mobile.de: Top Ten Siebensitzer

Top 10 der Siebensitzer

Sieben auf einen Streich

Fünf Sitze im Auto reichen vielen Familien nicht mehr. Der Markt an Siebensitzern wird immer größer, die Auswahl immer bunter. Hier die meistverkauften Modelle.

Platz ist der wahre Luxus des Lebens. Irgendein Philosoph wird das gesagt haben. Und wenn nicht, dann ist es an der Zeit. Die Datenzähler des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) verzeichnen jedenfalls einen klaren Trend in diese Richtung: Fast alle Siebensitzer auf dem deutschen Pkw-Markt können deutliche, teils aberwitzige Verkaufs-Zuwächse verbuchen. An der minimal gestiegenen Geburtenziffer kann das nicht liegen.

Plus 187 Prozent für den VW Sharan, plus 175 Prozent für den Ford C-Max, plus 96 Prozent für den Mercedes-Benz Viano. Was im vergangenen Jahr neu auf den Markt kam oder wenigstens ein umfassendes Facelift erhielt, ging schier durch die Decke in dieser Klasse, die offiziell gar keine eigenständige ist, weil sie sich aus unterschiedlichen Segmenten zusammensetzt.

Kompakte sind dabei wie VW Touran und Nissan Qashqai; Großraumlimousinen wie VW Sharan und Ford S-Max; Luxus-SUV wie der BMW X5 – und natürlich die Mutter aller Familientransporter und Freizeitgefährte, der VW(-Bus) T5.

BMW X5 einziges Luxus-SUV in den Top 10

Der BMW X5 ist der Exot im Top-10-Ranking der Siebensitzer. Bei 54.500 Euro beginnt der Einstieg in die Welt des allradgetriebenen Luxus-SUV. Der BMW X5 xDrive 30d bietet dafür drehmomentstarke 245 PS (180 kW), jede Menge Überhol-Prestige und gegen Aufpreis zwei zusätzliche Sitzplätze in Reihe drei. Rund neun Prozent der X5-Käufer ziehen diese Option.

So schön die beiden Extraplätze bei einem großen SUV sind (VW Touareg und Mercedes M-Klasse bieten sie nicht): 1.980 Euro sind ein saftiger Aufschlag. Niveauregulierung mit Luftfederung muss zudem zwingend dazu bestellt werden, macht weitere 790 Euro extra.

Als Gegenleistung logiert man auf dem komplett im Ladeboden versenkbaren Gestühl erstaunlich komfortabel: Die beiden Sitze sind einzeln verstellbar und dankenswerterweise in Fahrtrichtung angeordnet. BMW spendiert den Hinterstbänklern sogar eine Zusatzheizung für den Fußraum.

Ford, Nissan und VW bauen an

Von den 620 Liter Ladevolumen des 4,86 Meter langen BMW X5 bleibt logischerweise wenig bis nichts übrig, wenn sieben Personen an Bord sind. Ford, Nissan und Volkswagen Nutzfahrzeuge haben deshalb angebaut: Ihre siebensitzigen Version sind bis zu 47 Zentimeter länger als das Serienmodell und tragen eigene Modellbezeichnungen – Grand C-Max, Qashqai +2 und Caddy Maxi.

2.500 Euro beträgt die Preisdifferenz zwischen dem fünfsitzigen Ford C-Max (4.380 mm lang, ab 18.250 Euro) und dem Grand C-Max (4.520 mm, ab 20.750 Euro); für die beiden klappbaren Einzelsitze in Reihe 3 werden beim Grand C-Max 700 Euro extra fällig. Nissan verlangt 1.500 Euro mehr für den serienmäßig um zwei Sitzplätze und 21 Zentimeter Länge bereicherten Qashqai +2 (ab 21.290 Euro).

Volkswagen Nutzfahrzeuge taxiert das Mehr an Länge (4.876 statt 4.406 mm) je nach Ausstattungsniveau. Der VW Caddy mit langem Radstand kostet in der Basisversion Startline 20.432 Euro – macht 3.338 Euro mehr als mit kurzem Radstand. Trendline gibt es in lang ab 22.360 Euro (Aufpreis 3.987 Euro), Comfortline ab 25.596 Euro (plus 2.011 Euro), Highline ab 27.667 Euro (plus 1.684 Euro).

Für die dritte Sitzreihe kommen beim Caddy Maxi rund 780 Euro hinzu, beim rustikaler verkleideten Kombi 680 Euro. Volkswagens T5 Caravelle und Multivan gibt es ebenfalls mit kurzem und mit langem Radstand – und mit unterschiedlicher Bestuhlung, wobei hier noch die Komponente 6-Sitzer hinzu kommt.

Das Raumwunder T5 bewegt sich preislich schnell auf X5-Niveau

Der Multivan Startline (ab 30.815 Euro) bietet ab Werk fünf Sitzplätze. Ein bis zwei aufpreispflichtige, drehbare Einzelsitze in Reihe zwei machen ihn zum Sechs- oder Siebensitzer. Alternativ lässt sich die Dreier-Sitzbank in Reihe 3 gegen ein bis zwei Einzelsitze tauschen.

Mehr Vielfalt geht nicht, mehr Preis kaum; das schafft in diesem Segment nur BMW mit dem X5. Je nach Länge des Radstands (3.000/3.400 mm) und Menge der Ausstattung (Comfortline, Highline, Sondermodelle) steigt der Grundpreis des VW T5 Multivan auf bis zu 52.859 Euro (T5 PanAmericana).

Ein paar zusätzliche Annehmlichkeiten wie Standheizung, Leder, Audio- oder Navigationssystem treiben den Preis deutlich in die Höhe. Luxus hat seinen Preis, mal ganz unphilosophisch betrachtet. (Sitz-)Platz meistens auch.

Mehr über die Top Ten finden Sie in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt