Neue Regelungen in 2013

Neue Regelungen in 2013

Das ändert sich

Auto fahren wird 2013 vor allem eines: teurer. Umweltfreundlichkeit wird aber belohnt. Die wichtigsten Neuerungen von Auslandsreisen bis Versicherungen.

14. Dezember 2012

Nächstes Jahr wird alles besser – oder auch nicht. 2013 bringt wie nahezu jedes Jahr zuvor jede Menge Neuerungen für Auto-, Motorrad und Fahrradfahrer. Hier die wichtigsten Änderungen in alphabetischer Reihenfolge.

 

 
 

Auslandsreisen Wer 2013 nach Frankreich fahren möchte, sollte an einen Alkoholtester denken. Der wird jetzt – nach einer straffreien Übergangsfrist – Pflicht. Wer von März an keinen im Handschuhfach hat, muss 13 Euro Strafe bezahlen. Auch für Motorradfahrer gilt eine Neuerung: Fahrer und Beifahrer von Zwei- und Dreirädern mit mehr als 125 Kubik müssen vom 1. Januar an zwischen Helm und Gürtel mindestens 150 Quadratzentimeter reflektierendes Material am Körper haben. Das kann ein fünf Zentimeter breiter und 30 Zentimeter langer Streifen an der Jacke oder ganz einfach eine Warnweste sein. Wer nicht leuchtet, muss künftig 68 Euro bezahlen.

Update: Die geplante Reflektoren-Pflicht wurde Anfang Januar gekippt, da es erhebliche Proteste eines französischen Motorrad-Verbandes gegen die Neuregelung gab.

Auch in Österreich gibt’s Änderungen: Die Autobahnvignette ist 2013 himbeerfarben und kostet für Autos pro Jahr nunmehr 80,60 Euro – 3,6 Prozent mehr als 2012. Motorradfahrer müssen 32,10 Euro bezahlen. Die „Pickerl“ gelten wie gewohnt vom 1. Dezember 2012 bis 31. Januar 2014. Wer ohne erwischt wird, muss 120 Euro bezahlen. Die Strafe ist sofort zu entrichten; wer das nicht kann, muss mit einer Geldbuße zwischen 300 und 3.000 Euro rechnen. Teurer wird’s in Österreich auch bei Bagatelldelikten. Laut ÖAMTC ist eine deutliche Verschärfung der Strafrahmen geplant.

 

Autoradio Aus der GEZ wird am 1. Januar AZDBS - der "ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservice“. Während bisher der Rundfunkbeitrag von der Zahl der gemeldeten Empfangsgeräte abhing, werden nun pro Haushalt pauschal 17,98 Euro fällig. Das Autoradio muss künftig also nicht mehr extra angemeldet werden.

Bußgelder Falschparker werden im kommenden Jahr härter bestraft: Von 1. April an werden fünf Euro mehr fällig. Das gleiche gilt, wenn die Parkzeit überschritten wird.

Fahrrad Mit Inkrafttreten der neuen Straßenverkehrsordnung (1. April, kein Scherz) gelten auch neue Regeln für Fahrradfahrer. Die dürfen dann beispielsweise auch Fahrradwege auf der linken Straßenseite befahren, wenn hier das alleinstehende Zusatzzeichen “Radverkehr frei” steht. Zum Abbiegen müssen Radfahrer sich nicht mehr an der rechten Seite der in gleicher Richtung abbiegenden Fahrzeuge orientieren. Außerdem müssen sie nicht mehr absteigen, wenn der Verkehr dies erfordert – bisher war das eigentlich Pflicht, auch wenn es kaum einer wusste.

Rot sehen manche Radler in Sachen Ampel. Es gilt künftig: Gibt es keine Fahrradampel, gilt die normale Fahrbahnampel. Grenzt jedoch eine Radfahrerfurt an die Fußgängerfurt und ist keine Radwegampel vorhanden, so ist bis zum 31. Dezember 2016 die Fußgängerampel, danach dann die Fahrbahnampel zu beachten. Eine weitere Änderung der Vorschriften besagt, dass Radfahrer nur noch Schritttempo fahren dürfen, wenn auf dem Weg auch Fußgänger laufen dürfen (also auf gemeinsamen Geh- und Radwegen oder in Fußgängerzonen). Außerdem darf künftig in Fahrradstraßen statt einer „angepassten Geschwindigkeit“ maximal Tempo 30 gefahren werden.

 

Führerschein Am 19. Januar 2013 tritt die dritte Führerschein-Richtlinie der EU in Kraft. Das bedeutet: Neu ausgestellte Führerschein sind nur noch 15 Jahre gültig, danach müssen sie neu beantragt werden. Eine Gesundheitskontrolle oder erneute Fahrprüfung ist für die Verlängerung aber nicht vorgeschrieben. Die „alten“ Führerscheine behalten bis zum 19. Januar 2033 ihre Gültigkeit. Erst danach müssen alle Scheine in das EU-Plastikkärtchen umgetauscht werden.

Außerdem gelten zahlreiche neue Regelungen innerhalb der einzelnen Führerschein-Klassen. Hier die wichtigsten Neuerungen:

 

  • Wer dreirädrige Roller wie den Piaggio MP3 LT fahren möchte, sollte seinen Pkw-Führerschein besser bis zum 18. Januar abholen – nach der neuen Richtlinie braucht man für Dreiräder mit mehr als 20 PS Leistung künftig den offenen A-Führerschein für Krafträder.
  • 16- und 17-jährige A1-Piloten dürfen sich freuen: Mit der Führerschein-Novelle fällt am 19. Januar auch die Tempo 80-Begrenzung. Bislang dürfen jugendliche Leichtkraftrad-Fahrer nur 125er fahren, die bauartbedingt auf 80 km/h begrenzt sind. Jetzt dürfen sie – wie überall sonst in Europa – lässig im Verkehr „mitschwimmen“. Die neue Regelung gilt unabhängig vom Datum der Führerschein-Erteilung.
  • Für den stufenweisen Aufstieg von der Klasse A1 zur dann neuen Klasse A2 sowie von der Klasse A2 zur Klasse A ist nach Ablauf von mindestens zwei Jahren nur eine praktische Prüfung erforderlich. Das Mindestalter für den direkten Zugang zu der Klasse A beträgt 24 (bisher: 25) Jahre.
  • Ab 2013 dürfen mit einem ganz normalen Pkw-Führerschein (B) Fahrzeuge gefahren werden, die inklusive Anhänger bis zu 3,5 Tonnen wiegen können. Wer bis zu 4.250 Kilo bewegen möchte, muss noch mal zur Fahrschule.

 

Kfz-Steuer Elektrofahrzeuge sollen zukünftig für zehn statt wie bisher fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden. Die Steuerbefreiung gilt rückwirkend für E-Autos, die seit dem 18. Mai 2011 zugelassen wurden sowie für neue Fahrzeuge, deren Zulassung bis zum 31. Dezember 2015 erfolgt. Danach gilt wieder eine Befreiung für fünf Jahre. Für Dieselfahrzeuge der Abgasnorm Euro 6 gibt es 2013 letztmalig eine einmalige Steuerbefreiung in Höhe von maximal 150 Euro pro Fahrzeug.

Mobilität Vom Jahreswechsel an dürfen Fernbusse zwischen allen deutschen Städten verkehren. Bisher hatte die Bahn das Monopol auf innerdeutsche Fernreisen.

Partikelfilter Die Förderung von Rußpartikelfiltern wird bis Ende 2013 verlängert, aber gekürzt (260 statt 330 Euro).

Tanken Wo gibt’s den günstigsten Sprit? Ab 2013 sollen sich Verbraucher bei der neuen Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts laufend und in Echtzeit über die aktuellen Kraftstoffpreise an allen rund 14.000 deutschen Tankstellen informieren können. Die Bundesregierung möchte mit der neuen Einrichtung zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen erwartet sie dank des größeren Wettbewerbs eventuell günstigere Benzinpreise, zum anderen sollen mögliche unerlaubte Absprachen zwischen den Mineralölkonzernen entlarvt werden. Wann genau die Benzinpreiswächter loslegen, ist aber noch nicht klar. „Die Vorbereitungen laufen“, heißt es beim Bundeskartellamt.

 

Umweltzonen 30 deutsche Städte und Gemeinden, davon 20 in Baden-Württemberg, verschärfen vom 1. Januar 2013 an die Bedingungen in ihren Umweltzonen. So dürfen in Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Herrenberg, Ilsfeld, Karlsruhe, Leonberg, Mannheim, Mühlacker, Pfinztal, Pforzheim, Reutlingen, Schramberg, Tübingen, Ulm und in Urbach künftig nur noch Autos mit grünen Plaketten hineinfahren. Die Umweltzonen Ludwigsburg, Markgröningen und Pleidelsheim-Ingersheim-Freiberg werden um die Bereiche Asperg, Bietigheim-Bissingen, Möglingen, Kornwestheim und Tamm erweitert – Fahrzeuge mit gelben oder gar roten Plaketten sind dann auch hier nicht mehr erwünscht.

Ganz neue Umweltzonen werden im kommenden Jahr in Wiesbaden, Mainz, Remscheid, Langenfeld, Wendlingen am Neckar und Mönchengladbach eingerichtet.

 

Verkehrszentralregister Die Punktereform kommt – ob sie aber noch 2013 in Kraft tritt, ist weiterhin offen. Wichtigste derzeit geplante Änderung: Führerscheinentzug bereits bei acht statt 18 Punkten – allerdings basierend auf einem neuen, latent entschärften Punktesystem. Wie das genau aussehen wird, zeigt sich erst im Laufe des kommenden Jahres. Punkte soll es nur noch geben für Vergehen, die die Straßensicherheit gefährden.

Versicherung Männlein gleich Weiblein: Vom kommenden Jahr an müssen Kfz-Versicherungsunternehmen einheitliche Tarife für Männer und Frauen anbieten. Für Frauen wird es durch die neue Unisex-Regelung meistens teurer. Kostspieliger wird auch der Auslandskrankenschutz: Die gesetzlichen Krankenversicherungen dürfen nach Silvester keine kostenlosen Auslandskrankenversicherungen mehr anbieten.

Gute Fahrt in 2013!

Text: ms/fayvels büro | Bildmaterial: Fotolia - N-Media-Images