mobile.de: E10 schädlich?

Treibtoff E10

Ist E10 wirklich so schädlich?

Ist das Misstrauen am neuen Benzin E10 begründet? Der ADAC will sich nicht auf die Angaben von Industrie und Ölkonzernen verlassen und testet jetzt die Verträglichkeit des Kraftstoffs

12. April 2011

Wann bricht er zusammen? Der ADAC hat einen Langzeittest gestartet, um die Verträglichkeit der neuen Benzinsorte E10 zu untersuchen.

Nach wie vor haben viele Autofahrer Bedenken, den vor sechs Monaten eingeführten Sprit zu tanken, da sie Schäden am Motor befürchten.

Der ADAC wählte einen Opel Signum 2.2 – ein Modell, das vom Hersteller ausdrücklich nicht für E10 freigegeben wurde. Also nach allen Erwartungen nur eine Frage der Zeit, bis die Maschine kollabiert.

Der Versuch mit dem Opel Signum geht weiter

Doch bisher läuft der Opel wie am Schnürchen: 16.000 Kilometer läuft der Motor bereits ohne Mucken mit dem Kraftstoff, der den aggressiven Bioethanol als zehnprozentige Beimischung enthält.

Möglicherweise sei der Fusel "für E10-untaugliche Autos weniger gefährlich als  bisher vermutet", spekuliert der ADAC bereits. Eine Inspektion des Kraftstoffsystems habe keinerlei Hinweise auf Schäden, namentlich die befürchtete Ethanolkorrosion, ergeben.

Der Versuch läuft weiter: "Alle 10.000 Kilometer wird das Auto in unserem Testzentrum per Endoskopie untersucht", sagt Christian Buric vom ADAC. Bisher seien aber keine Veränderungen wahrgenommen worden.

Absaugen bei Fehlbetankung scheint unnötig

Mit dem Versuch wird eine Opel-Richtlinie ad absurdum geführt: Nach Maßgabe des Herstellers soll jeder Opel ohne E10-Freigabe, der irrtümlich mit dem Kraftstoff betankt wurde, stehengelassen und leergepumpt werden.

Angesichts der ermutigenden Resultatet mit dem Signum scheint diese teure Maßnahme vollkommen überflüssig zu sein. Anders als Opel, sehen Ford und Mercedes Benz kein Problem bei einer einmaligen Fehlbetankung ihrer Modelle, die nicht für E10 freigegeben sind. Sie raten in diesem Fall, baldmöglichst ethanolarmen Kraftstoff nachzutanken.

Der ADAC appeliert an Fahrzeughersteller ihre Empfehlungen zu überarbeiten: Speziell die Richtlinien zu Fehlbetankungen mit E10, die häufig in einem aufwendigen und kostspieligen Werkstattaufenthalt münden, sollten überprüft werden.