mobile.de: Regelungen 2012

Neue Regelungen in 2012

Das ändert sich für Autofahrer

Sicherer und umweltfreundlicher soll das Autofahren werden ab 2012. Hier die wichtigsten Neuerungen von Autobahn-Baustellen bis Wechselkennzeichen.

 
 

Mit dem Datumswechsel 2011/2012 brechen für Autofahrer mal wieder neue Zeiten an. Wie jedes Jahr gibt es ein recht umfangreiches Paket an Neuerungen, das alle Autofahrer betrifft. Hier die wichtigsten Änderungen in alphabetischer Reihenfolge.

Autobahn-Baustellen: Die linke Spur von Autobahn-Baustellen soll künftig breiter ausgelegt werden - von 2,0 auf mindestens 2,10 Meter. Das erleichtert es Überholern, an den oftmals über ihre Fahrspur hinausreichenden Lkw vorbeizukommen.

Biosprit E10: Der umstrittene Kraftstoff mit zehnprozentigem Bioethanolanteil soll 2012 auch in Österreich auf den Markt kommen. Im Vorfeld gibt es in der Alpenrepublik ein ähnliches Hickhack wie in Deutschland. Wann genau es soweit ist, bleibt also abzuwarten.

Entfernungspauschale: Ab 2012 gibt es Änderungen durch das so genannte Steuervereinfachungsgesetz. Was vielversprechend klingt, bringt de facto Nachteile mit sich für alle, die bislang wechselnde Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit nutzten und in der Steuererklärung geltend machten.

Ab Januar besteht das Wahlrecht zwischen Pendlerpauschale (0,30 Euro pro Kilometer/einfache Strecke) und ÖPNV-Tarif nicht mehr tageweise, sondern nur noch fürs ganze Jahr. Entweder oder ist jetzt die Maxime – und 4.500 Euro sind die Obergrenze.

Förderung für Elektroautos: Ein Referentenentwurf des Finanzministeriums sieht vor, die Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos von derzeit fünf auf zehn Jahre anzuheben. Dadurch soll ein Kaufanreiz gegeben und mittelfristig das Ziel der Bundesregierung erreicht werden, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen. Die Steuerbefreiung soll für alle E-Fahrzeuge gelten, die zwischen 18. Mai 2011 und 31. Dezember 2015 erstmals zugelassen werden.

Gigaliner: Am 1. Januar 2012 tritt die Ausnahmeverordnung zum Feldversuch mit Lang-Lkw in Kraft. Die „Gigaliner“ dürfen bis zu 44 Tonnen schwer und 25,25 Meter lang sein. Maximal 400 dieser überlangen Lastwagen dürfen die kommenden fünf Jahre auf Deutschlands Straßen bewegt werden. Von Fahrern mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung, maximal drei Punkten in Flensburg und einer speziellen Einweisung. Das größere Ladevolumen soll eine Kraftstoff- und CO2-Ersparnis von bis zu 30 Prozent ermöglichen im Vergleich zum Transport mit herkömmlichen Lkw.

Hauptuntersuchung: Ab April 2012 arbeiten alle Prüforganisationen – also TÜV, DEKRA, KÜS, GTÜ und andere – bundesweit mit einem einheitlichen Prüfbericht. Das Mängeltool soll um einiges detaillierter ausfallen. Bei Fahrzeugen, die nach dem 1.4.2012 erstmals neu zugelassen werden, wird zudem eine Probefahrt Pflicht. Unterm Strich dauert die Hauptuntersuchung (HU) dadurch länger – und wird mit Sicherheit neue Gebühren mit sich bringen. Wann und um wie viel die HU teurer wird, ist allerdings noch offen.

Positiv für Autofahrer: Die Rückdatierung der Plaketten fällt im Zuge der Novellierung weg. Bedeutet: Wer zu spät zur HU erscheint (und besteht), erhält die begehrte Plakette für volle 24 Monate. Bislang wurde die „Überziehung“ von der neuen Laufzeit abgezogen. Führte ein Autofahrer sein Fahrzeug z. B. erst im Juni bei einer der Prüforganisationen vor, hätte aber schon im April vorstellig werden müssen, bekam er auch nur eine bis zum übernächsten April gültige Plakette. Heute blüht ihm bei zweimonatiger oder noch längerer Überziehung eine Ergänzungsuntersuchung. Und ein Gebührenaufschlag in Höhe von 20 Prozent.

Knöllchen: Die EU-weite Vollstreckung von Knöllchen aus dem Ausland soll effizienter gestaltet und flächendeckend umgesetzt werden. Zeitgleich beginnt der EU-weite Austausch von Halterdaten.

Öko-Label für Reifen: 2012 wird ein weiteres buntes Öko-Label in den Autofahrer-Alltag einziehen. Nach Vorbild der Neuwagen (ab Dezember 2011) sollen auch Reifen ihre Umweltfreundlichkeit vor dem Kauf preisgeben. Sieben bunte Balken im Farbverlaufsschema dunkelgrün (Klasse A, sehr umweltfreundlich) bis dunkelrot (Klasse G, nicht umweltfreundlich) bringen dann Farbe auf die schwarzen Pneus. Verbrauch, Nässehaftung und Abrollgeräusch sind die drei entscheidenden Faktoren. Ab dem 1. November 2012 soll das neue Öko-Label Pflicht sein. Vorerst jedoch nur für Reifen, die nach dem 1. Juli 2012 hergestellt werden.

Punktesystem in Flensburg: Hoffnung für Verkehrssünder! Zentralregister und Punktesystem sollen in 2012 komplett reformiert werden. Details wurden bislang nicht kommuniziert. Nur so viel: Es soll unter anderem leichter werden, bestehende Punkte abzubauen.

Reifendruckkontrollsystem: Alle nach dem 1. November 2012 typgeprüften Pkw müssen serienmäßig mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgerüstet sein. Bedeutet für Autofahrer: Die Neuheiten des Jahres 2013 melden ab Werk, wenn an einem der vier Räder Luft entweicht.

Rußpartikelfilter: Endlich mal eine gute Nachricht für (Alt-)Dieselfahrer. Die Nachrüstung von Rußpartikelfiltern für Diesel-Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (bis 3,5 t) wird ab 2012 wieder mit 330 Euro gefördert.

Umweltzonen: In 21 weiteren deutschen Städten und Gemeinden (z. B. Freiburg, Heidelberg, Mannheim) gilt ab 1. Januar 2012 die Stufe 2. Das heißt: Es dürfen nur noch Fahrzeuge mit gelber und grüner Plakette einfahren. Frankfurt am Main, Krefeld, Osnabrück und Stuttgart erhöhen ab Januar auf Stufe 3. Wie bereits jetzt schon in Berlin, Bremen, Hannover und Leipzig darf dann nur noch mit grüner Plakette in den ausgewiesenen Umweltzonen gefahren werden. München will im Oktober nachziehen.

Die neue Umweltzone Ruhrgebiet vereint neue mit bestehenden Umweltzonen (Bochum, Bottrop, Castrop-Rauxel, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Gladbeck, Herne, Herten, Mülheim, Oberhausen und Recklinghausen). Ganz neue Umweltzonen entstehen im Januar 2012 in Hagen, Heidenheim, Schramberg, Urbach und im Verbund Pleidelsheim-Ingersheim-Freiberg. Anfangs genügt zur Einfahrt die gelbe Plakette (Hagen: rot/Stufe 1), ab 2013 muss es die grüne sein (Hagen: ab 2014). Wer ohne passenden Umweltaufkleber erwischt wird, zahlt 40 Euro und kassiert einen Punkt in Flensburg.

Wechselkennzeichen: Wer mehr als ein Auto hat, darf sich jetzt freuen. Mitte 2012 soll endlich das Wechselkennzeichen kommen, Vorbild sind unsere Nachbarländer Österreich und die Schweiz. Ein Kennzeichen kann dann für zwei abwechselnd genutzte Autos zugelassen werden. Das lästige An- und Abmelden von Oldtimern oder saisonal genutzten Sportwagen entfällt ein für allemal.