mobile.de: Die schnellsten Limousinen

Top 10: Die schnellsten Serien-Limousinen

Business-Klasse am Boden

Moderne Power-Limousinen bieten waschechten Sportwagen nicht nur Paroli, sie fahren ihnen sogar davon. Zumindest von null auf 100 km/h. Hier die Top 10.

19. September 2012

Nicht jeder, der schnell unterwegs sein möchte und sich das auch leisten kann, steht auf potente Coupés oder rassige Roadster. Muss er ja auch nicht (mehr): Fast alle Premiumhersteller haben alternativ extrem hochmotorisierte und vor allem schnelle Kombis im Angebot – und natürlich pfeilschnelle Limousinen.

Die meisten Mehr-Personen-Raketen werden qua Selbstbeschränkung bei Tempo 250 km/h elektronisch eingebremst. Beim Sprint auf Tempo 100 dürfen die Spitzenmodelle von Mercedes-Benz, BMW und wie sie alle heißen dafür so richtig zeigen, was sie draufhaben. Selbst vergleichbare Coupés können da nur bedingt mithalten.

Die Vorteile der meist mehr als 400 PS starken Viertürer sind nicht von der Hand zu weisen. Elegante Linienführung und atemberaubende Kraft lassen sich trefflich mit Platz für die Familie oder angemessenem Ambiente für Business-Partner unter einen Hut bringen.

 

 
 

Der CLS 63 AMG lässt den Carrera S locker stehen

Nehmen wir etwa den Mercedes CLS 63 AMG mit aufgeladenem V8-Motor. Trotz der schneidigen Form bietet die Coupé-Limousine vier Türen, reichlich Platz für vier (bis fünf) und ein Kofferraumvolumen von 520 Litern – und ermöglicht den Sprint auf Tempo 100 in 4,4 Sekunden. Da kann selbst ein Porsche 911 Carrera S nicht mithalten.

Beliebt sind solche Power-Limousinen vor allem bei Geschäftsleuten, die beim Tiefflug im luxuriösen Fond arbeiten wollen oder selbst das Steuer übernehmen, um in ihrer Turbosänfte zum nächsten Geschäftstermin zu eilen. Business-Klasse am Boden, voll absetzbar und entspannend wie ein Tag im Luxus-Spa.

Anders als in „echten“ Sportwagen dringen kaum störende Geräusche bis zum Hörnerv der Insassen vor. Ist es bei sportlichen Coupés durchaus erwünscht, direktes Feedback von Motor und Fahrbahn zu erhalten, entkoppeln Luxus-Limousinen den Innenraum von der Umwelt und erlauben so deutlich entspannteres Reisen – auch jenseits der 200 km/h.

Power-Quartett aus dem Süden Deutschlands

In der Liga der superschnellen Power-Limousinen sind fast ausnahmslos die vier großen deutschen Premium-Marken auf den vorderen Plätzen vertreten – ausländische Konkurrenz scheint zum Mitspielen nicht eingeladen zu sein.

Umso erstaunlicher ist es, dass Platz zwei im Ranking der sprintstärksten Limousinen auf dem deutschen Markt an ein amerikanisches Modell geht – das dazu noch deutlich preiswerter ist als die germanischen Platzhirsche.

In glatten vier Sekunden donnert besagter Ami auf Tempo 100 und deklassiert damit diverse AMG-Modelle und Abgesandte von Audi und BMW. Doch die Leistungsdichte in dieser Liga ist extrem eng.

Berauschender Vortrieb, beglückender Verbrauch

Die fabelhaften Sprintwerte der deutschen Power-Limousinen werden übrigens nicht mehr durch bedingungslosen Spritkonsum erkauft. Auch im Luxus-Segment wird geknausert, geht es an die Zapfsäule. Und so schrumpften in den letzten Jahren die Hubräume der Motoren bei allen großen Herstellern.

Traten etwa die „63 AMG“-Modelle von Mercedes-Benz bis vor kurzem noch mit über sechs Litern Hubraum an, schöpfen die neuen Motoren in E 63 AMG, CLS 63 AMG und Konsorten ihre Kraft nun aus „nur noch“ 5,5 Litern Hubraum – die Leistungsausbeute ist jedoch weiter gestiegen.

Aufladung und moderne Getriebe

Aufladung statt Hubraum lautet das Geheimnis. Hinzu kommen extrem wandlungsfähige Automatikgetriebe, die darauf getrimmt wurden, die Klaviatur zwischen sparsamem Cruisen und exzellenter Spurtstärke mühelos rauf und runter zu spielen.

Mit bis zu acht Fahrstufen und Launch Control (ermöglicht optimale Beschleunigung) erweisen sich die zugelieferten Bauteile von Firmen wie ZF als echte Allzweckwaffe. Trotz immer weniger Hubraum und sinkenden Verbrauchswerten werden die sportlichen Viertürer Jahr für Jahr stärker und schneller.

So schnell, dass selbst Design-Ikonen mit zwölf Zylindern im Ranking der sprintstärksten Limousinen nach hinten rutschen. Mit 5,2 Sekunden stellt beispielsweise der 477 PS starke Aston Martin Rapide „eigentlich“ die zehntbeste Zeit beim Prestigesprint auf 100 km/h auf.

Die extreme Leistungsdichte unter den Power-Limousinen sorgt aber für diverse Doppelplatzierungen im Ranking, darum fällt der bildschöne Brite aus der Wertung.

4,6 Sekunden müssen es schon sein

Das gleiche Schicksal trifft Luxuskreuzer wie Bentley Continental Flying Spur und Maserati Quattroporte GT S (beide in 5,1 Sekunden auf 100), Jaguar XFR (4,9 Sekunden) und Lexus IS-F (4,8 Sekunden).

Wer es in die Top-10-Wertung geschafft hat, die zur Top 6 schrumpft, was die Zeiten betrifft, erfahren Sie in der Bildergalerie.

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Text: jk/fayvels büro