mobile.de: Stadtautos der Zukunft

Die Stadmobile von morgen

Klein, flink und meist elektrisch

Autos wird es auch in Zukunft geben. Aber sie werden anders aussehen. Und anders sein. Ein Ausblick auf die Vehikel der Zukunft.

21. Mai 2012

Wie fahren wir in Zukunft Auto? Oder besser: Fahren wir in Zukunft überhaupt noch Auto? Wie verändert sich die Mobilität? Wie muss sie sich verändern?

Fragen wie diese beschäftigen Stadtplaner rund um den Globus. Die großen Konzerne, allen voran die Autohersteller, brüten im stillen Kämmerlein längst über den Szenarien der Zukunft.

2020, 2030, 2050 – wo dreht er sich hin, der blaue Planet, auf dem wir alle leben? Welche Fortschritte macht die Menschheit? Wie steht es um die Ressourcen? Wie verändern sich die Städte?

 

E-Antrieb allein ist keine Lösung

„Das Elektroauto an sich löst das Problem nicht, das alle Städte haben und zunehmend haben werden mit dem Verkehr“, sagt Ruedi Ott vom Tiefbauamt Zürich: „Platz“.

Ott gehörte zu den Köpfen auf der Konferenz „Urban Futures 2050 – Szenarien und Lösungen für das Jahrhundert der Städte“, veranstaltet von der Heinrich-Böll-Stiftung.

Entscheidend sei nicht nur der Antrieb, sondern vor allem die Größe der Autos. Kleine, leichte Fahrzeuge seien ein Lösungsansatz für das zunehmende Platz- und Emissionsproblem, „zum Beispiel als Teil eines öffentlich zu nutzenden, elektrischen Gesamtangebots“, so Ott. Fahrräder, Busse, Autos.

Keine Abgase, kein Gestank – und auch noch lässig

Erste Ansätze in diese Richtung zeichnen sich schon heute ab: „autolib“ bietet in Paris Elektro-Kleinwagen zur individuellen Miete an. „Cool, zéro odeur, 100 % électrique“, lautet der Werbespruch: lässig, kein Gestank, rein elektrisch. Abgerechnet wird nach Minuten, wie bei „car2go“.

Die Smart-Mietwagenflotte von Daimler will bis 2015 in 50 Städten weltweit präsent sein, 14 sind es bereits. Von Austin, Texas, über Amsterdam, Berlin und Lyon bis Wien, jeweils mit bis zu 1.000 Fahrzeugen und mehr.

„Mehr“ heißt hier auch: Künftig sollen neben konventionell betriebenen Smart fortwo auch rein elektrisch fahrende fortwo „electric drive“, eBikes und eRoller eingesetzt werden.

Die Serienfertigung des 2010 vorgestellten Smart eScooters ist beschlossene Sache. 2014 soll er starten. Smart schließt damit die Lücke zwischen Auto und Fahrrad. Der fortwo electric drive startet im Sommer 2012 ab circa 19.000 Euro (plus monatliche Batteriemiete), das eBike kostet 2.849 Euro.

Mehr Fahrzeuge auf weniger Raum

Zwei statt vier Räder – das ist ein weiterer, zentraler Lösungsansatz. Europas Metropolen und Chinas Millionenstädte machen es vor: Wo in Deutschland zwei Mittelklasse-Autos parken, stehen dort zehn Motorroller.

Im Smog-geplagten China dürfen Scooter zunehmend nur noch mit E-Antrieb auf die Straße. Das Verkehrsaufkommen in den Städten explodiert, und ein Ende ist nicht abzusehen. Was also tun?

Fürs Erste mal: mitdenken. 119.000 Ideen wurden eingereicht beim „People’s Car Project“ (PCP) von Volkswagen. Die Wolfsburger hatten die Chinesen aufgefordert, ihre Vorstellungen von Design, Vernetzung und Personalisierung auf einer Internetplattform einzureichen. Mehr als 33 Millionen Mal wurde die Seite aufgerufen.

Schwebende Zweisitzer und rasante Kabinenroller

 Herausgekommen sind unter anderem futuristische Fahrelemente wie das „Hover Car“. Ein schwebender Zweisitzer in Kugelform, der sich rein elektrisch über elektromagnetische Straßen bewegt. Schwerelos und emissionsfrei. Schöne Spinnerei?

Deutlich pragmatischer sind die Kleinstwagenstudien der europäischen Hersteller. Einen Höhepunkt markierte die IAA 2011. Audi zeigte dort das „urban future concept“ und lud im Vorfeld zum „Audi Urban Future Summit“, einer Art Gipfeltreffen zur Mobilität von morgen.

Teilnehmer der Expertenrunde waren unter anderem führende Architekten, renommierte Wissenschaftler, Städteplaner und Trendforscher.

Die Stadt und das Auto der Zukunft gehen eine Symbiose ein, lautet eine der Thesen des Summit. Keine Sorge, das ist nichts Schlimmes: „Das Auto verwandelt sich von einer Fahrmaschine in eine Erlebnismaschine“, prophezeit Jürgen Mayer H., Architekt und Gewinner des Audi Urban Future Award 2010.

Was Nils, RAKe und Twizy damit zu haben, zeigt die Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt