Die deutsche Dienst-Limo: fett und stark

Ein Umweltverband hat 135 deutsch eUnternehmen nach den Dienstwagen ihrer Chefs befragt. Überwiegend bevorzugen die Topmanager dicke Schlitten – von Umweltschutz keine Spur
 

Gar nicht vorbildlich: Deutsche Top-Manager reden viel von Nachhaltigkeit, fahren aber am liebsten spritfressende, voluminöse Luxus-Limousinen.

Der Verband Deutsche Umwelthilfe hatte 135 deutsche Firmen, davon 100 der größten DAX-Unternehmen, zu ihren Dienstwagen-Fuhrparks befragt. Mit welchen Limousinen sind Vorstand und Vorsitzende unterwegs, wie viel Sprit verbrauchen sie, liegt der Auswahl der des Wagenparks eine Strategie zugrunde?

Das Ergebnis war doppelt ernüchternd: Fast die Hälfte, nämlich 74 Unternehmen, ignorierten die Anfrage – obwohl in ihren Geschäftsberichten stets vollmundig von Transparenz die Rede ist. Besonders peinlich agierte die Beratungsgesellschaft KPMG: Sie stellte alle Daten zur Verfügung, verbot jedoch die Veröffentlichung.

Von den auskunftsbereiten Unternehmen fanden nur neun Gnade bei der Umwelthilfe, darunter die Deutsche Bahn (Mercedes S400 Hybrid) und der Sportartikelhersteller Puma (kein Vorstands-Dienstwagen).

Bei den meisten dagegen stattet die Chefetage sich großzügig mit PS und Tonnage aus. Unter zehn Liter auf 100 km verbraucht so gut wie keiner. Sicher spielt Status auch im 21. Jahrhundert bei namhaften Konzernen eine wichtige Rolle; ein Prius macht eben weniger her als ein 7er BMW.

Über die Rechtfertigung dieser Flottenpolitik sagt die Umwelthilfe selbst leider nichts. Allerdings ist davon auszugehen, dass auch Sicherheitserwägungen eine Rolle spielen – einen Smart kann man nicht beschusssicher panzern, eine S-Klasse schon.

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