Das ändert sich 2011 für Autofahrer

Biokraftstoff E10, ESP-Pflicht, Wechselkennzeichen, Effizienzklassen für Autos: Das alles wird im Jahr 2011 auf deutsche Autofahrer zukommen

Das Jahr 2011 bringt Neues auch für Autofahrer:

  • Biosprit E10: Ab 2011 wird ein neuer Sprit an den Tankstellen angeboten werden. E10 steht für einen zehnprozentigen Ethanol-Anteil. Der Sprit, der auf einen Liter 100 Milliliter Bioethanol enthält, wird wie Benzin getankt und soll den Ausstoß von CO2 reduzieren helfen. Nachteil: Nicht alle Autos vertragen den Sprit, denn der aggressive Bioalkohol darin greift Dichtungen und Spritleitungen an. Vor dem ersten E10-Tanken lieber nachschauen: Der ADAC bietet eine Liste mit sämtlichen gängigen Autotypen an. Oldtimer-Besitzer sollten direkt beim Hersteller nachfragen. Wenn Ihr Auto E10 nicht tanken darf: Bis 2013 ist die Versorgung mit herkömmlichem Benzin garantiert.
  • Effizienzklassen für Autos: Wie Kühlschränke oder Wäschetrockner sollen ab 2011 auch Neuwagen eine Plakette mit Energieeffizienzklasse von A bis E erhalten. Ein A könnten dann nur besonders sparsame Autos bekommen – das soll Konsumenten die Kaufentscheidung erleichtern und Hersteller dazu motivieren, sparsamere Autos zu bauen. Die endgültige Entscheidung über die genaue Einteilung dieser Effizienzklassen liegt bei der EU-Kommission, ein genauer Termin steht noch nicht fest.
  • ESP-Pflicht: Ab 1. November 2011 müssen alle neuen Autos und Nutzfahrzeuge mit dem Schleuder-Schutz-Assistenten ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ausgestattet sein. Autos, die bereits vor diesem Termin als Neuwagen angeboten werden, haben noch eine Gnadenfrist bis 1. November 2014.
  • Ende der Steuerbefreiung: Ab 1. Januar 2011 werden Benziner der Abgasnorm Euro 5 und 6 regulär besteuert. Bis dahin waren diese besonders sauberen Motoren durch Steuerfreiheit gefördert worden. Weiterhin gefördert werden hingegen noch Dieselmotoren, die Euro 6 erfüllen und im Neuen Jahr erstmals angemeldet werden: Bis Ende 2013 werden einmalig 150 Euro von der Steuer abgezogen.
  • Wechselkennzeichen: In Deutschland soll es ab Sommer 2011 möglich sein, drei Autos unter ein- und demselben Kennzeichen anzumelden. Das Wechselkennzeichen soll aber nur für Fahrzeuge aus einer Klasse gelten. Das heißt, Motorräder und Wohnmobile fallen nicht darunter – das senkt die Attraktivität des neuen Kennzeichens deutlich. Es ist auch noch offen, ob die Multi-Zulassung zu Einsparungen in Kfz-Steuer und Versicherungsprämie führt. Fraglich also, ob sie nennenswerten Nutzen bringt.
  • Winterreifen: Seit wenigen Wochen gilt die neue Winterreifenpflicht. Autofahrer, die trotz "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte" keine geeigneten Reifen aufgezogen haben, können mit Bußgeld bis zu 80 Euro und einem Punkt in Flensburg bestraft werden. Als geeignete Reifen, also Winterreifen, sieht der Gesetzgeber alle Reifen an, die ein "M&S"-Symbol (für "Matsch & Schnee" an der Flanke tragen.
  • EU-Knöllchen: Seit Oktober 2010 können Verkehrssünder über Grenzen hinweg verfolgt werden. Die EU-Verkehrsminister haben sich auf ein vereinfachtes Verfahren geeinigt, das auch bei relativ geringen Beträgen ab 70 Euro die Amtshilfe erlaubt. Dennoch bleibt die Vorgehensweise aufwendig, da die verfolgende Behörde einen Einzelantrag stellen muss. Außerdem bleibt die Geldbuße im Land des Verursachers – das dürfte die Motivation von Bußgeldjägern aus dem Ausland dämpfen.
  • Tagfahrlicht: Ab 7. Februar 2011 müssen alle neuen Autos und Transporter mit Tagfahrlicht ausgestattet sein. Dabei handelt es sich um spezielle Beleuchtung für die Fahrzeugfront, die nicht blendet und tagsüber kontinuierlich leuchten kann, ohne zu erhöhtem Spritverbrauch zu führen. Hintergrund: In zahlreichen EU-Ländern besteht in zwischen eine Tagfahrlicht-Pflicht.