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Checkliste Besichtigung gebrauchte Motorräder

So finden Sie Mängel am Motorrad

Wer ein gebrauchtes Motorrad kauft, muss es auf Herz und Nieren überprüfen. mobile.de bietet eine Checkliste, die Sie auf die Spur von Mängeln und Macken bringt.

7. Juli 2011
 

Was für Gebrauchtwagen gilt, ist bei Motorrädern aus Zweiter Hand ebenso wichtig: Prüfen Sie das Zweirad Ihrer Wahl gründlich, bevor Sie den Kaufvertrag unterschreiben.

Obwohl Zweiräder in der Technik unkomplizierter sind als Autos, wo viele versteckte Mängel lauern können, gilt auch hier äußerste Wachsamkeit.

Einige Handgriff vor der Probefahrt zeigen Ihnen, ob der Vorbesitzer das Fahrzeug gut gepflegt hat, ob die Bremsen ordentlich funktionieren und die Kette sauber läuft.

Checkliste für die Motorrad-Besichtigung

mobile.de hat hierfür eine Checkliste zusammengestellt:

  • Schein und Brief (Zulassungsbescheinigung Teil I und II): Sind Schein und Brief vorhanden bzw. beim Kleinkraftrad die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE)?
  • Weitere Unterlagen: Sind HU-Protokoll, Wartungsunterlagen (Serviceheft), Rechnungen und Kaufvertrag usw. vorhanden?
  • Wurden die Wartungsintervalle, speziell bei Betriebsflüssigkeiten, eingehalten?
  • Fahrgestell-Nr.: Stimmen Fahrgestell-Nr. bzw. Fahrzeug-Ident.-Nr. FIN) im Schein, Brief und am Fahrzeug überein? Sie finden die Nr. in den Rahmen bzw. Lenksäule eingeprägt, bei Rollern befindet sie sich oft auf einer Plakette an der Karosserie.

Schäden & Unfälle

  • Prüfen Sie, ob der Rahmen verzogen sein könnte oder ob Kratzer oder Beulen an Sturzbügeln, Tank, Koffern oder Zylinderköpfen (bei Boxermotoren) auf einen Sturz hindeuten.
  • Prüfen Sie das Dämpferöl der Gabel: Finden sich Ölspuren unter der Staubkappe, kann die Dichtung defekt sein.
  • Prüfen Sie die einwandfreie Funktion der vorderen Dämpfer im Stand: Setzen Sie sich auf das Motorrad, stützen Sie mit beiden Beinen ab und bewegen Sie bei angezogener Handbremse den Lenker mit beiden Händen kraftvoll nach vorn. Gibt es Unregelmäßigkeiten beim Eintauchvorgang? Das deutet auf einen Defekt bzw. Verschleiß an den Dämpfern hin.
  • Kette: Prüfen Sie die Kette auf richtige Spannung (darf nicht zu stark durchhängen) und Pflegezustand. Ist Rost an der Kette, wurde Sie nicht ausreichend gefettet bzw. ist stark verschlissen und muss wahrscheinlich bald ersetzt werden.
  • Stellen Sie die Maschine auf den Hauptständer (sofern vorhanden) und prüfen Sie die Lenkung auf Spiel, Widerstände oder Schwergängigkeit. Beobachten Sie Unregelmäßigkeiten, ist wahrscheinlich das Lenkkopflager defekt.
  • Bremsen: Prüfen Sie die Bremsscheiben auf Riefen. Fühlbare Riefen deuten auf starken Verschleiß hin, das Bauteil muss bald erneuert werden. Messen Sie die Dicke der Bremsscheiben: Be weniger als 1 mm an der Herstellergrenze muss erneuert werden.
  • Antrieb: Prüfen Sie die Zahnräder: Sind die Zähne der Kettenräder verschlissen, müssen die Bauteile erneuert werden.
  • Kann der Verkäufer Unfallfreiheit zusichern? Bei Erstbesitzern sollten Sie auf einer solchen Zusicherung bestehen. Achten Sie auch auf Farbunterschiede bei Anbauteilen und Kratzer im Rahmen.

Rund ums Motorrad

  • Reifen und Räder: Passt die Bereifung zu diesem Motorrad-Typ? Reicht das Profil noch aus? Die Straßenverkehrsordnung verlang mehr als 1,6 mm Profiltiefe, besser sind 3-4 mm. Prüfen Sie auch, ob das Profil gleichmäßig abgefahren ist.
  • Radlager: Prüfen Sie bei aufgebocktem Motorrad das Spiel von Vorder- und Hinterrad. Beide dürfen sich nicht seitlich im Lager versetzen lassen.
  • Schlösser: Funktionieren Zünd- und Lenkschloss? Bei jungen Gebraucht-Motorrädern dürfen weder Zündschloss noch Lenkschloss hakelig sein. Sind alle Schlüssel vorhanden? Lassen Sie es sich vom Verkäufer schriftlich bestätigen, dass die übergebenen Schlüssel komplett sind! Damit gehen Sie sicher, dass der Vorbesitzer haftet, falls das Motorrad nach der Übergabe auf rätselhafte Weise verschwindet – das kommt immer wieder vor!

Motor und Antrieb

  • Ist der Motor äußerlich in Ordnung? Ölflecken deuten auf Undichtigkeiten hin. Weiße Krümel können Aluminiumoxid sein und sind unbedenklich.
  • Prüfen Sie den Zustand der Batterie. Achten Sie auf Risse (kann durch einen Sturz oder Frost verursacht werden) die Füllhöhe destillierten Wassers und feste Kontakte.
  • Schläuche und Kabel: Prüfen Sie den Zustand der Schläuche. Rissige Gummihüllen weisen auf hohes Alter hin, die Folge können Brüche und daraus resultierender Kraftstoffverlust bzw. Störungen in der Elektrik sein.
  • Tank: Schauen Sie in den Tank (kein Feuerzeug benutzen); bei älteren Maschinen deutet Rost im Innern des Tanks auf mangelnde Pflege hin.
  • Kupplung: Setzen Sie sich nun auf die Maschine, starten Sie den Motor und betätigen den Kupplungshebel hin und her. Es darf keine Abstufungen beim Ein- und Auskuppeln geben, andernfalls sind die Kupplungsbeläge verschlissen, verklebt oder die Federn verschlissen. Schalten Sie den 1. Gang ein und wiederholen Sie den Vorgang.
  • Auspuff: Prüfen Sie, ob ein Original-Auspuff montiert ist. Das erkennen Sie unter anderem am Prägestempel des Herstellers.

Elektrik und Elektronik

  • Kontrollleuchten: Spätestens einige Sekunden nach dem Motorstart müssen alle Kontrollleuchten erloschen sein. Flackert die Ladeleuchte, lädt die Lichtmaschine nicht genügend. Das kann an den Schleifkontakten, der Elektronik oder am Generator selbst liegen.
  • Bei anderen Kontrollleuchten deutet eine nicht ausgehende Warnlampe ebenfalls auf einen Defekt des Messfühlers oder des Endgeräts hin.
  • Lampen sollten nicht von innen beschlagen sein. Schauen Sie insbesondere bei den Blinkern auf Risse, Kratzer und beschädigte Fassungen, das deutet auf einen Sturz hin.

> Mehr Tipps zur Motorrad-Besichtigung in der Bildergalerie.