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ADAC stellt Stau-Statistik 2011 vor

Warteschlange bis zum Mond

Auf deutschen Autobahnen gab es 2011 mehr Staus als in den Vorjahren. Die meisten ereigneten sich während der Sommerferien. Da gab es auch den längsten Stau des Jahres: unfassbare 80 Kilometer, an einem Wochenende im Juli.

Wachstum kann auch wehtun: Im Jahr 2011 wuchs nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern zeitgleich die Länge und Anzahl aller Staus auf unseren Autobahnen.

Weiter als bis zum Mond würde die Blechkolonne reichen, reihte man alle Staus des letzten Jahres aneinander!

Rund 189.000 Staus hat der ADAC gezählt, etwa 3.000 mehr als 2010. Rund 450.000 Kilometer lang waren die Warteschlangen zusammen.

Am häufigsten betroffen war Nordrhein-Westfalen, wo die meisten Einwohner (rund 17,8 Millionen) auf das größte Autobahnnetz (rund 2.150 Kilometer) treffen. An zweiter Stelle folgt ein Bundesland mit nicht einmal 100 Kilometer Autobahnen – Berlin. 

Berlin hat mehr Staus als Bayern

In der Stau-Hauptstadt wurden 30.167 Autobahn-Verstopfungen registriert. Das sind zwar 4,500 weniger als im Vorjahr – aber immer noch halb so viele wie im größten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen (59.045).

Ganz vorn dabei: das berüchtigte Dreieck Funkturm, meist befahrene Straße Deutschlands und fast ganztägig verstopft. Daran dürfte sich auch 2012 nicht allzu viel ändern.

Bis auf die Hauptstadt liegt Deutschlands Osten staumäßig eher hinten – offenbar das Ergebnis des Autobahn-Programms „Aufbau Ost“.

Den erfreulichen Minus-Rekord stellt Mecklenburg-Vorpommern auf: Nur 438 Staus gab es 2011 in Deutschlands am dünnsten besiedelter Region.

Mega-Stau im Sommer 2011

Die Ursachen für das Stau-Wachstum sind vielfältig. Ein Grund lag sicher auch in der miserablen Ferienplanung der Kultusministerien.

War es Inkompetenz oder Ignoranz? Jedenfalls begannen die drei größten Bundesländer ihre „großen“ Sommerferien 2011 fast zeitgleich.

Innerhalb von nur fünf Tagen, nämlich zwischen 25. und 30. Juli, wurden mehr als 20 Millionen Menschen in den Urlaub geschickt – und landeten zumeist im Stau.

Die Blech-Lindwürmer waren denn auch zur Sommerzeit am längsten: An den zwölf Ferienwochenenden vom 22. Juni bis 11. September verzeichnete der ADAC allein 957 Staus mit einer Länge von zehn Kilometern und mehr.

Stau-Tag Nr. 1: Freitag

Freitag ist auf der Autobahn schon längst kein Freu-Tag mehr: Der Autoclub hat den letzten Tag vor dem Wochenende längst als akut Stau-gefährdet identifiziert. Auf diesen Wochentag fiel während der Ferienzeit 2011 mehr als die Hälfte aller großen Autobahn-Verstopfungen.

Doch auch die Sonntage sind gefährlich: 254 große Staus fanden in der Ferienzeit sonntags statt, das sind zehn mehr als 2010.

Die Autofahrer selbst werden durch die Stau-Statistik eher entlastet: Nicht Unfälle oder Pannen sind die größte Ursache für Warteschlangen, sondern zu 72 Prozent die Kombination aus Baustellen und hohem Verkehrsaufkommen.

Vom Stau hat nur einer Vorteile

Was das kostet? Niemand weiß es genau – abgesehen von Millionen kostbarer Nervenstränge, die irreparabel zerreißen.

Vorsichtige Schätzungen belaufen sich auf 100 Milliarden Euro im Jahr, die durch erhöhten Spritverbrauch, vergeudete Arbeitszeit, verspätete Lieferung oder schlimmstenfalls verdorbene Ladung entstehen.

Aus Staus Nutzen ziehen kann nur einer: der Staat. Für jeden nutzlos im Schleich- und Stehverkehr verbrannten Liter Kraftstoff kassiert der Fiskus Energiesteuer.

Rekord-Stau 2011 war im Norden

Bei Deutschlands schlimmstem Stau des Jahres 2011 traf Politik auf Ferienstimmung: Dänemark hatte im Sommer begonnen, sporadische Grenzkontrollen durchzuführen.

Am Samstag, den 23. Juli, stauten sich hinter dem Grenzübergang Ellund Tausende Wochenend-Ausflügler und Ostsee-Urlauber. Bis nach Bordesholm in Schleswig-Holstein reichte die Schlange.

Das sind 80 Kilometer Ärger.

Nützliche Tipps zur Verkehrslage finden Sie hier: