifen bei einer Vollbremsung aus 50 km/h nach 33,9 Metern. Das katastrophale Ergebnis der Sommermischung: 83,4 Meter Bremsweg, wobei der Touran an seinem Haltepunkt mit Winterreifen noch ein Tempo von 39 km/h drauf hatte und nahezu ungebremst in das Hindernis gerauscht wäre.

Die Testsieger

Doch welcher ist der beste Winterreifen für die Saison 2012/2013? Das Fachmagazin auto motor und sport untersuchte diese Frage anhand einer Mercedes B-Klasse und Reifen der Dimension 205/55 R16. Resultat: Auf Platz eins gelangt der Nokian WR D3 mit seinem sicheren Verhalten auf Schnee, Nässe und Trockenheit. Dieser Pneu ist besonders gut für Schnee geeignet. Nur knapp dahinter landet der Continental ContiWinterContact TS 850, der besonders kurze Bremswege ermöglicht. Platz drei geht an den Semperit Speed Grip 2, der sich bei Nässe hervorragend schlägt, aber auf Schnee weniger leistet als die Konkurrenz.

Der ADAC testet ebenfalls Winterreifen zusammen mit der Stiftung Warentest. 11 von 37 geprüften Reifen erhalten dabei die Note „gut“ – ein „sehr gut“ gibt es auch in diesem Jahr nicht. Vier Reifen erhalten ein „mangelhaft“, das sind exotische Importe aus China oder der Ukraine. In der für Kleinwagen geeigneten Größe 165/70 R14T liegt der Michelin Alpin A4 auf dem ersten Platz. Bestnoten beim Verschleiß und auf trockener Fahrbahn sicherten ihm den Sieg. Besonders gut auf Schnee ist der Continental ContiWinterContact TS800. Der Pirelli Winter 190 Snowcontrol ist ein besonders ausgewogener Reifen.

Bei den größeren Reifen (Dimension 205/55 R 16) zum Beispiel für die Mittelklasse räumt der neue Continental WinterContact TS 850 ab: Er erhält vier Bestnoten auf Schnee, auf Eis, beim Kraftstoffverbrauch und beim Verschleiß. Die Bestnote für den Verschleiß bekommt auch der Michelin Alpin A4, der zudem auf trockener Fahrbahn gut ist. Ebenfalls „gut“: Dunlop SP Wintersport 4D, Goodyear UltraGrip 8 und der Nokian WR D3.

Ein Kompromiss: Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen sind ein Kompromiss aus den Eigenschaften von Sommer- wie Winterreifen und dürfen das ganze Jahr über gefahren werden. Der lästige Radwechsel zweimal im Jahr entfällt also. Erkauft wird dieser Vorteil durch Eigenschaften, die weder so gut wie ein Sommer- noch wie ein Winterreifen sind. Für schneereiche Gebiete sind diese Reifen eher nicht geeignet, und auch im Winterurlaub in den Alpen wird man damit nicht glücklich.

Text: SH | Bildmaterial: Fotolia