Online unterwegs – das bieten die Hersteller

Auto und Internet – das geht in Zukunft zusammen: Viele neue Autos sind ständig online, zum Nutzen der Autofahrer

Wer mit der Zeit geht, ist online – immer und überall. Das wissen auch die großen Autohersteller – und setzen alles daran, das Auto interessanter zu machen für die Generation Facebook. Denn die hat hohe Ansprüche an ihr Auto: Ein reines Transportmittel ist ihnen zu wenig.

„Das Automobil der Zukunft wird vernetzt sein – mit dem Umfeld, mit der Verkehrsinfrastruktur, mit der Welt des Internet“, sagte Rupert Stadler auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas.

Der Boss von Audi durfte Anfang Januar als erster Automann die Eröffnungsrede der weltberühmten Elektronikmesse halten. Ein Auftritt mit Symbolcharakter.

Drei Audi-Modelle sind internetfähig

Die Marke mit den vier Ringen, jüngst vom Werber-Magazin Horizont zur kreativsten Premium-Marke gekürt, hat derzeit die Nase vorn, wenn es darum geht, Autos ab Werk zum fahrenden Hotspot zu machen. Mit den Modellen A8, A7 Sportback und dem neuen A6 schicken die Ingolstädter gleich drei Modelle vom Produktionsband auf den Datenhighway.

Bis zu acht Geräte gleichzeitig – iPad, Spielekonsole, Laptop etc. – können im vollbesetzten Audi drahtlos online gehen. Plastische Navigation per Google Earth versteht sich bei einer Design-Marke wie Audi von selbst. Was geht, muss sein und rein. Die technischen Voraussetzungen liefert Chip- und Grafik-Spezialist NVIDIA.

„German engineering meets Silicon Valley“ nennt Audi diese Allianz, die zeigt, wie eng die Autoindustrie inzwischen mit den Taktgebern der Elektronikbranche kooperiert. Zukünftig sollen „connected cars“ praktisch ohne lokale Datensicherung im Fahrzeug auskommen. Via UMTS („Universal Mobile Telecommunications System“, Mobilfunkstandard der dritten Generation/3G) und bald auch über LTE („Long Term Evolution“, auch 3.9G genannt) holen sie sich sämtliche gewünschten Informationen von Servern im Internet, von der Musik bis zur Navigation. „Auf diese Weise wird das Auto Teil der Datenwelt“, heißt es hoffnungsvoll bei Audi.

Die neue C-Klasse ist der erste Online-Mercedes

Unsichtbar ins Multimedia-Bediensystem integriert ist auch die neue „Mobile Internet“-Generation von Mercedes. Vorreiter hier ist unter anderem die frisch überarbeitete C-Klasse, die als erster Benz mit dem neuen System „Comand Online“ vorfährt. Damit können C-Klasse-Surfer im Stand frei browsen oder ganz markentreu spezielle Mercedes-Online-Dienste ansteuern. Vorinstalliert sind zudem diverse Google-Dienste. Unter anderem können am Rechner erstellte Google-Maps-Routen zum Auto gesendet und dort wieder heruntergeladen werden. Neues Comand-Feature ist die 3D-Optik mit plastischen Stadt-Modellen.

Auf dem Genfer Salon 2011 verrät Mercedes mehr

Weitere Gimmicks: Gefahrene Routen können aufgezeichnet und später erneut abgefahren werden; mittels SD-Karte lassen sich persönliche Sonderziele speichern bzw. importieren; auf Wunsch zeigt das System vier alternative Routen auf der Navigationskarte an, darunter eine besonders ökonomische Variante. Mehr zum Thema Internet im Auto will Mercedes im März 2011 auf dem Genfer Salon verraten: Dann geht der neue SLK online.

Auch Ford hat konkrete Planung für Internet im Auto. Bislang fehlt Ford-Fahrern jeglicher Kontakt zum Web, obwohl die Marke mit der Pflaume im Grill diesbezüglich durchaus umtriebig ist. Neben zahlreichen Forschungsprojekten wie dem selbstständig twitternden (!) Fiesta „AJ“ und Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation auf Mobilfunk-Basis, gibt es das Microsoft-basierte Infotainmentsystem Ford SYNC. Über Sprachsteuerung lässt sich die gesamte Elektronik bedienen (Radio an, lauter, Navi etc.), bislang allerdings nur in den Vereinigten Staaten.

BMW bringt erstmals sein neues 6er-Cabrio mit Web-Anschluss

Internet-Botschafter von BMW ist das neue 6er Cabrio, das ab Ende März 2011 für 83.300 Euro aufwärts zu haben ist. Wer diesen Betrag und ruhig noch etwas mehr erübrigen kann, darf sich auf das gepimpte BMW-Kontrollsystem ConnectedDrive freuen. In dem laufen Fahrassistenzsysteme (Spurwechselwarner, Rückfahrkamera etc.) und Mobilitätsdienste zusammen – und es ergänzt sich prächtig mit Apples iPhone und weiteren Smartphones. Neben der Internet-Nutzung ermöglicht ConnectedDrive unter anderem die Darstellung der per Smartphone empfangenen E-Mails auf dem großen Control Display des 6er-Cockpits sowie die Nutzung internetbasierter Dienste für Navigation und Entertainment. Auf dem Genfer Salon zeigte BMW dann das Experimentalfahrzeug "Vision Connected Drive", einen rasanten Roadster mit Permanent-Vernetzung.

So weit wäre Toyota auch gern schon. Das hauseigene Internet-Modul Entune soll derlei Online-Spielereien auch beherrschen, braucht dafür aber noch ein bisschen. Ende 2011 soll es „in ausgesuchten Modellen“ von Toyota, Lexus und Scion zum Einsatz kommen. Vorerst aber nur in Übersee.

Mobiles Internet gibt es aber auch für ältere Autos:

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