mobile.de: TÜV-Report

Alte Autos lassen stark nach

TÜV-Report 2012: Tops und Flops der Gebrauchten

Bei den TÜV-Hauptuntersuchungen gab es so viele erhebliche Mängel wie nie. Die Autohersteller sind daran aber nicht schuld - die Qualität ihrer Produkte hat sich sogar verbessert.

 
 

Der Verband der Technischen Überwachungsvereine (VdTÜV) hat seinen alljährlichen TÜV-Report vorgelegt. Rund acht Millionen Hauptuntersuchungen (HU) im Zeitraum Juli 2010 bis Juni 2011 werteten die Kfz-Experten für die aktuelle Ausgabe aus.

Fast jedes fünfte Auto in Deutschland (19,7 Prozent) weist demnach erhebliche Mängel auf – ein neuer Rekord, der im Vergleich zum Vorjahr allerdings nur geringfügig gestiegen ist. Da lag die neue Negativmarke bei 19,5 Prozent. Vor zehn Jahren belief sie sich noch auf 15,2 Prozent.

"Rechnet man die Quote der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln auf den Gesamtbestand der Pkw in Deutschland hoch, genügen rund acht Millionen Fahrzeuge nicht den Anforderungen an die technische Sicherheit", erläutert Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV e.V. Auch das war 2011 nicht anders.

Mehr als 80 Prozent der neuen Autos ohne Mängel

Aber die Entwicklung insgesamt stimmt optimistisch: Nur noch 26,3 Prozent der untersuchten Fahrzeuge weisen leichte Mängel auf – das sind 1,9 Prozent weniger als 2011.

Mit 53,9 Prozent kam sogar mehr als die Hälfte aller HU-Kandidaten mängelfrei durch die Hauptuntersuchung – eine Verbesserung von 1,7 Prozent im Vergleich zum TÜV-Report 2011.

Als verkehrsunsicher stuften die TÜV-Prüfer wie im Vorjahr 0,1 Prozent aller untersuchten Autos ein.

Am meisten Ärger macht das Licht

Von den zwei bis drei Jahre alten Autos haben mehr als 80 Prozent ohne Beanstandung die Pflichtuntersuchung verlassen, bei den 10-11-Jährigen waren es rund 40 Prozent.

In allen Altersklassen gab es leichte Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr – bei leicht gesunkenen Fahrleistungen.

Am häufigsten beanstanden die HU-Prüfer nach wie vor Beleuchtung, Achsen, Bremsleitungen und -schläuche. Bei der Hauptärgerquelle "Licht" ging die Mängelquote in fast allen Altersklassen leicht zurück.

Laut TÜV ist die Verbesserung auf geringere Spannungsschwankungen im Bordnetz und höherer Lebensdauer der Leuchtmittel (z.B. Xenon) zurückzuführen.

Fiat und Renault schneiden am schlechtesten ab

Am schlechtesten schnitten in allen Altersgruppen die europäischen Importeure ab. Renault landet insgesamt zehn Mal unter den letzten zehn, Fiat bringt es auf sechs Platzierungen im Negativ-Ranking.

Das genaue Gegenteil gelingt im TÜV-Report 2012 den Asiaten: Toyota erringt 19 Top-10-Platzierungen, Mazda acht. Es folgen VW (6 x Top 10) und Porsche (5 x Top 10).

Sieger in der Altersklasse der 2-3-jährigen Autos wurde zum zweiten Mal in Folge der Toyota Prius. Dauer-Bester der älteren Baujahre ist der Porsche 911, der in drei Altersklassen die geringste Mängelquote aufweist. Zweimal auf den letzten Plätzen landen Dacia Logan, Renault Espace und Fiat Stilo.

Mehr über die zehn Mängelzwerge und Mängelriesen des TÜV-Report 2012 erfahren Sie in der Bildergalerie.