mobile.de: E10 - die Probleme

Treibtoff E10

Noch ist kein Motor kaputt gegangen

Autofahrer haben Sorge um ihren Motor: E10, so fürchten viele, könnte zu teuren Schäden führen. Doch in Wahrheit sind die Risiken sehr gering. mobile.de nennt alle Probleme

15. März 2011

Viele Autofahrer fürchten, dass E10 den Motor kaputt macht. Bisher gab es keine spektakulären Berichte über E10-Opfer. Das wäre auch extrem unwahrscheinlich: Spontane Schäden können nicht auftreten. Der Unterschied zu normalem Superbenzin besteht nur im höheren Beimischungsgrad von Ethanol: Statt mit fünf Prozent wird das Benzin nun mit zehn Prozent Ethanol gestreckt.

Ethanol ist ein Alkohol, der schon seit langem als Treibstoff verwendet wird: In der EU kann seit 1980 Ethanol mit bis zu 5 Prozent dem Benzin zugefügt werden, in den USA und Brasilien gibt es Ethanol-Fahrzeuge noch länger. In Südamerika ist inzwischen ein sehr viel höherer Ethanolanteil üblich. Auch dort sind dramatische Motorzusammenbrüche ausgeblieben.

Generell führt Ethanol zu Korrosion, weil es mit Aluminium oder Magnesium reagiert. Allerdings findet die Reaktion sehr langsam statt und wird durch die Bildung von Aluminium- oder Magnesiumoxid an den Kontaktstellen zusätzlich gehemmt. Dass zum Beispiel ein Aluminiummotor durchrostet, ist praktisch unmöglich.

Eine Ausnahme können Autos mit Direkteinspritzung darstellen: Weil hier Kraftstoff unter hohem Druck in den Brennraum eingespritzt wird, kann die Oxidation beschleunigt werden. Daher sind viele Autos mit Einspritzpumpen, die Aluminium-Bauteile enthalten, für E10 nicht freigegeben.

Mehrverbrauch bei E10 fällt kaum ins Gewicht

Eine weitere schädliche Eigenschaft von Ethanol ist seine Aggresivität gegenüber Gummi und Kunststoff. Man hat festgestellt, dass es aus Kunststoffen Weichmacher herauslöst, so dass diese verspröden und irgendwann reißen. Doch auch hier gilt: Der Prozess findet bei geringem Ethanolanteil im Benzin äußerst langsam statt und ist daher mit normalem Verschleiß gleichzusetzen.

Das Risiko eines Motorschadens wird oft in Zusammenhang mit der höheren Verbrennungstemperatur von E10 genannt. Sie liegt tatsächlich rund 70 Prozent höher, doch auch hier greift der geringe Beimischungsanteil von Ethanol im Benzin. Wer Sorge hat, dass sein Motor überhitzen könnte, sollte den Zündzeitpunkt überprüfen und gegebenenfalls neu einstellen lassen.

Vielfach wurde auch kritisiert, dass Ethanol eine geringere Energiedichte hat als Benzin. Das ist zwar richtig; doch bei einem Beimischungsgrad von zehn Prozent ist der Leistungsverlust sehr geringfügig: Berechnet auf sechs Liter (so viel verbraucht ein moderner Kleinwagen auf 100 km) beträgt der Mehrverbrauch an Ethanol nur 0,1 Liter.

Bei Freigabe durch Hersteller besteht keine Gefahr

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nachteile oder sogar Schäden durch E10 allenfalls nach längerer Zeit auftreten dürften. Besteht eine offizielle Freigabe vom Hersteller (zu finden in der Liste der DAT), kann das Auto unbedenktlich mit E10 betankt werden.

Autofahrer, die selbst bei einer Freigabe ihres Modells immer noch Zweifel haben, sollten sich eine schriftliche Einzelbestätigung des Herstellers geben lassen und jeden Tankvorgang dokumentieren, indem sie die Quittung aufbewahren. Dann ist im Schadenfall die Garantiepflicht des Herstellers leicht nachweisbar. Doch dazu sollte es nicht kommen.

Viele Autofahrer vertreten aber auch den Standpunkt, dass E10 einfach überflüssig sei und verweigern deswegen die Betankung.

Ist mein Auto E10-geeignet?

Tatsächlich vertragen nicht alle Modelle das aggressive Gemisch (es ist nur für Benzinmotoren tauglich). Welche das sind, verrät die offizielle Liste der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH , die regelmäßig aktualisiert wird. Doch die Liste hat ihre Tücken: Dort stehen diverse Ausnahmen, die für Autofahrer nicht immer zweifelsfrei identifiziert werden können. In diesem Fall empfiehlt mobile.de den Kontakt zum Vertragshändler.

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