mobile.de: Oldtimer mit Rekord-Preisen

Klassiker-Auktionen in USA bringen Rekord-Preise

Oldtimer sind die neuen Aktien

Während die Börse auf Talfahrt geht, kennen Oldtimerpreise nur eine Richtung: steil bergauf. Das zeigt sich in Kalifornien: Dort gingen kürzlich Klassiker für Millionen weg.

Die Aktienkurse kollabieren, alle Welt flüchtet in Gold. Doch es gibt ein anderes Edelmetall, das nicht nur wertbeständig, sondern zunehmend teurer wird: edle Traumautos aus anderen Epochen.

Auf Messen wie der Techno Classica können seid Jahrzehnten ein steigende Preise beobachtet werden. Die besten Ergebnisse erzielen Klassiker im autoverrückten Amerika, wo bei Auktionen Millionenwerte unter den Hammer kommen.

Zuletzt in Kalifornien: Bei der renommierten Pebble Beach Auctions, die auf die berühmte Schau "Concours D´Elegance" folgt, wurde ein Ferrari 250 Testa Rossa von 1957 versteigert. Für 16,3 Millionen US-Dollar.

Insgesamt wurden Autos für 78 Millionen Dollar versteigert

Das ist kein Einzelfall: Ein offener Mercedes-Sportwagen von 1927 wechselte für über fünf Millionen US-Dollar den Besitzer. Der Prototyp des Lamborghini Miura P400 SV in Quietschgelb brachte 1,75 Millionen ein.

In der romantischen Bucht im Städtchen Monterey wurde eine Gesamtsumme von 78 Millionen US-Dollar ausgegeben. Für alte Autos.

Natürlich sind die Geldanlagen der Millionäre nicht irgendwelche Modelle, sondern ausgesuchte, die schon zu ihren besten Zeiten alles andere als billig waren.

Darunter finden sich klangvolle Vorkriegsnamen wie Duesenberg, Hispano Suiza, Bugatti oder Horch, aber auch jüngere Marken wie Mercedes, Porsche und viele italienische Sportwagen-Manufakturen.

30 Prozent Wertsteigerung in zehn Jahren sind möglich

"Wie bei Gemälden, Juwelen oder Goldmünzen eignen sich sehr viele Modelle als Geldanlagen", sagt der Oldtimer-Experte Johannes Hübner. Nur sei die Wertsteigerung bei prestigeträchtigen Marken wie etwa Porsche weitaus höher als bei weniger bekannten wie etwa dem VW-Derivat Karmann Ghia.

Doch auch bei Massenautos wie der Ente oder dem Käfer sei eine Wertsteigerung zu beobachten. Nach Schätzungen des Marktbeobachters Classic Data hatte ein VW Käfer 1200 aus den 60er Jahren (also noch aus deutscher Fertigung) im Jahr 1998 einen Wert von umgerechnet etwa 2.700 Euro – zehn Jahre später waren es bereits 4.900 Euro, also fast doppelt so viel.

Inflationsbereinigt sind das mindestens 30 Prozent Rendite. Welche andere Geldanlage könnte das von sich sagen? Und auch Häuser, die klassische Geldanlage, kosten Unterhalt.

Noch deutlicher bildet sich das Wert-Wachstum bei hochpreisigen Modellen ab: Ein Ur-Porsche Typ 356, dritte Baureihe "C", hätte 1998 umgerechnet etwa 28.000 Euro gekostet. Im Jahr 2008 war der Wert des klassischen Sportwagen-Modells auf rund 48.000 Euro gestiegen.

Wohlgemerkt: Es handelt sich sowohl bei den zugrundeliegenden Schätz-Werten um sehr gut erhaltene Fahrzeuge, und bei den Schätzchen auf den Auktionen natürlich erst recht.