mobile.de: Das Wichtigste zu E10

Treibtoff E10

E10, was ist das eigentlich?

Viele Autofahrer weigern sich, ihr Auto mit E10 zu betanken und nehmen dafür sogar höhere Preise in Kauf. Jetzt geben zwei Ölfirmen nach und bieten wieder eine Alternative an.

19. Mai 2011

E10 sorgt für Zündstoff: Die Tankstellen werden seit Wochen ihren E10-Sprit nicht los. Anfang des Jahres war das neue Benzin mit großem Aufwand eingeführt worden. Doch ein gewichtiger Anteil der Autofahrer – wie viele, ist nicht bekannt  – lässt den Kraftstoff einfach stehen. Warum verweigern sich die Konsumenten? Vor allem aus Furcht, ihr Motor könnte von E10 irreparabel beschädigt werden.

Weder die Bundesregierung noch die Autoindustrie oder die Tankstellenbetreiber haben diese Sorge bisher überzeugend widerlegen können. Es gibt zwar im Internet eine offizielle Liste aller Fahrzeuge, die E10 nicht vertragen – doch die hilft längst nicht bei allen Modellen weiter.

So schränken viele Hersteller die Verträglichkeitsliste auf Fahrzeuge ein, die 10 bis 12 Jahre alt sind. Eine Antwort, warum geringfügig ältere Autos E10 nicht verkraften sollen, bleiben sie schuldig. Vereinzelt wird der Verdacht geäußert, die Hersteller testen alte Modelle nicht auf E10-Verträglichkeit, weil der hohe Test-Aufwand in keinem Verhältnis zur nur noch geringen Verbreitung steht.

Leider ist auch hier der Informationsfluss alles andere als perfekt. Sogar über die Gesamtzahl der Autos, die E10 vertragen, können sich Hersteller und Tankstellenbetreiber nicht einig werden: Zwischen 99 und 90 Prozent schwanken die Angaben. Die Differenz beträgt hier bereits mehr als eine Million Autos.

Tankstellen nutzen E10 zur Preistreiberei

Die Einführung der neuen Benzinsorte hatte leider einen Nebeneffekt: Obwohl die Tankstellenbetreiber gesetzlich dazu verpflichtet waren, den alten Super-Kraftstoff zum alten Preis weiter anzubieten, nahmen sie ihn aus dem Angebot. Ab der E10-Markteinführung war alternativ nur noch Super Plus zu haben, und das kostet 8-10 Cent mehr pro Liter. Damit ist die E10-Einführung zur Preistreiberei genutzt worden.

Nach erfolglosem Protest dagegen hat der Autoclub ADAC vor kurzem das Verhalten der Tankstellenkonzerne bei der Bundesregierung angezeigt. Die Beschwerde sowie der kontinuierliche E10-Boykott durch viele Autofahrer zeigen jetzt Erfolg: Die beiden größten Benzinfirmen Aral und Shell wollen das ursprüngliche Superbenzin mit fünf Prozent Ethanolanteil (E5) wieder anbieten. Allerdings wird dies noch einige Monate dauern.

Ob E5 dann auch zum gleichen Preis zu haben ist wie E10, weiß natürlich noch keiner. Zumindest gibt es dann wieder eine Alternative für Fahrzeuge, die den neuen Sprit garantiert nicht tanken können – das sind insbesondere Youngtimer des Baujahrs 1985 und älter.

Was ist in E10 wirklich drin?

E10 ist gewöhnlichem Benzin recht ähnlich: Zu 90 Prozent handelt es sich um altgewohntes Super Normal. Der Rest, also pro Liter rund eine Espressotasse, ist Ethanol. Diese Flüssigkeit gehört zu den Alkoholen, riecht stechend und brennt leicht. Ein Laie könnte Ethanol von Benzin kaum unterscheiden.

Die EU hat beschlossen, dass sich ihre Mitgliedsstaaten von Erdölerzeugnissen unabhängiger machen sollen. Ein Schritt hierfür ist die Beimischung von Ethanol aus Pflanzenproduktion; Bioethanol genannt. Die Rohstoff-Quellen sind vor allem Mais und Zuckerrohr.

Viele Autofahrer befürchten, dass dieser fremdartige Stoff im Motor irreparable Schäden anrichtet.

Ist mein Auto E10-geeignet?

Tatsächlich vertragen nicht alle Modelle das aggressive Gemisch (es ist nur für Benzinmotoren tauglich). Welche das sind, verrät die offizielle Liste der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH , die regelmäßig aktualisiert wird. Doch die Liste hat ihre Tücken: Dort stehen diverse Ausnahmen, die für Autofahrer nicht immer zweifelsfrei identifiziert werden können. In diesem Fall empfiehlt mobile.de den Kontakt zum Vertragshändler.

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