Klassisches Benzin E5 kommt wieder

Die Drohung hat gewirkt: Nachdem der ADAC die Ölkonzerne anzeigte, haben die beiden Marktführer reagiert. In Kürze soll klassisches Benzin (E5) wieder zum alten Preis erhältlich sein.

Die Macht der Straße: Seit Wochen boykottieren Millionen Autofahrer beharrlich den neuen Benzin-Kraftstoff E10 und bringen so die Logistik der Tankstellenbetreiber durcheinander. Dann hat auch noch der ADAC Anzeige gegen fünf marktbeherrschende Erdölkonzerne erstattet – und prompt reagieren zwei von ihnen: Aral und Shell haben angekündigt, in Kürze das klassische E5-Benzin mit 95 Oktan wieder anzubieten.

Dazu sind sie zwar vom Gesetzgeber verpflichtet. Dennoch gab es nach Einführung des neuen Kraftstoffs E10 mit zehn Prozent Ethanol-Anteil, den nicht alle Automotoren vertragen, an den meisten Tankstellen keine Alternative zum gleichen Preis. Stets verwiesen die Tankstellenbetreiber auf den hochwertigen Kraftstoff Super Plus, der nach wie vor als Variante mit 5 Prozent Ethanol (E5) erhältlich ist. Doch der kostet bis zu 15 Cent pro Liter mehr.

Nach mehrfacher Kritik, die nichts bewirkte, ließ Deutschlands mächtigster Autofahrer-Verband (17 Millionen Mitglieder) die Muskeln spielen und erstattete gegen fünf internationale Erdölkonzerne Anzeige. Der Vorwurf gegen Aral und BP, Jet, OMV und Shell: Ihre Tankstellen bieten zwar E10, aber keine Alternative zum gleichen Preis an. Damit verstoßen die Konzerne nach Auffassung des ADAC gegen das Gesetz.

Als erst bauen nun Aral und Shell ihre Tankstellennetze wieder um. "Wir bitten um Verständnis, dass solch großflächige Umstellungen mehrere Wochen in Anspruch nehmen können", sagte ein Shell-Sprecher.

Das Einlenken von Aral und Shell kann als Durchbruch gewertet werden: Das Tankstellennetz der beiden Ölfirmen zusammen kommt auf 40 Prozent Marktanteil in Deutschland. In Kürze werden die kleineren Konkurrenten nachziehen müssen, wollen sie nicht massiven Umsatzrückgang erleiden.

Wie geht es nun weiter? E10 soll nach wie vor verkauft werden. Parallel soll weiter E10 vermarktet werden – auch die E10-Versicherung, die Shell seit letzter Woche anbietet, wird es weiterhin geben. Allerdings tanken bisher weniger als die Hälfte der Autofahrer das neue Produkt. Kommt jetzt die Alternative E5 zum gleichen Preis zurück, dürfte die Bereitschaft zum Umschwenken eher noch geringer werden.

Aber zumindest muss sich fast niemand Sorgen machen, das Falsche zu tanken: Nach Berechnungen der deutschen Autohersteller vertragen inzwischen 99 Prozent aller Pkw mit Benzinmotor den Kraftstoff E10.

Wer E10 auf keinen Fall tanken darf

E10 kann auch Gift sein: Die meisten Autos, die älter sind als 20 Jahre, werden von dem zehnprozentigen Ethanolanteil irreparabel beschädigt. Das heißt nichts anderes, als dass viele Youngtimer nicht mit E10 betankt werden dürfen.

> Bildergalerie: Diese Klassiker vertragen kein E10

 

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