2 Milliarden ...

... Liter Sprit könnten Autofahrer jährlich sparen, wenn sie auf den richtigen Reifendruck achten würden. Doch fast drei Viertel der Autos sind mit zu wenig Luft in den Reifen unterwegs.

Der richtige Reifendruck ist entscheidend für die Fahrsicherheit. Außerdem steigt der Spritverbrauch bei schlappen Reifen konstant. Doch sehr vielen Autofahrern ist das scheinbar nicht bewusst: 71 Prozent fahren mit zu geringem Reifendruck, hat der Reifenhersteller Bridgestone bei Stichproben im vergangenen Jahr festgestellt.

Im Rahmen der Initiative "Erst Denken – Dann Lenken" wurden Reifenchecks an insgesamt 38.000 Autos in neun Ländern Europas durchgeführt. Anhand der Ergebnisse wurde hochgerechnet, wie viel Treibstoff jedes Jahr zu viel verbraucht wird: rund zwei Milliarden Liter! Das entspricht der Kapazität von mehr als drei Supertankern.

Dokumentiert wurden Reifen, die zwischen 0,1 und 0,5 Bar unter dem vorgeschriebenen Reifendruck befüllt waren. Noch mehr könnten Autofahrer sparen, wenn sie ihre Reifen um maximal 0,2 Bar über den Herstellerempfehlungen aufpumpen würden – das nämlich reduziert den Spritverbrauch noch einmal um etwa 0,2 Liter auf 100 km.

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Ein Auto mit 0,75 Bar Unterdruck fährt wie ein Schlauchboot

Jenseits der 0,5 Bar Unterdruck beginnt die Gefahr: 7,5 Prozent aller Autos hatten einen so niedrigen Reifendruck, dass ihnen Gefahr droht. Ein so schlapper Reifen verzögert die Lenkwirkung, erhöht das Risiko des Aquaplanings und setzt allgemein den Grenzbereich in Kurvenfahrten herab. Außerdem ist der Verschleiß höher, vom Mehrverbrauch nicht zu reden.

Bei weiteren 0,5 Prozent der Autos wurde ein Reifendruck von 0,75 Prozent und mehr unterhalb der Norm gemessen. Wie die Fahrzeuglenker mit solchen Vehikeln klarkommen, die ein Fahrverhalten ähnlich denen von Schlauchbooten haben, bleibt ein Rätsel. Ähnlich die zwölf Prozent schadhafte Reifen, die den Bridgestone-Prüfern auffielen.

Bei einer Profiltiefe von weniger als 1,6 Millimetern ist gesetzlich die Erneuerung vorgeschrieben. Und das ist nicht übertrieben: Das Aufschwimmen bei Aquaplaning zum Beispiel kann bei abgefahrenen Reifen erheblich früher auftreten – die Grenze ist um bis zu 40 Prozent näher.  Ein Satz neuer Reifen, der das Problem sofort behebt, kostet weniger als 200 Euro. Verwunderlich, dass so viele Autofahrer bei der Sicherheit so geizig sind.

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