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Hybridautos bei Le Mans

Gemischtes Doppel

Zum ersten Mal kämpfen bei der 80. Auflage der 24 Stunden von Le Mans Hybridfahrzeuge um den Sieg. Audi will den Hybridpionier Toyota ausstechen.

12. Juni 2012

Nachdem sich Peugeot aus der Le Mans Series aus Kostengründen zurückgezogen hat, läuft bei der 80. Auflage der 24 Stunden von Le Mans in der Prototyp-Königsklasse LMP1 alles auf einen Zweikampf von Audi und Toyota hinaus. Die 24 Stunden von Le Mans sind weit mehr als ein Langstreckenrennen. In keiner anderen Rennserie werden Zukunftstechnologien für den Endkunden derart imageträchtig getestet.

 

Audi setzt auf Le Mans

Audi hat es in den letzten zehn Jahren mehr als jeder andere Hersteller vollbracht, technische Innovationen vor dem Serieneinsatz in Le Mans-Prototypen zu testen. Im Jahre 2001 gelang Audi der erste Sieg mit der Kombination von Turboaufladung und Direkteinspritzung, wie sie heute in der Serie Standard ist. Der erste Le Mans-Erfolg eines Diesel-Rennwagens sorgte 2006 weltweit für Schlagzeilen, und 2010 triumphierte - weniger auffällig - erstmals ein Fahrzeug mit variabler Turbinengeometrie.

Audi ist bei der 80. Auflage der 24 Stunden von Le Mans mit vier Fahrzeugen am Start, jeweils ein Paar mit identischem Antriebskonzept. Der besondere Fokus liegt dabei auf den Hybridmodulen, welche die beiden Audi-Renner vom Typ R18 e-tron quattro zum Sieg führen sollen. Audi hat in seinen Hybridautos einen ähnlichen Elektrospeicher verbaut, wie er in den letzten Jahren in einem Rennprototypen von Porsche eingesetzt wurde.

Audi mit Diesel und Schwungrad

Dabei hat der Speicher nichts mit dem eines herkömmlichen Hybridmodells zu tun. Da bei den Le-Mans-Rennern rein digital beschleunigt und gebremst wird, braucht man einen Speicher, der die elektrische Energie beim Bremsen in Sekundenbruchteilen aufnehmen und beim Beschleunigen genauso schnell wieder abgeben kann.

Ähnlich wie Porsche ist in den beiden Hybridrennern von Audi ein Schwungradspeicher verbaut, der vor Jahren vom Williams-Formel-1-Team entwickelt wurde. Beim Bremsen gespeicherte Energie kann damit in Strom umgewandelt und an die Vorderräder übertragen werden. Beim Beschleunigen wird der rund 500 PS starke Dieselmotor des Audi R18 e-tron quattro dadurch mit wertvollen 163 kW / 200 PS zusätzlich unterstützt.

V8 und Kondensatoren bei Toyota

Ganz dem Konzern-Image entsprechend ist Toyota in Le Mans mit zwei Hybridrennwagen am Start. Die Hauptarbeit im TS030 Hybrid leistet jedoch kein Diesel, sondern ein V8-Benziner mit über 500 PS. In den rot-weißen Rennern des Hybridpioniers arbeitet zudem kein Rotationsspeicher wie beim Audi sondern Hightech-Kondensatoren als Energiespeicher. Diese können die elektrische Zusatzleistung mit Hochdruck wieder abgeben.

Verbrauch eher Nebensache

Die Verbrauchsersparnis durch die Elektromodule ist - anders als bei Straßenfahrzeugen - dabei weit weniger interessant als die kurzzeitige Mehrleistung durch den Boost - und beim Audi eine verbesserte Traktion durch die zweite angetriebene Achse. Bei Toyota wird an die Hinterachse geboostet.

Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff