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Ausfahrt im VW E-Bugster

Offene Versuchung

Im Winter stellt Volkswagen sein neues Beetle Cabrio vor. Vielleicht geht in den nächsten Jahren sogar noch etwas mehr - mit einem Roadster.

Dieser Roadster ist ein wahrer Hingucker. Die Designabteilung von Volkswagen gibt Vollgas wenn es um die Emotionalisierung der Marke geht. Da käme ein Beetle als offener Zweisitzer gerade recht.

 
 
 

Auf den Spuren des Ragster

Ganz in weiß, wuchtige Schweller rundherum und Platz für gerade einmal zwei Personen. Dieser VW E-Bugster lässt nicht nur Beetle-Fans träumen. Ausgestellte Radhäuser machen den E-Bugster drei Zentimeter breiter als das spätere Beetle-Serienmodell, der Rahmen der Frontscheibe wurde um sechs Zentimeter abgeschnitten und die Neigung um vier auf knapp 55 Grad reduziert.

Damit das Ganze noch sportlicher wirkt, wurde der Fahrersitz um einen Zentimeter abgesenkt. Die Idee eines Bugsters ist für Volkswagen dabei nicht neu. 2005 gab es bereits den Ragster. "Damals waren wir im Modellzyklus des Beetle zu spät", so Projektleiter Dzemal Sjenar, "das konnte sich nicht mehr rentieren."

Elektroantrieb

Zudem will die Entwicklungsabteilung von Volkswagen unterstreichen, dass der Roadster mehr ist als ein schneidig offener Zweisitzer. So wird der E-Bugster vom gleichen Elektromodul angetrieben, mit dem bald auch die nächste Golf-Generation auf den Markt kommt.

Das E-Modul leistet 85 kW / 115 PS und ein maximales Drehmoment von 270 Nm. Damit geht der eingebremste Prototyp schwungvoll zur Sache und surrt munter den Hügel hinauf. Mit dem Fahrkomfort des Einzelstücks ist es trotz ordentlicher Verarbeitung nicht weit her.

Die 20-Zöller im Retrolook der legendären Fuchsfelge sehen zwar klasse aus, machen den Innovationsträger jedoch ungewöhnlich hart.

Sechs Monate Bauzeit

Sechs Monate haben Sjenar und ein Dutzend-Team aus Versuchsbau, Design und Antrieb an dem Prototypen gebastelt. Die ungewöhnlich kurze Zeit hat einen einfachen Grund. Der VW E-Bugster ist überaus seriennah.

Doch die offene Versuchung des Beetle hat sich nicht nur im übervollen Konzernregal bedient. Immerhin sind 90 Prozent der Komponenten Serienteile des neuen Cabriolets. Die 1,4 Tonnen Leergewicht gehen auch aufs Konto des 200 Kilogramm schweren Akkumoduls.

Schicker Innenraum

Im Innenraum bietet der E-Bugster einige nette Überraschungen. Hingucker ist der elektrische Pulsschlag, der beim Starten der Elektrozündung hintergründig durch die weißen Designpaneele des Armaturenbretts wandert.

Sehenswert und mit vorausschauendem Realitätsbezug das große TFT-Display, über das sich verschiedene Fahrzeugfunktionen bedienen lassen. Die Bedienelemente für Klimatisierung und Sitzheizung ein Stück tiefer sind nicht weniger spannend. Natürlich wurden auch die gewöhnlichen Beetle-Runduhren im Cockpit von animierten Informationsdarstellern ersetzt.

Bleibt zu hoffen, dass Volkswagen mutig genug ist, den VW Bugster nicht nur als Einzelstück zu bauen.

Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff